28. November 2021 / 20:41 Uhr

„Wir brauchen endlich diese Scheißpunkte!" - L.E. Volleys treten weiter auf der Stelle

„Wir brauchen endlich diese Scheißpunkte!" - L.E. Volleys treten weiter auf der Stelle

Christian Dittmar
Leipziger Volkszeitung
Die Leipziger Chris Warsawski und Jannik Koßmann blocken einen Friedrichshafener Angriff.
Die Leipziger Chris Warsawski und Jannik Koßmann blocken einen Friedrichshafener Angriff. © Christian Modla
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Kapitän Chris Warsawski ist „nicht mehr gewillt, die Dinge schönzureden." Dem schwachen 1:3 gegen Schwaig folgt ein knapper 3:2-Erfolg gegen die Youngsters aus Friedrichshafen.

Leipzig. „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen schallte am Sonnabend kurz vor 21 Uhr durch die fast leere Brüderhalle. Und tatsächlich muss den L.E. Volleys das Gefühl zu diesem Zeitpunkt bekannt vorgekommen sein, denn das 1:3 (25:22, 22:25, 13:25, 23:25) gegen den SV Schwaig, das die Leipziger gerade hatten hinnehmen müssen, war bereits die fünfte Niederlage in Folge.

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Zu diesem Zeitpunkt waren es tabellarisch schon drei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz für das Team von Trainer Christoph Rascher. Am Sonntag bot sich die Gelegenheit, im direkten Duell mit Friedrichshafen gleichzuziehen. Dafür wären drei Zähler nötig gewesen. Es wurden beim 3:2-Erfolg immerhin zwei Punkte.

L.E. Volleys ohne Zuschauerunterstützung

Nach dem Zuschauerausschluss im sächsischen Sport waren die Duelle gegen Schwaig und den Friedrichshafener Nachwuchs die ersten Geisterspiele für L.E. in dieser Saison – es werden wohl nicht die letzten gewesen sein. Für Chris Warsawski stellt das für die eigene Motivation kein größeres Problem dar. „Wir sind das ja vom letzten Jahr gewohnt“, meinte der Kapitän, „und ich versuche im Spiel sowieso, das Drumherum möglichst auszublenden.“ Dennoch könnten die fehlenden Fans in Sachsens Hallen mittelfristig zum Standortnachteil werden, weil Konkurrenten aus Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern weiter vor Publikum spielen dürfen.


JETZT Durchklicken: Die Bilder zum knappen 3:2-Erfolg der Leipziger.

Nach der klaren 1:3-Niederlage gegen Schwaig konnten die L.E. Volleys die zweite Partie des Wochenendes für sich entscheiden und bezwangen die Volleys YoungStars Friedrichshafen mit 3:2-Sätzen. Zur Galerie
Nach der klaren 1:3-Niederlage gegen Schwaig konnten die L.E. Volleys die zweite Partie des Wochenendes für sich entscheiden und bezwangen die Volleys YoungStars Friedrichshafen mit 3:2-Sätzen. ©

Gegen Schwaig starteten die Volleys stark und sicherten sich wie zuletzt so oft den ersten Satz. Doch darauf folgte abermals ein eklatanter Leistungsabfall, der nicht nur Warsawski ratlos zurücklässt: „Wenn wir da ein Rezept hätten, würden wir es sofort ändern.“ Der Capitano nahm einen Teil der Schuld für die Niederlage auf sich und bescheinigte sich selbst eine unterdurchschnittliche Leistung - obwohl er die Medaille als bester Leipziger erhielt. „Das Drecksding ist nichts wert“, sagte der 29-Jährige sichtlich angefressen.

Er sei nicht mehr gewillt, die Dinge schönzureden, betonte Warsawski: „Wir brauchen endlich diese Scheißpunkte, damit wir von dem Tabellenplatz runterkommen, bei dem der Pfeil nach unten zeigt.“

Nur zwei Zähler gegen Friedrichshafen - Tabellenplatz zwölf ist unbefriedigend

Dass es am Sonntag auch gegen die Youngsters aus Friedrichshafen nicht grundsätzlich leichter werden würde, zeigte schon die 1:3-Niederlage der Delitzscher gegen die „Häfler“ tags zuvor. Die Volles erwischten einen rabenschwarzen Auftakt und gaben den ersten Satz fast ohne erkennbare Gegenwehr ab. Dann kam das große Aufbäumen, letztlich ging es in den Tiebreak. Und nach rund 2:15 Stunden konnten die Leipziger endlich wieder einen 3:2-Sieg (15:25, 25:19, 25:20, 22:15, 15:11) bejubeln. Mit elf Zählern aus zehn Partien bleiben die Volleys als Tabellenzwölfter knapp hinter Friedrichshafen.

Die nächsten Chancen auf Punkte bieten sich am kommenden Wochenende in der Bodensee-Region. Am Sonnabend tritt L.E. in Mimmenhausen an, am Sonntag folgt das Rückspiel in Friedrichshafen.