29. Mai 2020 / 12:03 Uhr

Wiedereinstieg ins Training beim Roßweiner SV: „Habe mir einiges einfallen lassen“

Wiedereinstieg ins Training beim Roßweiner SV: „Habe mir einiges einfallen lassen“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Symbolbild
Beim Roßweiner SV kann bald zumindest im Training wieder gegen den Ball gekickt werden. © dpa
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Die Saison wurde abgebrochen und so ruht derzeit in Roßwein noch der Ball. Dies wird sich am Donnerstag ändern, wenn wieder ins Training gestartet wird.

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Roßwein. Eine kleine Portion sportliche Normalität ist mittlerweile bereits mitzuerleben – im Fernsehen bei den Profikickern. „Ich schaue gerade Bundesliga, Dortmund gegen Bayern, es steht noch 0:0. Endlich mal keine Konserve. Und Zeit zum Gucken ist ja weiterhin, bei uns im Amateurbereich ist in Sachen Fußball schließlich leider noch nicht viel los.“

Immerhin kann sich Jörg Soujon als Trainer des Kreisoberligisten Roßweiner SV auf den unverändert mit Einschränkungen verbundenen Wiedereinstieg seiner eigenen Mannschaft in den Trainingsbetrieb freuen. Ein erster Silberstreif am Horizont nach einer sage und schreibe elf Wochen andauernden Corona bedingten Zwangspause. „Am Donnerstag fangen wir an, ich habe mir einiges einfallen lassen. Das Fußball spielen werden die Jungs mit Sicherheit nicht verlernt haben, aber es gibt immer etwas zu verbessern. Im Vordergrund werden zunächst Dinge wie Passformen und Torschusstraining stehen, denn auch 'Totti' ist äußerst hungrig nach Beschäftigung.“

„Haben unser Saisonziel erreicht“

Gemeint ist Keeper Torsten Jentzsch, einer der absoluten Leistungsträger beim Tabellenzweiten des offiziell noch laufenden Spieljahres. Nach dem einjährigen Abenteuer in der Landesklasse (übrigens hatte sich die damalige BSG Motor Roßwein von 1969 bis 1971vor teilweise vierstelligen Zuschauern in der damit vergleichbaren Bezirksliga unvergessene Duelle unter anderem mit dem Lokalrivalen Motor Döbeln geliefert) ist das Team aus dem Stadion an der Haßlauer Straße in die angestammte Umgebung zurück gekehrt. Wo es nun nach 2007/2008 erneut auf den Vizemeistertitel hinaus läuft. Eine Platzierung, mit welcher der vor dem Spieljahr vom HFC Colditz gekommene 45-jährige Coach keineswegs unzufrieden ist.

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„Wir haben unser Saisonziel erreicht, wenngleich wir natürlich sehr gerne Erster geworden wären. Klar ist es schade, dass vorzeitig Schluss ist. Schließlich waren wir nah dran am Spitzenreiter Borna und wenn die sechs Punkte Abzug nicht gewesen wären, wer weiß ….“ Laut des RSV-Trainers war selbst ein Gerüchte weiser im Raum stehender Verzicht auf einen möglichen Wiederaufstieg beileibe noch nicht in Sack und Tüten.

34 Tore: mehr Treffer als Hälfte der Staffel-Konkurrenz

„Die Idee hinsichtlich eines abermaligen Sprungs nach oben bestand durchaus, wir hätten da auf jeden Fall Gespräche mit den Spielern geführt. Jetzt gilt es jedoch erst einmal abzuwarten, wann und wie es überhaupt weiter geht. Auch deshalb haben wir bisher keine besonderen Anstrengungen in Sachen punktueller personeller Verstärkungen unternommen. Zumal die Truppe zweifellos auch ohne Zugänge ihre Qualitäten besitzt.“

In der Tat, allein Benjamin Brambor und Stephan Krondorf haben mit zusammen 34 Toren mehr Treffer erzielt als die Hälfte der Staffel-Konkurrenz insgesamt. Und so freut man sich bei den Roßweinern auf die kommende Saison, welche ähnlich erfolgreich absolviert werden soll wie die bald abgelaufene. Wobei sich der Cheftrainer mit dem derzeitigen Niveau in der Liga nicht so recht anfreunden kann: „Die Kreisoberliga hat nicht mehr die spielerische Klasse wie früher, das Leistungsgefälle ist doch ziemlich groß geworden. Und wenn man mit fünf oder sechs Treffern Unterschied gewinnt, macht es halt auch keinen richtigen Spaß.“

Momentan allerdings könnten Jörg Soujon und seine Mitstreiter selbst mit einem Kantersieg sehr gut leben. Hauptsache das runde Leder rollt wieder. Und das nicht nur im Training, sondern ebenso im Punktekampf. Wenigstens hat das Virus dem Roßweiner SV wie bei manch anderem Verein geschehen kein ausgefallenes Vereinsjubiläum beschert. 120 Jahre alt wird der RSV nämlich erst 2021. Und bis dahin ist Corona hoffentlich endgültig überwunden.