01. Oktober 2022 / 13:50 Uhr

Von Europa-Held bis Kaffee-Jubel: Fünf große Momente von BVB-Stürmer Anthony Modeste beim 1. FC Köln

Von Europa-Held bis Kaffee-Jubel: Fünf große Momente von BVB-Stürmer Anthony Modeste beim 1. FC Köln

Timon Zöfelt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Anthony Modeste erlebte beim 1. FC Köln eine erfolgreiche Zeit.
Anthony Modeste erlebte beim 1. FC Köln eine erfolgreiche Zeit. © IMAGO/Eduard Bopp/Eibner/Laci Perenyi (Montage)
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Mit Borussia Dortmund trifft Anthony Modeste am Samstag auf seinen Ex-Klub 1. FC Köln. Dort erlebte der 34-Jährige einige unvergessene Highlights. Der SPORTBUZZER blickt auf fünf große Modeste-Momente im Trikot der Rheinländer.

"Modeste, Modeste, Anthony Modeste", hallte es seit 2017 regelmäßig durch die Arena des 1. FC Köln. 2015 von Bundesliga-Konkurrent TSG Hoffenheim zu den Rheinländern gewechselt, spielte sich Anthony Modeste schnell in die Herzen der FC-Fans – selbst ein Song wurde dem torgefährlichen Angreifer nur rund eineinhalb Jahre nach seiner Ankunft gewidmet. Brillenjubel, Derby-Tore und sportliche Glanzleistungen machten den gebürtigen Franzosen zum Fanliebling in der Karnevals-Hochburg Köln. Doch im Sommer 2022 kehrte der "glühende Anhänger des 1. FC Köln" seinem Herzensklub den Rücken – ein drittes Mal.

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Der erneute Weggang des Angreifers – diesmal zu Borussia Dortmund – stieß vielen Kölner Fans und auch Trainer Steffen Baumgart gerade aufgrund der besonderen Beziehung zwischen Spieler und Klub sauer auf. Klar ist dennoch: Modeste sorgte im Trikot der Rheinländer sowohl auf dem Platz als auch abseits des Rasens für einige herausragende Momente, die ihn beim FC unvergessen machen. Am Samstag trifft der Stürmer mit dem BVB an alter Wirkungsstätte auf seinen Ex-Klub (15.30 Uhr, Sky). Vor dem Wiedersehen blickt der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), auf fünf große Modeste-Momente beim 1. FC Köln.

Europapokal-Traum wird wahr

Zwei Jahre war Modeste in Köln, da gelingt dem Team Historisches. Am Ende der Saison 2016/17 kletterte der FC am letzten Bundesliga-Spieltag dank eines Erfolgs gegen Mainz 05 (2:0) auf Europa-League-Platz fünf. Nach 25 Jahren Abstinenz feierte Köln um Trainer Peter Stöger die Rückkehr auf die europäische Bühne. Mittendrin: Anthony Modeste. Der Franzose avancierte mit 25 Saisontoren zum unverzichtbaren Part in der Kölner Offensive und trug einen erheblichen Anteil zum geschichtsträchtigen Europa-Comeback bei. Die Fans trugen den Angreifer im Anschluss auf Händen. Gebracht hat es nichts: Den damals 29-jährigen Modeste zog es nach China, Köln stieg in der Folgesaison als Tabellenletzter ab – ein weiterer Beleg dafür, wie wichtig er für den Klub war.

Die umjubelte Köln-Rückkehr

Etwas mehr als ein Jahr dauerte es, bis Modeste ein zweites Mal in Köln anheuerte. Im November 2018 holte der damalige Zweitligist den Stürmer zurück in die Domstadt. Der Klub profitierte dabei von der rückwirkenden Auflösung des Modeste-Vertrags bei seinem chinesischen Arbeitgeber Tianjin und sicherte sich die Dienste des Mittelstürmers ohne auch nur einen Cent an Ablöse zu bezahlen. Zehn Einsätze und sechs Tore im deutschen Unterhaus später stand der Aufstieg in die deutsche Belétage. Modeste war wieder da!

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Kult-Jubel mit der Schiebermütze von Trainer Steffen Baumgart

Doch trotz aller Euphorie folgten zwei ernüchternde Spielzeiten, in denen Modeste in 38 Pflichtspielen lediglich fünf Treffer beisteuerte und einen erfolglosen Abstecher in die Ligue 1 zur AS St. Etienne (acht Einsätze, null Tore) folgen ließ. Die gute Nachricht für den FC: Im Anschluss an sein kurzes Intermezzo in sein Heimatland schlug Modeste in Köln dann wieder voll ein – und sorgte sowohl sportlich als auch mit anderweitigen Kabinettstückchen für Aufsehen. Unvergessen bleibt der Torjubel nach seinem Ausgleichstreffer zum 2:2-Endstand gegen Union Berlin im November 2021. Der Torjäger schnappte sich in seiner Ekstase die Schiebermütze von Trainer Baumgart und vollführte ein Tänzchen – eine Kult-Szene, die in jeden Saison-Rückblick gehört.

Häme für Ex-Köln-Manager Jörg Schmadtke

Weniger versöhnlich zeigte sich Modeste nur einen Monat später. Mal wieder schoss er Köln zum Sieg, traf am 16. Bundesliga-Spieltag in der 89. Minute gegen den VfL Wolfsburg zum 3:2. Es war die sechste Pflichtspielpleite für die Niedersachsen hintereinander. Modeste, der bei seinem China-Wechsel 2017 in einen Streit mit dem damaligen Köln-Manager und jetzigen Wolfsburger Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke geraten war, machte im Anschluss aus seiner Schadenfreude keinen Hehl. "Wir haben in Wolfsburg gespielt und gewonnen, gegen die Mannschaft von Schmadtke", sagte er der ARD: "Man trifft sich immer zwei Mal im Leben. Es ist schön, hier zu gewinnen und Wolfsburg in die Krise zu schicken."

Skurrile Kaffee-Werbung

Etwas verstörend wurde es dann im April 2022. Modeste erzielte am 31. Spieltag beim 3:1 gegen Arminia Bielefeld das Führungstor zum zwischenzeitlichen 2:1. So weit, so gut. Doch im Anschluss zückte er aus einer FC-Tüte aus dem Fanshop eine Packung des von ihm produzierten Kaffees, hielt diese in die Kamera und warf sie anschließend in die Ränge. Rüffel gab es dafür nicht nur von Coach Baumgart. Auch der DFB forderte den Stürmer auf, "derartiges sportrechtswidriges Verhalten zukünftig zu unterlassen". Eine Strafe gab es jedoch nicht.

Trotz einiger Nebengeräusche endete die Saison für Modeste und den 1. FC Köln aus sportlicher Sicht mindestens zufriedenstellend. Auch die 23 Modeste-Tore in seinen 35 Pflichtspielen hievten den FC auf Conference-League-Platz sieben und ein weiteres Mal nach Europa. Kurz bevor er endgültig zur Legende aufstieg, trennten sich die Wege zwischen Angreifer und Klub jedoch ein weiteres Mal. Der BVB klopfte auf der Suche nach einem Ersatz für den an einem Hodentumor erkrankten Neuzugang Sebastien Haller an. Modeste ergriff die Chance, mit 34 Jahren noch einmal in der Champions League zu spielen, am Schopf – bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Sein Arbeitsnachweis bei den Westfalen enthält acht Spiele und ein mageres Tor.

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