29. April 2020 / 17:41 Uhr

Willy Sagnol nach Ligue-1-Abbruch besorgt: "Vielleicht gibt es bald gar kein System mehr"

Willy Sagnol nach Ligue-1-Abbruch besorgt: "Vielleicht gibt es bald gar kein System mehr"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Willy Sagnol hat sich über den Liga-Abbruch in Frankreich besorgt gezeigt.
Willy Sagnol hat sich über den Liga-Abbruch in Frankreich besorgt gezeigt. © imago images/Sven Simon
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Die Saison ist Frankreich ist wegen der Coronavirus-Krise abgebrochen worden. Der ehemalige Bayern-Spieler und -Interimstrainer Willy Sagnol hat nun Bedenken geäußert, dass die Krise den Fußball nachhaltig beeinflussen wird.

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Am Dienstag hat der französische Premierminister Edouard Philippe verkündet, dass wegen der Coronavirus-Pandemie bis August keine Sportveranstaltungen in Frankreich mehr stattfinden dürfen. Auch die Saison der Ligue 1 ist davon betroffen - Frankreichs Elite-Liga wird abgebrochen. Der ehemalige französische Nationalspieler und Ex-Bayern-Profi Willy Sagnol hat nun Bedenken geäußert, dass die Corona-Krise den Fußball nachhaltig beeinflussen wird: "Die UEFA-Klubs haben alle zusammengehalten, sie haben gefightet für ein einheitliches System. Wenn jetzt zwei weitere Monate kein Fußball gespielt wird, gibt es vielleicht bald gar kein System mehr", sagte er Sport1.

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Hintergrund von Sagnols Sorge: Neben der französischen Liga ist auch die Saison der holländischen Eredivisie abgesagt. Die deutsche Bundesliga, die britische Premier League und italienische Serie A beispielsweise sollen aber fortgesetzt werden. "Jedes Land hat eine andere Kultur und ein anderes Knowhow. Jetzt wird es für die UEFA problematisch bezüglich der Champions League", befürchtet Sagnol. "In Frankreich ist die Situation jetzt nun mal so und wir können uns bedacht auf die Zukunft vorbereiten, also auf September."

Fortsetzung oder Abbruch: So ist der Stand in den internationalen Topligen

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Champions League: Spiele der französischen Teams im Ausland?

In der Champions League sind mit Paris Saint-Germain (nach zwei Siegen gegen Dortmund im Viertelfinale) und Olympique Lyon (1:0-Heimsieg im Achtelfinal-Hinspiel gegen Juventus Turin) noch zwei französische Teams vertreten. Sollte der europäische Verband die Königsklasse vor August fortsetzen wollen, müssten die Spiele im Ausland stattfinden. Das könnte sich aufgrund der aktuellen Reisebeschränkungen zwar schwierig gestalten, PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi hat einen solchen Schritt aber für den Fall der Fälle bereits angekündigt.

Der langjährige Spieler des FC Bayern, der später auch als Co-Trainer unter Carlo Ancelotti tätig war, hat aber auch Hoffnung, dass die Krise den Fußball zum Positiven verändern könnte: "Vielleicht kommt er zurück wie vor 20 Jahren und wird nicht mehr so kommerziell sein, wie er sich bis heute entwickelt hat. Dann gibt es nicht mehr nur das reine Business."