10. August 2022 / 18:30 Uhr

Wiedersehen im Supercup zwischen Real und Frankfurt: Was die Weltmeister Kroos und Götze eint

Wiedersehen im Supercup zwischen Real und Frankfurt: Was die Weltmeister Kroos und Götze eint

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Toni Kroos und Mario Götze blicken auf eine lange gemeinsame Vergangenheit zurück.
Toni Kroos und Mario Götze blicken auf eine lange gemeinsame Vergangenheit zurück. © Getty Images/IMAGO/Sven Simon/Kessler-Sportfotografie (Montage)
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Seit dem WM-Titel 2014 gingen die Karrieren von Toni Kroos und Mario Götze in zwei unterschiedliche Richtungen. Vor dem Duell im europäischen Supercup blickt der SPORTBUZZER auf die gemeinsamen Erlebnisse als Teamkollegen oder Gegner - und auf eine auffällige Parallele.

Mitte Juli waren Toni Kroos und Mario Götze wieder vereint - zumindest am Mikrofon. Im Podcast "Einfach mal Luppen" der Brüder Toni und Felix Kroos war Götze, da gerade frischer Zugang bei Eintracht Frankfurt, als Gast geladen. Sie plauderten über die Bundesliga-Rückkehr des WM-Finaltorschützen von 2014, seine herausfordernde Zeit in Holland bei der PSV Eindhoven und sein Verhältnis zu dessen Ex-Coach Jürgen Klopp. An diesem Mittwoch (21 Uhr, RTL und DAZN [Anzeige]) treffen Kroos und Götze erstmals knapp fünf Jahren wieder auf dem Platz aufeinander - als Gegner im europäischen Supercup zwischen Champions-League-Gewinner Real Madrid und Europa-League-Sieger Frankfurt.

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Das bisher letzte Duell der beiden Profis datiert vom September 2017 in der Gruppenphase der "Königsklasse" zwischen Borussia Dortmund und Real. Sieben Partien gab es insgesamt bereits zwischen den beiden. Götze spielte jeweils für den BVB und gewann die ersten beiden, als Kroos für den FC Bayern auflief. Drei der fünf weiteren gewann Kroos: zwei im Dress der Münchener, das bislang letzte vor rund fünf Jahren mit Real. Zwei Begegnungen endeten Remis. Die Bilanz spricht mit drei zu zwei Siegen folglich knapp für den Madrid-Profi.

Deutlich häufiger standen Götze und Kroos als Teamkollegen auf dem Feld. 33 gemeinsame Spiele im Trikot des FC Bayern München absolvierten sie in der Saison 2013/14, ehe Kroos zu den Königlichen wechselte. Dann kam das gemeinsame Highlight, als sie im Juli 2014 den WM-Pokal in die Nacht von Rio de Janeiro stemmten. 46 gemeinsame Partien waren es in der deutschen Nationalmannschaft von November 2011, einem schnöden 0:0 im Testspiel gegen Schweden in Göteborg, bis November 2017, als sie letztmals gemeinsam unter dem damaligen Bundestrainer Joachim Löw beim 2:2 gegen Frankreich auf dem Feld standen.

Für Götze gab es bis heute keinen weiteren Auftritt im Deutschland-Trikot. Kroos beendete seine DFB-Karriere nach dem Achtelfinal-Aus bei der EM im vergangenen Jahr. Als der gebürtige Greifswalder diese Entscheidung bekanntgab, bekam er viel Gegenwind. Sein ehemaliger Weggefährte, der seinerzeit bei der PSV Eindhoven langsam wieder zurück zu alter Stärke gefunden hatte, verteidigte Kroos gegen aufkeimende Kritik. Dieser sei "ein großer internationaler Spieler", der eine "ungeheure Qualität auf den Platz bringt".

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Allein: Eine besonders enge Bindung wird den beiden nicht nachgesagt. Auch die sportliche Entwicklung ging weit auseinander. Während der eine Jahr um Jahr mehr Erfolge feierte und mittlerweile der erfolgreichste deutsche Titelsammler ist (u.a. fünfmal Champions League sowie je dreimal Meister in Spanien und Deutschland), hatte der andere einige Rückschläge zu verkraften. Kroos wurde in Madrid zum gefeierten Helden, Götze musste sich - auch wegen gesundheitlicher Probleme - immer wieder zurück kämpfen. Im Sommer 2020 bekam er beim BVB keinen Vertrag mehr und machte den Schritt aus dem Rampenlicht nach Eindhoven.

Trotz der unterschiedlichen Karriereverläufe haben Götze und Kroos doch eine gemeinsame Erfahrung gemacht: Sie sind in Deutschland, trotz des WM-Triumphs von 2014, nie wirklich verehrt worden. Der eine räumt einen Titel nach dem anderen ab, muss sich aber entweder als "Querpass-Toni" betiteln lassen oder überharte Kritik von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß bekommen ("Hat in diesem Fußball nichts mehr verloren"). Zuletzt beschwerte er sich nach dem Champions-League-Sieg bei ZDF-Reporter Nils Kaben über die mangelnde Wertschätzung in seiner Heimat, weil der aus seiner Sicht zu kritische Fragen stellen.

Götze hängt der WM-Treffer noch heute nach

Der andere wird stets am Tor von vor acht Jahren gemessen, das im kollektiven Gedächtnis geblieben ist. Im Interview mit der französischen L'Équipe im Juni dieses Jahres sprach Götze darüber, dass er heute noch regelmäßig nur damit in Verbindung gebracht wird: "Manchmal sagen es mir Leute auch, wenn sie auf der Straße an mir vorbeikommen." Das machte es ihm letztlich schwer, mit den an ihn geknüpften Erwartungen immer Schritt zu halten. Uneingeschränkte Wertschätzung vermisste er hierzulande ebenso wie sein Ex-Kollege Kroos.

Wenn sich die Wege im Supercup in Helsinki, rund 950 Kilometer nordöstlich vom Ort des ersten gemeinsamen Spiels für die DFB-Elf, nun wieder kreuzen, ist die Favoritenrolle derweil recht klar verteilt. Nicht erst nach der 1:6-Pleite der Eintracht beim Bundesliga-Auftakt gegen Bayern wäre alles andere als ein Sieg von Real eine Überraschung. So oder so wird der Fokus beim direkten Duell auf Götze und Kroos liegen wird - diesmal wird aber nur einer der beiden den internationalen Titel gewinnen.

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