18. März 2021 / 15:25 Uhr

Wieder Tor-Spektakel gegen Werder? Wolfsburg-Trainer Glasner: "Wenn wir gewinnen, ist mir jedes Resultat recht"

Wieder Tor-Spektakel gegen Werder? Wolfsburg-Trainer Glasner: "Wenn wir gewinnen, ist mir jedes Resultat recht"

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Glasner und seine Gegentorverhinderer: Der VfL Wolfsburg hat den Vorsprung auf Platz fünf ausgebaut.
Glasner und seine Gegentorverhinderer: Der VfL Wolfsburg hat den Vorsprung auf Platz fünf ausgebaut. © 2021 Getty Images
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Der VfL Wolfsburg muss am Samstag in der Fußball-Bundesliga bei Werder Bremen ran - im Hinspiel hatte es Tore satt gegeben. Gibt es die auch im Rückspiel? Marin Pongracic kann nicht dabei sein, der Abwehrmann ist verletzt.

Am Samstag gegen Schalke hat der VfL fünf Tore geschossen, das ist ihm in dieser Fußball-Bundesliga-Saison bereits zweimal gelungen – zum ersten Mal hatte es das in dieser Spielzeit beim 5:3 gegen Werder Bremen gegeben. Am Samstag (15.30 Uhr) steigt nun das Rückspiel, der VfL muss an die Weser. Eine Reise, die er in der Vergangenheit gern antrat, denn: Wolfsburg feierte bei Werder seine historisch meisten Bundesliga-Auswärtssiege (10), gegen die Hanseaten gelangen auch die meisten Treffer (84) und Auswärtstreffer (37). Klingt nach Tor-Spektakel Teil zwei…

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Ridle Baku, John Anthony Brooks, Wout Weghorst (2) und Bartosz Bialek hatten in Teil eins mit ihren Toren für die Wolfsburger Höhepunkte gesorgt. Was ist Trainer Oliver Glasner lieber – wieder ein 5:3 oder ein 1:0 mit weniger Aufregung? Der Österreicher grinst, als er an diesen torreichen Abend im November des vergangenen Jahres denkt, er sagt: „Ich kann mir das Resultat nicht aussuchen. Wenn wir gewinnen, ist mir jedes Resultat recht. Unser Ziel ist es, in Bremen zu gewinnen.“ Aber Bremen, das gerade mit 1:3 gegen die Bayern verloren hat, mache es gut in dieser Saison. „Sie haben mit Sargent und Rashica schnelle Spieler in der Offensive und mit Füllkrug und Selke zwei, die viel Körperlichkeit mitbringen. Glasner erwartet „ein ähnliches Spiel wie es bei uns war“. Er erwartet einen „kompakten Gegner, der versuchen wird, immer wieder schnell umzuschalten – da heißt es: etwas weniger Fehler machen.“ Weniger Fehler in der Defensive machen. „Auf der anderen Seite wünsche ich mir, dass wir in der Offensiv ähnlich agieren wie damals. Wir hatten sehr gute Lösungen im Spiel nach vorn und haben schöne Tor erzielt.“

Mit dem Sieg damals war der VfL auf Platz fünf in der Tabelle gesprungen, fast vier Monate später klopft der Klub als Tabellendritter ans Tor zu Champions League. 48 Zähler hat das Glasner-Team auf dem Konto – und kann mit einem Erfolg im Nord-Duell bereits an diesem 26. Spieltag dieser Saison genau so viele oder gar mehr als in der kompletten Vorsaison (49) erreichen. Dass der VfL sich so gut entwickelt hat, überrascht den Österreicher keineswegs. „Seit ich hier bin, haben wir in jeder Halbserie mehr Punkte geholt als in der davor“, erinnert der Coach. In seinem ersten Halbjahr als VfL-Trainer waren 24 Punkte eingefahren worden, im zweiten der Saison 2019/20 waren es 25, in der Hinrunde dieser Saison war der VfL auf 29 Zähler gekommen. Glasner: "Jetzt wollen wir in dieser Halbserie wieder mehr Punkte holen." 19 hat der VfL geholt. Dass sich sein Team in jeder Halb-Saison habe steigern können, wundert ihn nicht. "Eigentlich war das in meiner gesamten Karriere so, dass wir uns von Halbjahr zu Halbjahr, was die Punkte angeht, gesteigert haben", so der VfL-Trainer. "Unser Ziel war es, mehr Punkte als in der Vorsaison einzufahren. Das habe ich uns auch zugetraut."

Bei Werder kann der VfL die nächsten Punkte einfahren. Beim bisher letzten Duell in Bremen am 7. Juni war nicht nur auf dem Platz, sondern auch am Spielfeldrand einiges los: Werder-Ersatzspieler und Mitglieder des Staffs hatten damals mächtig Radau gemacht - unter anderem hatte Physio Claas Bente mit einem kleinen Gummi-Hammer auf der Tribüne für Lärm gesorgt, er knallte den Hammer immer wieder auf eine Kiste. Den Wolfsburgern passte das nicht. Gibt es deswegen wieder Ärger? "Jede Bank, jeder Verein versucht, seine Mannschaft bestmöglich zu unterstützen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es alles im Rahmen bleiben wird", sagt Glasner. Und wenn nicht, kann der Coach auch damit leben: "Wenn das Spiel mit demselben Resultat endet, ist das zu verkraften." Damals hatte der VfL mit 1:0 gewonnen.

Pongracic fällt aus

Diesmal muss Glasner gegen Bremen allerdings auf den einen oder anderen Akteur verzichten. Paulo Otavio (Rot-Sperre) und Renato Steffen (Bänderverletzung) fallen ohnehin aus, aber auch Marin Pongracic wird nicht zur Verfügung stehen. "Marin hatte schon im Spiel gegen Schalke etwas Probleme mit der Wade, sich dann aber durchgebissen", sagt der VfL-Coach. "Jetzt hat sich herausgestellt, dass es ein kleiner Muskelfaserriss ist." Ob Jeffrey Bruma mit nach Bremen reisen kann, ist noch offen, der Innenverteidiger hatte sich am Dienstag leicht am Sprunggelenk verletzt und in den beiden Tagen darauf mit dem Training ausgesetzt.

Erfreuliche Nachrichten gibt's hingegen von Kevin Mbabu, der nach Oberschenkel-Problemen am Donnerstag wieder "ohne Beschwerden mit der Mannschaft trainieren" konnte. "Er wird zur Verfügung stehen", sagt Glasner. Gleiches gilt für Maxence Lacroix und Xaver Schlager nach abgesessener Gelb-Sperre. Lacroix spielt gegen Werder auf jeden Fall und auch Schlager dürfte in die Startelf zurückkehren, wenngleich der Trainer seinen Kapitän Josuha Guilavogui lobt: "Josh hat es sehr gut gemacht, ich habe mich für ihn gefreut. Er hat viele Bälle verteilt und war sehr präsent." Hinten links fällt die Entscheidung zwischen Yannick Gerhardt und Jerome Roussillon. "Jerome macht es richtig gut", lobt Glasner, "aber wir sehen auch, dass seine Wade immer mal wieder Probleme macht. Das ist alles nicht schlimm, dennoch gilt es abzuwägen, ob es klug ist, ihn über 70, 80 Minuten einzusetzen."