10. Januar 2020 / 18:09 Uhr

Wieder ausverkauft: 22. Auflage des Lotto-Masters am Samstag in Kiel

Wieder ausverkauft: 22. Auflage des Lotto-Masters am Samstag in Kiel

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Die Spieler des NTSV Strand 08 freuen sich vor einem Jahr über den Sieg beim 21. SHFV Lotto Hallenmasters in Kiel. Holen vier von ihnen den Titel mit Phönix?
Die Spieler des NTSV Strand 08 freuen sich vor einem Jahr über den Sieg beim 21. SHFV Lotto Hallenmasters in Kiel. Holen vier von ihnen den Titel mit Phönix? © Agentur 54°
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Vorfreude - und Kritik - vor Hallenhighlight: VfB Lübeck, 1. FC Phönix Lübeck, SV Todesfelde und SV Eichede in der Sparkassen-Arena am Ball

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Bereits zum 22. Mal wird am Samstag ab 17.45 Uhr Schleswig-Holsteins Hallen-Fußball-Champion beim Lotto-Masters in der Kieler Sparkassen-Arena gesucht. Wer wird Nachfolger von Vorjahres-Überraschungssieger NTSV Strand 08? Die Vorfreude ist bei den acht teilnehmenden Mannschaften groß, darunter vier Klubs aus dem LN-Gebiet. Es gibt aber auch Kritik an der traditionellen Veranstaltung.

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Vollgas vor blau-gelber Wand

Oberliga-Primus SV Todesfelde wird von einer Blau-Gelben Fankurve lautstark unterstützt. Das ganze Dorf ist schon früh morgens auf den Beinen. Längst ist das Masters in Todesfelde Kult. Für die sechste Teilnahme wurden erstmals über 1000 Karten verkauft – so viel wie kein anderer Klub. „Unsere Fans sind positiv bekloppt. Das ist der Wahnsinn, was hinter dem Rücken der Mannschaft auf die Beine gestellt wird“, zeigt sich Teamchef Sven Tramm begeistert. „Wir werden versuchen, eine gute Leistung zu zeigen. Das heißt, die Jungs werden für unsere tollen Fans richtig ackern. In der Halle gehört auch viel Glück dazu“, sagt Tramm, dessen Team sich mit einer Soccer-Einheit in Neumünster auf das mit über 8000 ausverkaufte Event eingestimmt hat. „Wichtig ist, dass die Jungs Vollgas geben. Wir wollen unsere Leistung aus dem Vorjahr bestätigen.“ Damals fehlten 12 Sekunden zum Einzug ins Finale. Nicht wenige trauen dem Oberliga-Spitzenreiter den großen Wurf zu. Befeuert wird die Zuversicht durch den Gewinn des Segebergers Hallentitels sowie dem Gala-Auftritt beim Solarstrom-Cup.

Das waren die letzten Sieger beim SHFV-Lotto-Masters:

Strand-Trainer Frank Salomon mit dem Siegerpokal. Der NSTV Strand 08 gewann das Hallenmasters 2019. Zur Galerie
Strand-Trainer Frank Salomon mit dem Siegerpokal. Der NSTV Strand 08 gewann das Hallenmasters 2019. ©
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Revanche für den Landespokal?

In Gruppe B treffen Kapitän Luca Sixtus & Co. auf den vierfachen Cupsieger und Regionalligist SC Weiche Flensburg 08, den man im Landespokal-Halbfinale (1:0) überraschend besiegen konnte, Heider SV und SV Eichede. Die Stormarner sind nach zweijähriger Abstinenz wieder mit dabei und haben sich in einem wahren Herzschlagfinale das letzte der begehrten Tickets für den Budenzauber geholt. Die Vorfreunde auf die bereits zehnte Teilnahme ist dementsprechend groß, auch wenn mit den angeschlagenen Jonathan Stöver, Fynn Rathjen und Evgenij Bieche drei prädestierte und gute Hallenkicker fehlen. „Wir gehören sicher nicht zum Favoritenkreis“, sieht Coach Denny Skwierczynski, der schon als Coach von Regionalligist VfB Lübeck am Masters teilgenommen hat, seine Schützlinge in der Rolle des klaren Underdogs. „Nichtsdestotrotz wollen wir nicht gleich die Segel streichen. Auch ohne Zielsetzung wollen wir einen guten Auftritt hinlegen.“ Favoriten sind für ihn sein Ex-Klub 1. FC Phönix Lübeck und vor allem Weiche Flensburg. Die Mannschaft von Trainer Daniel Jurgeleit würde immer eine gute Mannschaft in Kiel stellen.

