20. Mai 2020 / 14:02 Uhr

Wiederbelebung der Reserve: ZFC Meuselwitz plant den Neustart

Wiederbelebung der Reserve: ZFC Meuselwitz plant den Neustart

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Sport Männer Fußball Thüringenliga
ZFC Meuselwitz II – Eintracht Sondershausen
Manuel Starke l. ZFCII verpasst kantt
Foto: Mario Jahn
Manuel Starke (l.) im Spiel gegen Eintracht Sondershausen. © Mario Jahn
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Corona-Krise erschwert für diesen Sommer geplante Wiederbelebung der Meuselwitzer Reserve: Pflichtfreundschaftsspiele als Alternative?

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Meuselwitz. Nur ein Jahr nach dem überraschenden Rückzug könnte die zweite Mannschaft des ZFC Meuselwitz eine ähnlich überraschende und vor allem eine überraschend schnelle Rückkehr feiern. Im Hintergrund tüfteln Ex-Regionalliga-Kicker Manuel Starke und Heiko Weinert an der Wiederauferstehung. Allerdings erschwert – wie sollte es anders sein – die Corona-Krise die Pläne. Der Verband hat beschlossen, die aktuelle Saison möglichst ab September zu Ende zu spielen. Neue Mannschaften spielen in diesem Konzept keine Rolle.

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Um dennoch schon in diesem Sommer wieder loslegen zu können, schwebt den Verantwortlichen ein Modell mit Pflichtfreundschaftsspielen vor. Wie realistisch das ist, vermag derzeit niemand zu sagen. „Die ganze Situation hat uns ausgebremst. Es ist schwer, gerade Spieler zu finden, weil eine große Ungewissheit herrscht. Da sind noch ein paar Hürden zu beseitigen“, berichtet Starke.

„Jugendlichen Perspektive im Erwachsenenbereich bieten“

Dennoch hätten bereits 13 bis 17 Spieler ihre Bereitschaft signalisiert für die Zipsendorfer Reserve aufzulaufen. Neben einigen Rückkehrern und Spielern aus der eigenen Jugend steht auch Starke (143 Regionalligaspiele, 23 Tore) selbst zur Verfügung. „Ich würde helfen, um den Einstieg zu erleichtern, stelle mich aber hinten an.“ Denn der eigentliche Sinn des Teams ist ein anderer. „Wir wollen den Jugendlichen im Verein wieder eine Perspektive im Erwachsenenbereich bieten und verhindern, dass bei uns ausgebildete Spieler zur Konkurrenz wechseln. Das ist ärgerlich“, gibt Starke zu.



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Der Neustart müsste ganz unten in der Kreisklasse erfolgen. „Ziel ist es, möglichst schnell ein, zwei, drei Klassen hoch zu kommen, um ein gewisses Niveau zu erreichen, das dem Verein gut zu Gesicht steht“, erklärt Starke die Pläne. Der 34-Jährige hat zusammen mit Heiko Weinert das entsprechende Konzept ausgearbeitet, das vom Vorstand mitgetragen wird und würde nun als „Spieler, Spielertrainer oder was auch immer vorangehen“. Erfahrung als Übungsleiter bringt der Haudegen weiß Fußballgott genug mit. Seit fünf Jahren engagiert er sich im Nachwuchsbereich des ZFC. Tat das auch schon bei seinen vorherigen Stationen Lok Leipzig und VfL Leverkusen.

Gab keine spielfähige Mannschaft

Die Rückschau auf den vergangenen Sommer fällt ihm derweil schwer. „Ich möchte nicht in alten Wunden bohren, sondern nach vorn schauen. Wir hatten eine wunderbare Zeit und einen wunderbaren Trainer.“ Der hieß David Kwiatkowski und betreut seit Anfang des Jahres Thüringenligist Weida. Dennoch weiß Starke um die unglückliche Situation. „Für Außenstehende sieht das ein bisschen komisch aus, nach nur einem Jahr Pause plötzlich wieder loszulegen.“ Die Gründe damals: „Es wurde sicher auch teuer für den Verein, die Jungs mussten Entscheidungen treffen und plötzlich standen wir vor dem Nichts.“ Sprich: Es gab keine spielfähige Mannschaft mehr.

Starke beendete daraufhin trotz einiger Angebote seine Laufbahn. Vom Fußball abgelassen hat er trotzdem nie, ist nicht nur Coach der Meuselwitzer E-Junioren, sondern übt auch einmal pro Woche mit der B-Jugend. Nebenbei verfolgt er seine Trainer-Ausbildung weiter, geht seine Jugend-Elitelizenz an. Und künftig könnte er sich womöglich wieder sporadisch das ZFC-Leibchen überziehen, das er zuvor schon insgesamt neun Jahre lang trug. „Wir sind ein Regionalliga-Verein mit Ambitionen, machen einen guten Job im Nachwuchsbereich. Da steht uns auch eine zweite Mannschaft gut zu Gesicht. Ich sehe mich als ehemaliger Spieler, der dem Verein viel zu verdanken hat, in der Pflicht, hier wieder etwas entstehen zu lassen.“

Nun muss nur noch das Wie und Wann geklärt werden. Aber das kann Manuel Starke wenig bis gar nicht beeinflussen.

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