20. Januar 2020 / 15:41 Uhr

Der Winterlauf durch den Georgengarten macht Spaß: "Schöner kleiner Lauf, der einem gut tut"

Der Winterlauf durch den Georgengarten macht Spaß: "Schöner kleiner Lauf, der einem gut tut"

Norbert Fettback
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Zufrieden und durstig: Letizia und Julian genießen die Entspannung nach dem Zieleinlauf des Nachwuchswettbewerbs. 
Zufrieden und durstig: Letizia und Julian genießen die Entspannung nach dem Zieleinlauf des Nachwuchswettbewerbs.  © Norbert Fettback
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Viele der Teilnehmer des 6. Winterlaufs durch den Georgengarten sind mit Angehörigen im Schlepptau an den Start gegangen. Läuft sich ja auch viel besser, wenn man sich der Unterstützung der Familie sicher sein kann. Was auch nicht fehlen durfte: gute Laune!

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Familientag am Georgengarten! Auch für Lena Brunkhorst und Hauke Horstmann – wenn auch „nur“ als Paar und ohne ihre drei Kinder. „Die sind heute bei Oma und Opa und auf dem Weg in den Zoo“, berichtet Brunkhorst, die die freien Stunden zusammen mit ihrem Lebenspartner für sportliche Belange nutzt. Beide sind zum Winterlauf angetreten, zu dem die SG Herrenhausen und der SC Polonia Hannover zum inzwischen sechsten Mal eingeladen haben.

Aufregung, Gedränge - gute Laune!

Es ist früher Sonntagnachmittag und damit „Laufpass“-Zeit. Was da heißt: ein wenig Aufregung, ein bisschen Gedränge am Start und durchweg gute Laune im Läuferfeld.

Keine halbe Stunde später sind Brunkhorst und Horstmann wieder zurück auf der Geraden, die zum Sportplatz des TuS Marathon führt. Beide sind zufrieden: Sie hat sich erwartungsgemäß in der Frauenkonkurrenz den Sieg über die 7,7 Kilometer in 28:29 Minuten geholt, er freut sich über den dritten Platz bei den Männern in 25:00. „Es macht einfach Spaß“, sagt Brunkhorst, die dieses Jahr für Hannover 96 wieder in der 2. Triathlon-Bundesliga antreten möchte. „Das hier ist so ein schöner kleiner Lauf, der einem gut tut. Eben eine schnelle Trainingseinheit für mich.“

Bilder vom 6. Winterlauf durch den Georgengarten

Das Ziel im Blick: Saskia Solter beendet ihren Wettbewerb beim Winterlauf im Georgengarten erfolgreich. Zur Galerie
Das Ziel im Blick: Saskia Solter beendet ihren Wettbewerb beim Winterlauf im Georgengarten erfolgreich. ©

Dabei hat die 35 Jahre alte Assistenzärztin in der MHH-Kinderklinik, die derzeit noch in Elternzeit ist, auf der Strecke alles unter Kontrolle. Am Ende trennen sie und die Zweitplatzierte Beate Marx (30:12) mehr als anderthalb Minuten, Martha Graf als Dritte benötigt 31:48 Minuten. Nach dem Sieg zum Auftakt in Bothfeld ist es der zweite Erfolg für Brunkhorst im zweiten „Laufpass“-Rennen 2020. Appetit auf mehr? „Ich werde nicht jedes Wochenende Zeit haben“, sagt sie und verweist auf die drei Kinder und ihren Beruf, der sie nicht minder fordert.

Leistungssport trifft Gesundheitssport

Auch Andreas Solter ist „in Familie“ in Herrenhausen. Der 36-Jährige, der die „Laufpass“-Serie seit Jahren quasi nach Belieben dominiert, ist mit seiner Frau Saskia gekommen. Sportlich gesehen ein ungleiches Paar, anders als bei Horstmann und Brunkhorst. Während Solter über die 7,7 Kilometer in 24:20 die unangefochtene Nummer eins ist und vor Jan Rutsch (24:46) siegt, kommt Saskia Solter über die 4,5 Kilometer nach 38:24 Minuten ins Ziel. Was bedeutet, dass sie 134. und damit Letzte geworden ist.

Macht nichts! Leistungssport trifft Gesundheitssport: Auch das funktioniert beim Winterlauf im Georgengarten. Einen Besenwagen gibt es hier ohnehin nicht.

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Saskia Solter huscht sogar ein Lächeln übers Gesicht, als sie den roten „Sparkasse“-Zielbogen vor Augen hat. 2019 war sie noch als Walkerin unterwegs, um ein paar Kilogramm abzunehmen, nun wagt sie sich auf die Laufstrecke. Ganz schön mutig von ihr, aber auch ein gutes Beispiel dafür, in kleinen Schritten fitter zu werden. Wie es bei Volksläufen eben sein soll.

Viele haben Angehörige im Schlepptau

Auch viele andere, die in Laufklamotten nach Herrenhausen gekommen sind, haben Angehörige im Schlepptau. Zusammen ins Ziel zu kommen, das krönt diesen sportlich geprägten Tag und macht stolz. Oder aber, wie beim 1,3 Kilometer langen Rennen der Jüngsten, von Eltern und Geschwistern angefeuert zu werden. Als Beleg, wie gut es gelaufen ist, nehmen viele noch eine Urkunde mit nach Hause, die an Ort und Stelle ausgedruckt wird.

Die Kramers aus Barsinghausen haben davon daheim schon jede Menge. Das Laufen gehört sowohl bei Vater Manfred als auch bei Sohn Andreas zu den unverzichtbaren Dingen des Lebens. Mit inzwischen 80 Jahren ist Kramer sen. der älteste Teilnehmer des Winterlaufs über 7,7 Kilometer. Aber der frühere erfolgreiche Marathoni, dessen Bestzeit bei 2:29 Stunden steht und der noch immer die Bezirksrekorde in der M45 und M50 hält, muss sich mit seiner Leistung nicht verstecken. Nach 39:19 Minuten ist er im Ziel, macht Platz 217 bei 410 Startern.

Download 2. Einzelranking Laufpass 2020
Start des Winterlaufs durch den Georgengarten über 4,5 Kilometer

Respekt für den Mann, der seit 17 Jahren eine künstliche Hüfte hat und trotzdem Woche für Woche im Deister bis zu 80 Kilometer läuft. Ein Pensum, das Manfred Kramer auch dank der regelmäßigen Besuche im Fitnessstudio verkraftet. „Der Sport hat mir mein Leben lang sehr viel gegeben. Ich bleibe dabei, solange es geht“, sagt er, als er zusammen mit Sohn Andreas (in 27:29 auf Platz 20 beim Winterlauf) ins Auto steigt.

Die familiäre Fahrgemeinschaft soll es noch möglichst lange geben. Nächste Reiseziele sind die niedersächsischen Crossmeisterschaften in Damme und die Landesmeisterschaft über zehn Kilometer in Uelzen. Man merkt ihm die Vorfreude an. Auch wenn Kramer sen. bereits 80 ist: Das Prickeln an der Startlinie lässt ihn nicht los.