21. Juli 2021 / 08:34 Uhr

Willkommen und Abschied bei RB Leipzig: Olá, André Silva! Ha det, Alexander Sörloth?

Willkommen und Abschied bei RB Leipzig: Olá, André Silva! Ha det, Alexander Sörloth?

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Werden eher nicht gemeinsam für RB auflaufen: Alexander Sörloth (l.) und André Silva.
Werden eher nicht gemeinsam für RB auflaufen: Alexander Sörloth (l.) und André Silva. © dpa / Privat
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RB Leipzigs Königstransfer André Silva war schon 60 Stunden vor seinem Dienstantritt  in der Messestadt und befindet sich auf Wohnungssuche. Dagegen steht der Norweger Alexander Sörloth, der zuletzt von Coach Jesse Marsch überschwänglich gelobt und zum bisherigen Mann der Vorbereitung gekürt wurde, nun doch vor dem Abschied.

Leipzig. In früheren Zeiten nahmen Fußballspieler im Sommer-Urlaub zuverlässig zu, sahen die drei, vier, fünf Kilo Übergewicht als Schwungmasse für die Qual der Vorbereitung. Anno dazumal galt ein Vorbereitungstraining nur dann als zielführend und der Willensbildung dienlich, wenn es den Spielern nach dem x-ten Berglauf mit Teamkollegen auf dem Buckel speiübel wurde. Als Branko Zebec und Co. das Sagen hatten, stand Flüssigkeitsaufnahme während des 30-Grad-Übens auf dem Index, harrten dafür hochgeistige Getränke im geheimen Kabinen-Kühlschrank. Und, ja, es gab tatsächlich Sportkameraden, die den Urlaub eigenmächtig um ein paar Tage ausdehnten und die dazugehörige Geldstrafe bei Dienstantritt kaltlächelnd abdrückten. Insbesondere unumschränkte Stammspieler.

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Silva auf Wohnungssuche

2021 ticken die Uhren anders. Heute kommen Fußballer fitter und schlanker aus dem Urlaub als sie ihn angetreten haben. Siehe der ungarische Nationalspieler Willi Orban in Diensten der Roten Bullen. Nach dem ersten Training am Dienstag am Cottaweg war klar: Publikumsliebling Willi, 28, hat die EM gespielt, sich danach kurz geschüttelt, weiter trainiert, Eisen gebogen, Wasser getrunken und seinen Körperfettwert unter sechseinhalb Prozent gedrückt. Willi kommt von Willen.

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Schwungmasse kennt auch André Silva nur vom Hörensagen. Und ein Überziehen des Urlaubs kommt für den 25-jährigen Mittelstürmer gar nicht in Frage. Im Gegenteil. Der Ex-Frankfurter schlug 60 Stunden vor dem avisierten Termin bei seinem neuen Arbeitgeber auf, nächtigte von Montag auf Dienstag im Penta-Hotel, machte am Cottaweg seine Aufwartung, übernahm dort seinen Dienst-Touareg und besichtigte anschließend zusammen mit einer RB-Mitarbeiterin diverse Wohnungen. Unter anderem in der Karl-Heine-Straße, wo schon Tyler Adams eine auskömmliche Bleibe gefunden hat.

Silva hat bei seinem Abschied aus Frankfurt gesagt, dass er in Leipzig den nächsten und logischen Karriere-Schritt sieht. Das kam in SGE-Fan-Kreisen ähnlich gut an, wie ein – wir werden hessisch – Offebacher Aschebescher in einer Frankfurter Äppelwoi-Kneipe. Übrigens: Die RB-Bosse haben Silva nach allen Regeln der Kunst umgarnt, ehe der sein Ja-Wort gab. Es gab sechs, sieben Treffen, Geld und gute Worte.

Kommt Lacroix nach Leipzig?

Der eine ist just angekommen, der andere steht kurz vor dem Adieu. Nach SPORTBUZZER-Informationen kann, darf (und wird) Alexander Sörloth, 25, RB verlassen. Heißeste Kandidaten derzeit: Fenerbahce Istanbul und Trabzonspor Kulübü. Die Rasenballer würden einem Wechsel zustimmen, wenn, na klar, die Kohle stimmt. Eine Ausleihe ist nicht angedacht. Möglicherweise klinken sich auch Interessenten aus anderen europäischen Ligen ein. Mainz würde wie auch im Fall Hee-chan Hwang, 25, gerne wollen, hat aber – Vorsicht, Übertreibung – das Brot nicht über Nacht. Die türkische Süper Lig gilt nicht unbedingt als Sörloths Sehnsuchtsort.

In Sachen des Wolfsburgers Maxence Lacroix, 21, brüten die Parteien über einem Mikado-Spiel. Wer zuerst zieht, hat verloren. Ausgang dieser Nummer: ungewiss.