30. September 2020 / 20:46 Uhr

Wie Weihrauch mit Dynamo Dresden in München punkten will

Wie Weihrauch mit Dynamo Dresden in München punkten will

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Neuzugang Patrick Weihrauch wechselt von Arminia Bielefeld zur SG Dynamo Dresden; Fußball; 3. Liga; Saison 2020/2021; Saisonvorbereitung; AOK Plus Walter-Fritzsch-Akademie; Dresden; 07. August 2020; Foto: Dennis Hetzschold
Patrick Weihrauch kam im Sommer von Arminia Bielefeld zu Dynamo und wurde hier der neue Spielmacher. © Dennis Hetzschold
Anzeige

Der Mittelfeldakteur Patrick Weihrauch trifft am Freitagabend mit der SG Dynamo Dresden auf seinen alten Verein. Sechs Jahre hat er beim FC Bayern München II gekickt. Deshalb weiß der 26-Jährige genau, wie die Kauczinski-Elf drei Zähler bei der Bayern-Reserve erbeuten kann. 

Anzeige

Dresden. Eltern, Verwandte und Freunde dürfen nicht ins Grünwalder Stadion, wenn Patrick Weihrauch erstmals seit seinem Weggang aus München wieder dort spielt. Eine besondere Partie wird der Auswärtskick im Corona-Risikogebiet für den neuen Dynamo-Regisseur am Freitag (19 Uhr) aber allemal, denn als gebürtiger Münchner hat er selbst von 2010 bis 2016 für den kommenden Gegner, die Bayern-Amateure, gespielt.

Von der Reserve des Rekordmeisters kennt er heute zwar nur noch Kapitän Nicolas Feldhahn und Trainer Holger Seitz („Er war mein Bayern-Auswahl-Trainer.“) persönlich, aber er freut sich auf das Stadion: „Ich habe viele Spiele dort gespielt. In Erinnerung bleiben die Derbys gegen 1860 vor ausverkauftem Haus.“ Dass diesmal gar keine Zuschauer im Stadion zugelassen sind, weil die Infektionszahlen in der Isar-Metropole aktuell viel zu hoch sind und selbst zur Absage des Oktoberfestes auf der Theresienwiese führten, bedauert Weihrauch. „Es ist schon schade, dass – wenn man in München spielt und die ganze Familie aus München kommt – keiner zuschauen kann“, sagt der 26-Jährige. Einen Fensterplatz in den Wohnhäusern am Stadion werde man selbst gegen ein kleines Entgelt kaum ergattern können: „Ich glaube, dass die Plätze begehrt sind. Da kriegen sie nicht so einfach einen.“ Familie und Freunde müssten wohl mit Fernseher, Handy oder Computer vorlieb nehmen.

Patrick Weihrauch über den kommenden Gegner

Ein wenig fühlt er sich immer noch als Münchner, auch wenn seine Familie auf dem Land zwischen der Weltstadt mit Herz und Augsburg ansässig sei. „Wenn du dort geboren bist und ab 18 drei, vier Jahre allein dort gewohnt hast, dann fühlt man sich schon zuhause dort.“ Dass er keinen Dialekt spricht, sei keinem besonderen Bemühen darum geschuldet: „Ich reiß mich nicht zusammen, meine Eltern sprechen auch nicht wirklich Bayerisch, deswegen habe ich das so übernommen.“ Brathendl oder Leberkas habe er aber oft zu essen bekommen, esse es auch gern, „aber nur wenn ich ein, zwei Wochen Pause dazwischen habe“, lacht er. Er weiß genau, wie nahrhaft und zugleich gefährlich die bayerische Küche für Leistungssportler ist.

Dass er beim FC Bayern zwar zeitweise den Sprung in den Profikader schaffte, aber dort keine Einsätze auf nationalem und internationalem Parkett bekam, hat Weihrauch inzwischen verwunden. Nach Stationen in Würzburg und in Bielefeld will er nun noch einmal richtig mit Dynamo angreifen. Für das Unternehmen Zweitliga-Aufstieg sind auch Punkte in München eingeplant. Wie man die erbeutet, weiß er: „Die Bayern haben Spieler, die den Ball haben wollen, die es lieben, auf engem Feld ihr Positionsspiel aufzuziehen, die es aber nicht mögen, wenn man dazwischenfegt, wenn man ihnen den Schneid abkauft.“ Für Weihrauch ist klar: „Wir müssen ihnen unsere Spielweise aufdrücken!“