12. Oktober 2020 / 09:02 Uhr

William auf dem Weg zurück ins Wolfsburger Team

William auf dem Weg zurück ins Wolfsburger Team

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Acht Monate danach:  VfL-Rechtsverteidiger William ist wieder bei der Mannschaft – und heiß aufs Comeback.
Acht Monate danach:  VfL-Rechtsverteidiger William ist wieder bei der Mannschaft – und heiß aufs Comeback. © Boris Baschin
Anzeige

Acht Monate nach seinem Kreuzbandriss kehrt Rechtsverteidiger William beim VfL Wolfsburg nach und nach ins Mannschaftstraining zurück. Dass sein Verein auf seiner Position einen Neuen holte, kann der Brasilianer verstehen.

Anzeige

Acht Monate ist es jetzt her, dass ein eher harmloses Foul schwere Folgen hatte. Nicht für Erik Thommy, den gefoulten Mittelfeldspieler von Fortuna Düsseldorf. Sondern für den Foulenden, dessen Knie sich dabei so verdreht hatte, dass er vom Platz humpeln musste. Einen Tag später gab es für William die bittere Diagnose: Kreuzbandriss. Seitdem kämpft der brasilianische Rechtsverteidiger des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg sein Comeback.

Ein Kampf, der selbst für diese schwere Art der Knieverletzung ungewöhnlich lange dauert. „An den Moment der Verletzung möchte ich nicht zurückdenken. Es war ein schwerer Moment für mich. Ich habe sofort gespürt, dass es eine schlimme Verletzung ist. Ich hatte große Schmerzen. Die ersten Tage danach waren auch sehr hart“, sagt William. „Aber das ist jetzt vorbei, und ich bin bereit und glücklich, wieder mehr machen zu können.“ Denn jetzt steht für ihn nach und nach die Rückkehr ins Mannschaftstraining an. „Am Mittwoch habe ich zum ersten Mal ein bisschen mit der Mannschaft trainiert und hatte keine Schmerzen“, erzählt der 25-Jährige glücklich. „Ich hoffe, dass ich bald wieder jeden Tag mit der Mannschaft trainieren kann.“ In dieser Woche soll es so weit sein. Aber wir wollen alles langsam angehen.“

Mehr zum VfL Wolfsburg

Ob William in diesem Jahr noch einmal spielen wird, ist ungewiss – und nicht alles lief glatt auf seinem Weg zurück. Zur Reha flog er zusammen mit seiner damals schwangeren Frau nach Brasilien, dann machte dort Corona alles schwieriger - die Behandlungen, die Therapien, die geplanten Reisen nach Wolfsburg zum Knie-Check. Als er im Juli, vier Wochen nach der Geburt von Söhnchen Noah, wieder nach Deutschland kam, war klar: Nicht nur das Knie muss wieder in Ordnung kommen, auch die gesamte körperliche Fitness muss erst einmal wieder das alte Niveau erreichen.

„In Brasilien war alles natürlich noch sehr langsam und vorsichtig, da ich Schmerzen hatte“, sagt er. „Aber seit ich zurück in Deutschland bin, ist die Arbeit sehr intensiv. Ich laufe viel. Im Großen und Ganzen war die Reha sehr gut, ich durfte immer mit den besten Rehatrainern und Physios zusammenarbeiten.“ Zuletzt machte William mit Rehatrainer Michele Putaro auf dem Platz vor allem wieder Übungen mit dem Ball. Es sei dabei, wie er zugibt, „auch jetzt noch sehr schwer, geduldig zu sein, denn ich will der Mannschaft natürlich unbedingt helfen“.

Weil nicht nur William lange ausfiel, sondern sich mit Kevin Mbabu ein weiterer Rechtsverteidiger verletzte, legte der VfL auf dem Transfermarkt nach und holte Ridle Baku aus Mainz. Droht da ein harter Konkurrenzkampf? „Wir profitieren aber alle davon, weil wir einen weiteren Spieler dazugewinnen konnten“, so William diplomatisch. „Ich arbeite jetzt daran, zurückzukommen, gut zu trainieren und mir die Chance zu erarbeiten, wieder spielen zu dürfen. Ich habe großes Vertrauen in mich, dass ich bald zurück bin und der Mannschaft helfen kann.“

Den bisherigen Saisonverlauf des VfL verfolge William vor allem vor dem Fernseher. „Der Anfang ist meistens schwer“, sagt er, „die Bundesliga ist sehr stark. Aber ich denke, dass wir uns von Spiel zu Spiel steigern werden.“ Die Europa League sei nach der frustrierenden Pleite in Athen „jetzt Geschichte, wir müssen uns auf die Bundesliga konzentrieren und nach vorne schauen.“ Und: „Ich bin nicht enttäuscht darüber, nicht in der Europa League dieses Jahr spielen zu können – sondern sehr traurig darüber, dass ich meiner Mannschaft in den Quali-Spielen nicht helfen konnte und nicht für sie da sein konnte.“