09. Oktober 2021 / 21:19 Uhr

Wildes 28:28! Fallersleben kassiert nach Aufholjagd noch den Last-Second-Ausgleich

Wildes 28:28! Fallersleben kassiert nach Aufholjagd noch den Last-Second-Ausgleich

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ganz nah dran: Am Ende gab's für VfB-Coach Mike Knobbe und sein Team ein 28:28 in Duderstadt.
Ganz nah dran: Am Ende gab's für VfB-Coach Mike Knobbe und sein Team ein 28:28 in Duderstadt. © Britta Schulze
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Erst standen sie im Stau, dann verpennten sie den Start. Doch die Handballer des VfB Fallersleben bewiesen Comeback-Qualitäten, sahen schon wie der Sieger im Oberliga-Duell beim TV Jahn Duderstadt aus - dann brach die allerletzte Sekunde an...

Was für eine Aufholjagd, was für ein Krimi, was für ein Drama! Der VfB Fallersleben hatte spät beim TV Jahn Duderstadt die Weichen doch noch auf Sieg gestellt, um dann in tatsächlich allerletzter Sekunde den Gegentreffer zum 28:28 (14:17) zu kassieren. "Wir haben nicht aufgegeben, hätten das über die Zeit kriegen müssen. Aber letztendlich ist es auch gerecht, Duderstadt hat nochmal alles gegeben", so VfB-Coach Mike Knobbe.

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Zunächst verpennte Fallersleben den Start, lag 1:5 (6.) hinten. "Wir sind dann die erste Hälfte immer drei, vier Toren hinterhergelaufen, haben überhaupt vor der Pause zu viele Treffer kassiert", so Knobbe. Warum der VfB nicht in Fahrt kam? Vielleicht lag's am Stop-and-go-Verkehr auf dem Hinweg. "Das ging zwei Stunden so. Wir saßen die ganze Zeit im Stau fest", berichtet der VfB-Coach. Im Bus dabei: die Rückkehrer Bert Hartfiel (nach Erkrankung) und der zuletzt beruflich verhinderte Tim Schroeter. Dafür waren weder Christian Lopez (Oberschenkelzerrung) noch Tim Grassel (beruflich) mit an Bord. "Dass damit die etatmäßigen Mittelmänner gefehlt haben, war natürlich nicht von Vorteil", so Knobbe.

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Die Partie ging dann mit 45 Minuten Verspätung los, wurde um 18.15 Uhr angepfiffen. Verspätet kam auch Fallersleben in die Partie. Doch nach dem 18:22 (42.) kippte das Match mehr und mehr in Richtung des VfB. Sieben Minuten vor dem Ende hatte Fallersleben erstmals ausgeglichen. 24:24. "Ich dachte: 'Wir haben die Kurve gekriegt'", so der Coach. Der VfB legte nach, Marcel Wolff traf. Paul Hoffmann eiskalt vom Punkt - 26:24 (57.) für die Gäste.

Aber: Duderstadt fightete, auch nachdem Louis Fuhlrott zweimal getroffen hatte. So blieb sein 28:26 84 Sekunden vor dem Ende der letzte VfB-Treffer im Spiel. Der TV Jahn verkürzte und kam nach einem Stürmerfoul in Ballbesitz, Fallerslebens Tim Tangermann kassierte kurz darauf eine Zeitstrafe, er hatte den Abstand beim Freiwurf nicht eingehalten. "Da haben wir zwei Entscheidungen getroffen, die nicht gut für uns waren", sagt Knobbe.

Jetzt standen vorm Freiwurf des Gastgebers noch fünf Sekunden auf der Uhr. "Da ist dann eben auch noch ein Pass möglich. Das ist dann das Problem, dass du da nicht nur eine Deckung hinstellt, sondern auch auf Außen aufpassen musst", sagte der Trainer. Duderstadts Justin Brand traf dann in der allerletzten Sekunde. "Er hat das sehr gut entschieden und sehr gut getroffen. Das muss man dann auch einfach so akzeptieren", so Knobbe.

Er bilanziert: "Wir müssen den Kopf nicht in den Sand stecken. Man muss dem Team ein Kompliment machen, dass es überhaupt nochmal zurückgekommen ist." Natürlich sei es ärgerlich, wenn man dann eine Zwei-Tore-Führung mit dem Schlusspfiff noch abgibt, aber: "Duderstadt hat auch wie verrückt um jeden Ball gefightet." Und den letzten versenkt. Damit hatten die Remis-Könige aus Duderstadt (drei Unentschieden in vier Spielen) wieder zugeschlagen. Für den VfB war es die erste Punkteteilung in der noch jungen Oberliga-Historie des Vereins.


Weiter geht's für Fallersleben, das auf Tabellenplatz vier steht, am 16. Oktober (15 Uhr) vor heimischer Kulisse gegen die SG Börde Handball.

VfB: Wilken, Lührs - Hoffmann (3/2), Tangermann (1), Hartfiel (6), Frerichs (3/1), Wolff (1), Schroeter (8), Siggelkow, Bangemann, Meurer (1), Fuhlrott (2), Behrens (2), Ranogajec (1).