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Fest steht, dass die Gruppe B die meisten Fans mitbringt. Besonders laut dürfte es beim Duell Todesfelde gegen Heide werden. Auch die Dithmarschener haben rund 1000 Tickets verkauft. „Ich erwarte drei sehr motivierte Gegner. Eichede war lange nicht mehr dabei, Todesfelde möchte eine bislang überragende Saison bestätigen und Heide wird sich sicherlich auch deutlich besser verkaufen wollen“, sagt Flensburgs Dominic Hartmann (früher VfB Lübeck) und ergänzt: „Zu den Favoriten zähle ich Phönix Lübeck und uns, denke aber, dass Holstein Kiel und TSB Flensburg dieses Mal ein sehr starkes Turnier spielen werden.“

Alter Titelträger im neuen Gewand

Der 1. FC Phönix Lübeck mischt seit 21 Jahren wieder mit. Auch wenn es erst die zweite Teilnahme in der Landeshauptstadt ist, zählen die „Adlerträger“ zu den Geheimfavoriten. In der Gruppe A trifft der ambitionierte Oberliga-Aufsteiger und Tabellenzweite auf Holstein Kiel (tritt mit einer Mischung aus U23- und U19-Elf an, da die Profis am Freitag ins Trainingslager nach Oliva Nova/Spanien gereist sind), TSB Flensburg und den Stadtrivalen VfB Lübeck (II). Alter Titelträger im neuen Gewand – so könnte die Überschrift lauten. Mit Marcus Steinwarth, Nico Fischer, Marco Pajonk und Marcello Meyer gehören insgesamt vier Ex-Strandpiraten zum gemeldeten 12er Kader. Meyer & Co. wollen den Titel holen. „Ich erwarte enge Spiele. An einem guten Tag haben wir die Chance ganz vorne zu landen. Ab dem Halbfinale ist alles möglich“, glaubt Phönix-Sportchef Frank Salomon, der auf den kürzlich verpflichteten Ex-VfBer Maurice Maletzki (TSV Havelse) in Kiel verzichtet. „Wir haben uns für die Spieler entschieden, die für die Qualifikation gesorgt haben. Maurice muss erst ins Mannschaftstraining einsteigen“, begründet der 55-Jährige. Der wendige Ex-VfBer Enes Dagli hat auf eine Teilnahme aufgrund von Knöchelbeschwerden selbst verzichtet, so Salomon

Phönix mit 400 Fans im Rücken

„Die Erfahrung könnte für uns sprechen“, sagt der Sportchef weiter. In der ewigen Masters-Rangliste belegen die „Adlerträger“ zwar den letzten Platz (zwei Spiele, zwei Niederlagen, 1:4 Tore), was sich aber ändern soll. „Es ist unser erster Auftritt seit zwei Jahrzehnten. Mit über 400 Fans im Rücken wird das für alle ein besonderes Erlebnis“, hofft Salomon. „Wir haben eine sehr homogene, ausgeglichene Mannschaft mit vielen jungen dynamischen, aber auch erfahrenen und robusten Spielern. Ich habe Hoffnung. Die Ex-Strand-Spieler wissen, wie es läuft“, sagt indes Phönix-Regisseur „Cello“ Meyer, der ein ausgegliches Turnier mit Ex-Klub Weiche Flensburg als Topfavorit erwartet. Jede Mannschaft könne den Titel holen.

