11. Juli 2021 / 16:57 Uhr

Wiker SV: Die Minimalisten wollen die Ost-Klubs ärgern

Wiker SV: Die Minimalisten wollen die Ost-Klubs ärgern

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Mannschaftsfoto des Wiker SV für die Saison 2021/22.
Mannschaftsfoto des Wiker SV für die Saison 2021/22. © Manuel Puderbach
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Ende August beginnt im Amateurfußball die neue Saison. Nach der abgebrochenen Spielzeit im vergangenen Jahr ein neuer Anlauf auch für die Top-Vereine unserer Region. Hier im KN-Sportbuzzer stellen wir bis zum Start der neuen Runde in unserem „Saison-Check“ alle regionalen Verbands-, Landes- und Oberligisten vor, analysieren die Qualität der Mannschaft, die Spielphilosophie des Trainers und geben eine Prognose ab, wo das Team am Ende landen kann. Diesmal: Ost-Verbandsligist Wiker SV.

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Fortan in der Fußball-Verbandsliga Ost antreten wird nun wieder der Wiker SV, der im Vorjahr noch in der Nord-Ost-Staffel eingruppiert wurde. Weichen muss dafür der TSV Gremersdorf, der sich nun mit den Teams der Verbandsliga Süd-Ost messen wird. „Für uns kommt die Einteilung in die neue Spielklasse doch recht überraschend und unerwartet. Ich verstehe diese Entscheidung zwar nicht, doch wir freuen uns auf die neue Liga. Es erwartet uns eine qualitativ sehr hochwertig besetzte Spielklasse mit vielen Mannschaften, die wir sehr gut kennen“, erklärt WSV-Coach Dannie Osterhoff.

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Wer kam, wer ging?

Mit Tristan Lüer (TuS Rotenhof), Dahir Abukar Mohamud (eigene A-Jugend) und Michel Urhammer (SG Felde/Stampe) gesellen sich drei neue Akteure zum WSV. Von Bord geht hingegen Justus Harmsen, der sich dem Oberligisten TSV Kronshagen anschließt. Darüber hinaus haben sich kurzzeitig noch zwei weitere Abgänge ergeben. Steven Weber hat seinen Lebensmittelpunkt nach Flensburg verlegt und wird fußballerisch nun für den FC Tarp Oeversee aktiv sein, während es Timo Adamsky nach Hamburg verschlägt. „Wir haben nun drei Leistungsträger weniger im Team und müssen das nun irgendwie als Mannschaft auffangen“, hofft Osterhoff.

Star der Mannschaft

Beim WSV gibt es im Grunde keinen Spieler, der in sportlicher Hinsicht irgendwie herausragt und deutlich besser ist als andere Akteure im Team. Am Auberg ist die Mannschaft der Star. „Die Wik zeichnet sich seit Jahren durch eine mannschaftliche Geschlossenheit aus. Und es ist auch unser Bestreben, dass dies auch so Zukunft so bleiben wird. Wenn ich jedoch zwingend einen Spieler hervorheben müsste, dann würde ich wohl Sascha Lazinka nennen. Er ist schließlich schon seit dem Jahr 2006 im Verein. Und das ununterbrochen. Eine derartig lange Vereinstreue ist in der heutigen Zeit sicherlich eine ziemliche Seltenheit“, so Osterhoff.

Philosophie des Trainers

Die Wiker sind Minimalisten. Die Anzahl der erzielten Tore fällt im Vergleich zu den bisherigen Ligakonkurrenten eher bescheiden aus, seitdem Dannie Osterhoff das Traineramt beim WSV übernommen hat. Eine Tatsache, die sich tabellarisch aber nicht nachteilig auswirkte, da der WSV zugleich auch verhältnismäßig wenig Gegentreffer hinnehmen musste. „Unser Ziel muss es sein, dass keine Mannschaft gerne gegen uns spielen möchte. Wir haben klare Strukturen, wie wir gegen den Ball arbeiten wollen. Und bei eigenem Ballbesitz wollen wir flexibel und gefährlich sein“, erklärt Osterhoff, der seine Schützlinge mit einer variablen 4-2-3-1- Formationen aufs Feld schicken wird.

Erwartungen und Ziele zur neuen Saison

„Aufgrund der langen Pause wird es enorm wichtig sein, dass wir eine ordentliche Vorbereitung absolvieren. Die Fitness muss schließlich zunächst wieder erlangt werden. Darüber hinaus müssen taktische und spielerische Elemente bei meinen Jungs auch erst einmal wieder auf die Festplatte. Jetzt schon konkrete Ziele für die Saison zu definieren, dafür ist es definitiv noch viel zu früh. Unser Ziel muss darin bestehen, dass wir uns von Anfang von den unteren Plätzen fernhalten“, erklärt Osterhoff. Die besten Aussichten auf den Meistertitel haben nach Ansicht des WSV-Trainers der TSV Plön und die SSG Rot-Schwarz Kiel.

Die Sportbuzzer-Prognose

Seit der Saison 2019/20 darf der WSV sich wieder auf Verbandsliganiveau beweisen. Und seitdem bestach der WSV durch konstante Leistungen. Deutliche Niederlagen gab es kaum, nahezu immer bewegte sich die Osterhoff-Elf mit ihren Gegnern auf Augenhöhe. Im Vorjahr wurden zwar nur sechs Spiele absolviert, doch auch diese kleine Zwischenbilanz hätte kaum positiver sein können, schließlich rangierte der WSV zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs an der Tabellenspitze. Kurzum: Der Wiker SV präsentiert sich beständig und hat sich in der Liga etabliert. Sollte die Osterhoff-Truppe auch weiterhin die bisherige Leistungsbereitschaft an den Tag legen, dann dürfte trotz der Abgänge eine sorgenfreie Serie bevorstehen.