11. April 2021 / 13:49 Uhr

Wieder Corona-Wirbel um Weghorst - Wolfsburgs Manager: "Wir werden mit ihm reden"

Wieder Corona-Wirbel um Weghorst - Wolfsburgs Manager: "Wir werden mit ihm reden"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sorgte im ZDF-Sportstudio für Wirbel: VfL-Angreifer Wout Weghorst.
Sorgte im ZDF-Sportstudio für Wirbel: VfL-Angreifer Wout Weghorst. © DPA/Imago Images
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Beim 3:4 in Frankfurt glänzte Wout Weghorst als Torschütze und Vorlagengeber. Am Samstagabend sorgte der Angreifer des VfL Wolfsburg im ZDF-Sportstudio für Wirbel - angesprochen auf seinen Corona-Post vom Dezember.

Tor und Torvorlage – Wout Weghorst lieferte bei der 3:4-Niederlage des VfL im Spitzenspiel bei Eintracht Frankfurt in gewohnter Manier ab. Der Top-Torjäger des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten hat jetzt 18 Treffer auf seinem Konto. Rekord für ihn nach seinem Wechsel im Sommer 2018 aus Alkmaar nach Wolfsburg. Aber der Niederländer sorgte nicht nur mit seinen Toren nach dem Spiel für Schlagzeilen. Bei seinem Besuch im ZDF-Sportstudio zeigte sich erneut, dass er seine eigene Meinung zum Thema Corona hat.

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Weghorst hatte im Dezember des vergangenen Jahres einen fragwürdigen Corona-Post einer amerikanischen Impfgegnerin geteilt – und ihn später gelöscht. Im Netz hatte er dafür einen heftigen Shitstorm kassiert. Nun wurde Weghorst von Sportstudio-Moderator Jochen Breyer erneut mit diesem Post konfrontiert – und der 28-Jährige ließ eine große Chance ungenutzt, sich davon zu distanzieren. Er habe keinem „damit schaden wollen. Ich habe mich bei den Leuten entschuldigt, die das vielleicht falsch aufgenommen haben. So habe ich das absolut nicht gemeint. Es ist ein wichtiges und sensibles Thema“, sagte er einerseits. Weghorst hatte unter anderem ein Bild gepostet mit den Worten: „Stell dir vor, es gibt einen Impfstoff, der so sicher ist, dass du bedroht werden musst, ihn zu nehmen - für eine Krankheit, die so tödlich ist, dass man getestet werden muss, um zu wissen, dass man sie hat.“ Darunter forderte er die Menschen auf, sich selbst zu informieren.

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Auf die Frage, ob er immer noch zu diesen Inhalten stehe, meinte der Wolfsburger: Er habe für sich selber eine Entscheidung getroffen, „nicht nur für mich, auch für meine Familie, meine Kinder, meine Freundin“. Es gehe ihm darum, dass jeder für sich die richtige Entscheidung treffe, betonte der VfL-Profi. „Ich habe für mein Gefühl die beste Entscheidung getroffen.“ Welche dies ist, ließ der VfL-Star jedoch offen. Noch während der Sendung gab's bei Twitter mächtig Gegenwind für den Niederländer.

Wieder Corona-Wirbel um Weghorst - wie geht der VfL damit um? Manager Jörg Schmadtke kündigte auf SPORTBUZZER-Nachfrage an: "Wir werden mit ihm nächste Woche mal darüber sprechen und dann schauen, wie er sich da erklärt." Schmadtke betonte, er habe kein Problem damit, wenn sich jemand mit Nachrichten allgemein kritisch auseinandersetze. "Aber wenn es darum geht zu sagen, ich stelle in Abrede, dass es Corona überhaupt gibt, dann sage ich: Das hat nichts mit einer Meinung zu tun, sondern ist eine Verklärung der Tatsachen. Denn es ist eine Tatsache, dass uns diese Pandemie seit 14 Monaten beschäftigt", so der 57-Jährige, der sich selbst gerade erst von einer Covid-Infektion erholt hat.

Offen scheint trotz Vertrags bis 2023 (ohne Ausstiegsklausel) auch, ob Weghorst auch noch in der neuen Saison in Wolfsburg spielt. Auf die Frage, Champions League mit Wolfsburg oder Premier League, sagte er: Wolfsburg und Champions League höre sich sehr gut an. „Ich fühle mich sehr wohl in Wolfsburg und in Deutschland. Wir haben es hier sehr gut, ich werde hier sehr geschätzt bei meinem Klub“, meinte Weghorst, der beim VfL noch Luft nach oben sieht. „Wir sind für mein Gefühl noch nicht an der Grenze. Wenn es für alle das Gefühl gibt, dass wir weiter gehen, dann geht es so weiter.“ Und: „Ich habe gelernt, im Fußball kannst leider du über die Zukunft nicht so viel sagen. Wir werden es sehen.“

In Frankfurt zeigte Weghorst, wie wichtig er für sein Team ist. Das 1:0 legte er mustergültig für Torschütze Ridle Baku auf, das zwischenzeitliche 2:2 machte er selbst, sein 18. Tor in dieser Saison. Trainer Oliver Glasner lobte: „Wout hat das gemacht, was ihn auszeichnet – er ist immer gefährlich in der Offensive. Er hatte viele gute Aktionen in der Offensive.“ Sechs Spiele hat er nun Zeit, sein persönliches Ziel zu erreichen. „Die 20-Tore-Marke habe ich schon vorher in meinem Kopf gehabt. Dieses Ziel kann ich nun angehen“, hatte er im Februar gesagt, nachdem er sein erstes gesetztes Ziel (14 Tore) geknackt hatte.