Zweites Spiel: Heißes Derby

Gleich im zweiten Spiel des Turniers kommt es zum Stadtderby gegen den VfB Lübeck (II), den man erst vor einer Woche mit 7:4 beim Redetzki-Cup bezwang. Nach den enttäuschenden Auftritten beim Confima- und Redetzki-Cup erwartet VfB-Trainer Serkan Rinal, dass seine Mannschaft ein anderes Gesicht zeigt. „So, wie wir bei den beiden Turnieren gespielt haben, ist das nicht unser Anspruch“, erklärt der 42-Jährige, der bei der Premiere in 1999 als aktiver Spieler für Ex-Oberligist TuS Hoisdorf auflief. „Die Jungs können es anders. Einstellung und Wille müssen stimmen, egal gegen welchen Gegner. Die Grundtugenden müssen einfach vorhanden sein. Wer auf so ein geiles Turnier keine Lust hat, sollte zu Hause bleiben.“ In den vergangenen drei Jahren kamen die Grün-Weißen nie über die Vorrunde hinaus, und auch davor blieb der ganz große Wurf aus. 2011 stand der VfB letztmalig ganz oben auf dem Treppchen. Wie Todesfelde fahren die Lübecker nur mit einem Torwart nach Kiel, da Nico Heyden im Urlaub weilt.

Kritik an Preisgestaltung

Die Vorfreude ist bei allen Teams ungebremst. Es gibt aber auch kritische Stimmen im Vorwege. So wünscht sich etwa Eichedes Fußballobmann Heino Keiper, „dass die (kleinen) Vereine mehr am wirtschaftlichen Erfolg der Veranstaltung beteiligt werden. Zum Beispiel durch Kostenerstattungen (Fahrtkosten) oder Antrittsprämien.“ Auffällig sei laut Keiper die jährliche Steigerung der Eintrittskarten. Jugendliche (bis 16 Jahre) haben 2012 noch 13 Euro gezahlt. Danach gingen die Preise auf 15 Euro (2013) bis hin 24 Euro (2019) hoch. Erwachsene zahlen zwei Euro mehr. Auch Salomon moniert die jährliche Preisgestaltung. „Das ist ohne Frage eine besondere Veranstaltung. Die Grenze der Preisgestaltung der Karten ist jedoch erreicht. Das haben auch wir gemerkt“, sagt er.

Atraktivität in Gefahr

Und der Phönixer Sportchef ergänzt: „Zudem sind wir als Klub nicht erfreut, dass unsere 400 Fans im Oberrang Platz nehmen müssen, wo wohl sonst keiner hätte Platz nehmen wollen. Das gefällt uns nicht.“ Zudem kritisiert Salomon, dass Holstein Kiel und VfB Lübeck nicht erst seit diesem Jahr nicht mehr mit den besten Spielern kommen. „Das ist schade, dass sich beide Vereine bei diesem großen Indoor-Highlight so rausnehmen. Da sollte der Verband Gespräche suchen, um die Wichtigkeit herauszustellen“, betont er. „ansonsten befürchte ich, dass die Attraktivität des Masters schwindet. Die Veranstaltung nur mit Oberliga-Klubs? Da hätte ich meine Zweifel. Regionalligist Weiche Flensburg schafft das auch. Zumal der Termin ein Jahr im Voraus feststeht.“

Überraschung auf dem Kunstrasen?

Ungeachtet dessen können die Fans wieder auf ein gutklassiges Spektakel erwarten. Das haben schon die Vorjahre gezeigt. „Ich bin jetzt das fünfte Mal dabei. Das ist eine Riesenveranstaltung. Für die Jungs ist es etwas Außergewöhnliches, vor so vielen Zuschauern zu spielen“, meint SVE-Teamchef Tramm. Wenn es wieder heißt „Welcome to Kiel“ und die spektakuläre Lightshow beginnt, sind die acht besten Teams Schleswig-Holsteins bereit für den großen Budenzauber auf dem Kunstrasen der Sparkassen-Arena. Erlebt das größte Hallenturnier Deutschlands erneut eine Überraschung?

Impressionen vom Lotto-Masters 2019 in Kiel



Die Einlaufshow beim 21. SHFV Lotto Hallenmasters. Zur Galerie
Die Einlaufshow beim 21. SHFV Lotto Hallenmasters. ©
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