14. Juli 2019 / 22:56 Uhr

Episches Finale: Novak Djokovic ringt Roger Federer in Wimbledon nieder

Episches Finale: Novak Djokovic ringt Roger Federer in Wimbledon nieder

Jörg Allmeroth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Novak Djokovic hat seinen Wimbledon-Titel in einem Spektakel-Finale gegen Roger Federer verteidigt.
Novak Djokovic hat seinen Wimbledon-Titel in einem Spektakel-Finale gegen Roger Federer verteidigt. © Getty Images
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Dieses Endspiel war nicht von dieser Welt! Novak Djokovic hat das Grand-Slam-Finale von Wimbledon gegen Roger Federer gewonnen. Eine Partie für die Ewigkeit. Djokovic bezwang Federer im längste Wimbledon-Finale der Geschichte erst im Tiebreak des letzten Satzes.

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Er spielte gegen den sentimentalen Publikumsfavoriten, auch gegen das große Tennismärchen von Wimbledon. Doch am Ende eines historischen, nervenzehrenden Tages auf dem berühmtesten Centre-Court der Welt hatte Novak Djokovic (33) seinen kostbaren Titel im grünen Tennisparadies mit eiserner Willensstärke verteidigt und so die emotional berührende Rekordjagd von Altmeister Roger Federer gestoppt.

Nach seinem dramatischen, fünf Stunden und zwei Minuten währenden 7:6 (7:5), 1:6, 7:6 (7:4), 4:6, 13:12 (7:3)-Sieg über den 37-jährigen Schweizer Maestro versagte sich Djokovic zunächst jede Triumphgeste, ehe er auf den Boden ging, ein paar Grashalme in den Mund steckte und sich dann mehrfach auf sein Herz klopfte – Ausdruck seiner trotzigen Beharrungskraft in diesem epischen Fight. Ausgerechnet der erstmals im Schlusssatz geltende Tiebreak entschied in diesem Allzeitklassiker über Sieg und Niederlage, über Triumph und Tragik.

Internationale Pressestimmen zum Wimbledon-Finale 2019

Was für ein Finale! Novak Djokovic und Roger Federer haben sich in Wimbledon einen Klassiker geliefert. Das schreibt die internationale Presse. Zur Galerie
Was für ein Finale! Novak Djokovic und Roger Federer haben sich in Wimbledon einen Klassiker geliefert. Das schreibt die internationale Presse. ©
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Djokovic: "Ein unglaublicher, ein unvergesslicher Erfolg"

„Es ist ein Moment des großen Glücks jetzt, ein unglaublicher, ein unvergesslicher Erfolg. Das war das aufregendste Finale in Wimbledon, in dem ich je gespielt habe, es fühlt sich alles surreal an“, sagte Djokovic, der zum zweiten Mal in seiner Karriere den Pokalcoup wiederholte, so wie schon 2014 und 2015, als er jeweils gegen Federer gewann. Federer scheiterte 16 Jahre nach seinem allerersten Triumph auf dem Tennisgrün daran, die Zeit zurückzudrehen – mit einem neunten Rekordtitel hätte er mit Martina Navratilova, der überragenden Seriengewinnerin bei den Frauen, gleichziehen können.

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„Ich bin traurig, aber auch stolz auf das, was ich geleistet habe. Ich hoffe, ich kann es schnell vergessen“, sagte Federer, der auch bei den Offenen Englischen Meisterschaften 2019 letztlich nicht die Herausforderung stemmen konnte, einmal in seiner Karriere sowohl Nadal wie auch Djokovic während eines Turniers zu bezwingen. Beim Stand von 8:7 und 40:15 im fünften Satz hatte Federer sogar zwei Matchbälle vergeben.

Dieses Finale könnte die Tennis-Historie verändern

Das Finale, es war auch ein Spiel, das die Tennis-Historie verändern könnte. Denn mit nun 16 Grand Slam-Titeln schloss Djokovic noch näher auf zu Rafael Nadal und Roger Federer – zu jenem Duo, das sich einst die Welt des Wanderzirkus untereinander aufgeteilt hatte, bis der Serbe kam. Federer hat 20 Major-Siege, Nadal 18 Grand Slam-Titel, aber Djokovic scheint in der Lage, diese Marken zu übertreffen. Das Alter und die Allroundqualitäten sprechen für ihn, den alten und neuen Wimbledon-Regenten, den Mann, der Hausherr im Garten Eden der Szene blieb und Federers Rückkehr auf den Thron abwehrte. „Es hat unheimlich Nerven gekostet. Dieses Spiel war verrückt in seinen Höhen und Tiefen“, sagte Djokovic.

Das Finale der beiden Tennisgiganten, die 48. Auflage von Federer kontra Djokovic, war eine schwer ausrechenbare Angelegenheit. Federer legte im ersten Satz mit einem Feuerwerk von brillanten Schlägen los, er war der eindeutig bessere Mann, aber in den wegweisenden Momenten konnte er seine großen Chancen nicht nutzen. Das galt dann auch für das Lotteriespiel des Tiebreak, in dem der alte Meister nach einem 1:3-Defizit zum 5:3 wegstürmte – nur um dann die nächsten vier Punkte zum 5:7 und den ersten Endspielakt zu verlieren.

Djokovic und Federer: Zwei sensationelle Spieler

Mit gleich drei Breaks im zweiten Satz demoralisierte Federer dann den Topgesetzten und setzte ein klares Zeichen. Souverän hielt der Maestro weiter seine Aufschlag­spiele. Beim Titelverteidiger waren schon erste Anzeichen von Frust erkennbar. Im dritten Satz wehrte Djokovic dann einen Satzball des Schweizers ab – womöglich ein Schlüsselmoment der Partie. Denn wieder kam es zum Tiebreak, wieder machte Federer ausgerechnet dabei unerzwungene Fehler. Erst beim 5:2 im vierten Satz gab er erstmals seinen Aufschlag ab, rettete sich aber noch in den fünften Durchgang.

Anschließend ging es ins erste Tiebreak in einem Wimbledon-Finale. Mit Djokovic als glücklicherem von zwei sensationellen Spielern.

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Wimbledon, 2003: Fast 15 Jahre ist es her, dass der große King Roger seine erste große Trophäe in die Luft stemmte. Der Rasen in Wimbledon wird in den kommenden Jahren Federers liebster Untergrund.  ©

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