23. Januar 2020 / 16:48 Uhr

Winkler: „Die Rückrunde kann nur besser werden“

Winkler: „Die Rückrunde kann nur besser werden“

Filip Donth
Göttinger Tageblatt
Til Winkler (Mitte) spielt bereits in seiner dritten Saison beim TV Jahn Duderstadt. Der 22-jährige Rückraumspieler erzählt über das Sportinternat und Training Weltmeistern
Til Winkler (Mitte) spielt bereits in seiner dritten Saison beim TV Jahn Duderstadt. Der 22-jährige Rückraumspieler erzählt über das Sportinternat und Training Weltmeistern © FotO Schneemann
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Der TV Jahn Duderstadt möchte sich als Oberliga-Aufsteiger zunächst wieder in der höheren Spielklasse etablieren. Für die kommenden Jahre hat sich die junge Mannschaft um Trainer Christian Caillat aber große Ziele gesteckt. In der Tageblatt-Serie stellen wir heute Til Winkler vor.

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Der TV Jahn Duderstadt ist nach einem Jahr Abstinenz zurück in der Handball-Oberliga. In dieser Saison möchte sich der Aufsteiger zunächst wieder in der höheren Spielklasse etablieren. Für die kommenden Jahre hat sich die junge Mannschaft um Trainer Christian Caillat aber große Ziele gesteckt und will langfristig im Kampf um den Aufstieg mitmischen. Eine Tageblatt-Serie stellt die Spieler der Saison 2019/20 vor. Heute: Til Winkler.

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Der 22-Jährige macht derzeit eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Firma TechnoGel in Berlingerode, nur zehn Minuten von seinem Wohnort Duderstadt entfernt. Abseits des Handballfeldes verbringt er viel Zeit mit seiner Freundin, trifft Freunde, macht viel Fitness zusätzlich zum Training. „Das Übliche halt“, sagt Winkler.

Jugendball auf höchstem Niveau

Bereits im Alter von vier Jahren begann er mit dem Handballsport in seinem Heimatdorf Billingshausen. Zwar schaute der heute 22-Jährige auch auf dem Fußballplatz vorbei. Doch das sollte nur ein kurzer Umweg bleiben. Und das war auch gut so, wie sich noch herausstellen sollte.

Denn nachdem Winkler von der E- bis zur C-Jugend bei der HSG Plesse-Hardenberg spielte, erfolgte der Wechsel auf das Sportinternat des ThSV Eisenach. Nach zwei Jahren in Thüringen ging es weiter zu Eintracht Hildesheim – A-Junioren-Bundesliga, Jugendhandball auf allerhöchstem Niveau.


Auf die Zeit in Eisenach und Hildesheim blickt Winkler überwiegend positiv zurück: „Zum Anfang war es schwer, da hatte ich mit Heimweh zu kämpfen, doch das hat sich dann relativ schnell gelegt, da ich coole Zimmernachbarn hatte“, erinnert er sich. „Ich bin in der Zeit sehr selbstständig geworden: selbst Wäsche waschen, selbst einkaufen, selbst auf das Geld achten. Und handballerisch war das für mich die prägendste Zeit, da wir sehr viel trainiert haben.“

Winkler schaffte zudem den Sprung in die niedersächsische Landesauswahl des Jahrgangs 1996 und spielte beim Länderpokal gegen die besten Handballer der anderen Bundesländer. Dort traf er auf Spieler wie Johannes Golla, der jüngst für die Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft spielte und in der Bundesliga für die SG Flensburg-Handewitt auf Torejagd geht.

„Das sind Momente, wo man im Nachhinein sagt: Das war schon ganz geil“, sagt Winkler, der nicht nur Bekanntschaft mit heutigen, sondern auch ehemaligen Größen des deutschen Handballs machen durfte: Bei Sichtungsterminen für die Juniorennationalmannschaft wurde er unter anderem von Markus Baur und Christian Schwarzer trainiert, Handball-Weltmeister von 2007.

TV Jahn Duderstadt - Lehrter SV, Handball-Oberliga 2019/20

TV Jahn Duderstadt - Lehrter SV, Handball-Oberliga 2019/20 Zur Galerie
TV Jahn Duderstadt - Lehrter SV, Handball-Oberliga 2019/20 © Schneemann

Von Außen in den Rückraum

Mittlerweile trägt Winkler in der dritten Saison das Trikot des TV Jahn. In dieser Saison netzte er bei zehn Einsätzen bislang 27-mal. Während der 22-Jährige in den zurückliegenden Spielzeiten überwiegend auf Außen zum Einsatz kam, stellt ihn Trainer Christian Caillat seit dieser Saison vor allem im Rückraum auf. „Das hat der Trainer mir am Anfang der Saison klar so kommuniziert“, erzählt Winkler.

„Das war eine Umgewöhnung, aber langsam habe ich da immer mehr Spaß daran, da man im Rückraum deutlich mehr Entscheidungen trifft.“ Winkler wächst von Spiel zu Spiel in seine neue Rolle rein. „Für mich ist wichtig, dass ich mir immer wieder etwas mehr zutraue und den Kopf nicht hängen lasse, auch wenn der erste Wurf mal daneben geht“, sagt er.

Die Rückrunde in der Oberliga könne aus sportlicher Sicht nur besser werden, „da wir viel Spiele sehr unglücklich abgegeben haben“, so der 22-Jährige. „Ich erhoffe mir, dass wir aus unseren Fehlern gelernt haben. Ich würde sagen, wir können die großen Mannschaften, die oben mitspielen, noch mal ärgern. Das wäre für uns in Hinblick auf die nächste Saison ein Riesenschritt.“

Der TV Jahn Duderstadt empfängt am Sonnabend, 25. Januar, Spitzenreiter MTV Braunschweig in der Sporthalle „Auf der Klappe“. Anpfiff der Partie ist um 18 Uhr.