01. Juli 2019 / 06:07 Uhr

Patrik Kühnen macht vor Wimbledon den Chancen-Check: "Zverev gehört automatisch zum Favoritenkreis"

Patrik Kühnen macht vor Wimbledon den Chancen-Check: "Zverev gehört automatisch zum Favoritenkreis"

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der frühere Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen schätzt beim SPORTBUZZER die Wimbledon-Chancen von Alexander Zverev, Angelique Kerber & Co. ein
Der frühere Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen schätzt beim SPORTBUZZER die Wimbledon-Chancen von Alexander Zverev, Angelique Kerber & Co. ein © 2019 Getty Images
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Heute beginnt in Wimbledon das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres: Ex-Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen blickt auf die Chancen der deutschen Tennisstars Alexander Zverev, Angelique Kerber & Co..

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Der beste deutsche Tennisspieler geht mit Formschwäche in Wimbledon (täglich bis zum 14. Juli live bei Sky) an den Start, sein weibliches Pendant hingegen als Titelverteidigerin. Die Voraussetzungen von Alexander Zverev auf der einen und Angelique Kerber auf der anderen Seite könnten also unterschiedlicher kaum sein. Patrik Kühnen, von 2003 bis 2012 Kapitän der deutschen Davis-Cup-Mannschaft und nun Experte beim TV-Sender Sky, schaut für den SPORTBUZZER vor dem Turnierstart genau hin und schätzt die Chancen der hoffnungsvollsten deutschen Starter Zverev, Kerber, Jan-Lennard Struff und Julia Görges ein.

Alexander Zverev: Hinter dem 22 Jahre alten Hamburger liegt ein Halbjahr zum Vergessen. Doch Ex-Profi Kühnen glaubt: „Beim Turnier in Halle war auf Rasen eine aufsteigende Tendenz zu erkennen. Und auch seine Leistungen zuvor bei den French Open waren sehr vernünftig. Deshalb glaube ich, dass er mit einem guten Gefühl ins Turnier geht.“ Die gesamte Entwicklung in den vergangenen sechs Monaten sei lehrreich gewesen. In Halle stoppte Zverev zuletzt eine Knieblessur, wodurch ihm im Viertelfinale gegen den Belgier David Goffin die nötige Durchschlagskraft gefehlt hatte.

Der zuletzt aufgekommenen Kritik von Boris Becker und John McEnroe, wonach Deutschlands Nummer eins teilweise zu viele Sätze für einen Sieg brauche und er zu defensiv spiele, stimmt Kühnen nur teilweise zu. „Er ist noch immer ein junger Spieler und wird sich weiterentwickeln.Wichtig ist, dass er frei von Verletzungen bleibt und sein Spiel, seine Stärken auf den Platz bringt. Dann ist vieles möglich.“ Deshalb glaubt er auch, dass Zverev in London weit kommen kann: „Er ist die Nummer fünf der Welt und Sechster der Setzliste – damit gehört er automatisch zum erweiterten Favoritenkreis.“ Zum Auftakt trifft Zverev am Montag auf den Tschechen Jiri Vesely.

Deutschlands größtes Tennistalent: Die Karriere von Alexander Zverev in Bildern

Alexander Zverev erlebte schon eine ereignisreiche Karriere. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt seine bisherige Karriere in Bildern. Zur Galerie
Alexander Zverev erlebte schon eine ereignisreiche Karriere. Der SPORTBUZZER zeigt seine bisherige Karriere in Bildern. ©

Angelique Kerber: Die Kielerin reist als Titelverteidigerin nach London. „Der Wimbledon-Erfolg im vergangenen Jahr war überragend. Und das hat noch einmal bestätigt, wovon ich überzeugt bin: Rasen ist ihr bester Belag.“ In Vorbereitung auf das Highlight in London zeigte sich Kerber in guter Verfassung. Beim Turnier auf Mallorca erreichte die Weltranglistenfünfte das Halbfinale, in Eastbourne verlor sie erst im Finale gegen Karolina Pliskova. Sie ist also gut drauf.  „Die anderen Spieler wissen, dass sie es mit der Titelverteidigerin zu tun haben. Das ist ein kleines Plus, das sie in ihre Matches mitnimmt“, meint Kühnen. Der Weg zum erneuten Wimbledon-Sieg hat es durchaus in sich. Sie beginnt die angestrebte Titelverteidigung für sie gegen die Schwäbin Tatjana Maria. Schon im Achtelfinale könnte es zum Wiedersehen mit der US-Amerikanerin Serena Williams kommen.

Angelique Kerber: Die Bilder ihres Wimbledon-Triumphs

Das Märchen ist real geworden: Angelique Kerber hat das wichtigste Tennis-Turnier der Welt gewonnen. Als erste Deutsche nach Steffi Graf 1996 triumphiert die 30-Jährige in Wimbledon. Der SPORTBUZZER zeigt die besten Jubel-Bilder ihres Wimbledon-Triumphs gegen Serena Williams! Klickt euch durch Zur Galerie
Das Märchen ist real geworden: Angelique Kerber hat das wichtigste Tennis-Turnier der Welt gewonnen. Als erste Deutsche nach Steffi Graf 1996 triumphiert die 30-Jährige in Wimbledon. Der SPORTBUZZER zeigt die besten Jubel-Bilder ihres Wimbledon-Triumphs gegen Serena Williams! Klickt euch durch ©

Jan-Lennard Struff: Beim Heimturnier in Halle hat Deutschlands Nummer zwei den erhofften Coup verpasst. Doch seine Bilanz auf Rasen in dieser Saison gibt durchaus Grund zur Hoffnung, betont Kühnen: „Seine Entwicklung ist wirklich enorm positiv und erfreulich. Besonders auffällig ist, wie sehr er in den vergangenen Monaten als Spieler gereift ist. Er hat viele Spieler geschlagen, die in der Weltrangliste weit vor ihm standen.“ Doch es wartet gleich ein starker Gegner. In Runde eins trifft er auf Marcos Baghdatis aus Zypern. Kühnen: „Das Ziel von Struff sollte es sein, es in die zweite Woche zu schaffen.“

Julia Görges: „Sie ist zum richtigen Zeitpunkt in guter Verfassung“, meint Ex-Davis-Cup-Kapitän Kühnen. Beim WTA-Turnier in Birmingham spielte Görges sich bis ins Finale. Dort unterlag sie der neuen Weltranglistenersten Ashleigh Barty. Doch die Chance, in Wimbledon wie im Vorjahr ins Halbfinale zu kommen, ist aus Kühnens Sicht durchaus gegeben: „Die Art und Weise, wie sie vergangenes Jahr gespielt hat, wie sie dort aufgetreten ist, wird ihr viel Rückenwind verleihen.“ Kühnen kann sich durchaus vorstellen, dass Görges wieder eine gute Rolle in Wimbledon spielen kann. „Die Voraussetzungen im vergangenen Jahr waren ähnlich wie jetzt. Wer hätte 2018 gedacht, dass sie das Halbfinale erreicht. Warum soll sie das nicht in diesem Jahr wiederholen?“

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