29. November 2019 / 18:01 Uhr

Stederdorf: „Wir brauchen mal ein dreckiges 1:0“

Stederdorf: „Wir brauchen mal ein dreckiges 1:0“

Nick Heitmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Während Schlusslicht SSV Stederdorf (weiß) zu Hause gegen den Drittletzten aus Eixe punkten will, möchte der Vorletzte aus Hohenhameln (rot) in Münstedt nicht leer ausgehen.
Während Schlusslicht SSV Stederdorf (weiß) zu Hause gegen den Drittletzten aus Eixe punkten will, möchte der Vorletzte aus Hohenhameln (rot) in Münstedt nicht leer ausgehen. © Foto: Ralf Büchler
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Die Fußball-Kreisliga wartet am Sonntag mit einem Mini-Programm auf, bei dem Spannung garantiert ist. Denn: Die Kellerkinder sind unter sich: Stederdorf erwartet Eixe, Münstedt den TSV Hohenhameln. Stederdorfs Trainer Helmut Kaub hofft auf ein Ende erfolglosen Spiele und stellt fest: „Wir brauchen mal ein dreckiges 1:0.“

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Ob die beiden angesetzten Partien überhaupt stattfinden können, ist aufgrund der Witterung fraglich.

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SSV Stederdorf – TSV Eixe (Sonntag, 14 Uhr). Selbst wenn die Hausherren wie im Hinspiel (3:2) siegen, bleiben sie angesichts eines Vier-Punkte-Rückstands auf dem letzten Platz hängen. Vorerst zumindest. „Für uns geht es darum, eine noch größere Lücke zu verhindern und näher an die Konkurrenz heranzukommen“, sagt SSV-Trainer Helmut Kaub. Sein Motto: „Schönspielen ist momentan nicht möglich. Wir wollen hinten die Null halten und vorn irgendwie einen reinmachen.“

Genau da beginnen allerdings die Probleme. Kein anderes Kreisliga-Team ist harmloser als die Stederdorfer, die durchschnittlich nicht mal ein Tor pro Spiel erzielen. „Wir lassen zu viele Chancen liegen“, moniert Kaub, der trainingsbasierte Gegenmaßnahmen skeptisch sieht. „Man kann solche Situationen nicht nachstellen. Davon halte ich ebenso wenig, wie Elfmeterschießen üben zu lassen. Wir brauchen einfach mal ein dreckiges 1:0.“

Zu überwinden gilt es den wiedergenesenen Lennart Grigas. Beim letzten TSV-Einsatz, der immerhin bereits vier Wochen zurückliegt, hatte noch Olaf Baake zwischen den Pfosten gestanden. „Beide Torhüter waren verletzt, und ich mache das ganz gern“, sagt Eixes Coach – und ergänzt mit Blick auf das 2:1 beim SV Lengede II: „Es hat Spaß gemacht.“

Auf drei Punkte setzt er auch am Sonntag. „Ich sehe das als Pflichtsieg, ganz klar“, betont Baake. Was ihn in Stederdorf erwartet, darauf will er sich freilich nicht festlegen. „Ich habe mir zuletzt ein paarmal Notizen gemacht, eine Taktik zurechtgelegt, die Mannschaft darauf eingestellt – und dann standen beim Gegner plötzlich acht andere Spieler auf dem Platz“, sagt er. Für ihn ist vor allem eines von Bedeutung: „Wir müssen gewinnen.“

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TSV Münstedt – TSV Hohenhameln (Sonntag, 14 Uhr). Einen ganzen Monat müssen Hohenhamelns Kicker bereits auf eines der schönsten Erlebnisse im Fußball verzichten: den Torjubel. Drei Spiele bestritt das Team im November, dreimal ging es leer aus, ist nunmehr seit 295 Minuten ohne Treffer. „Uns mangelt es an Selbstvertrauen, vielleicht auch an Glück“, erklärt Coach Holger Brennecke. „Außerdem fehlt manchmal der Wille, es zu erzwingen, das merkt man auch im Training.“

Im Hinspiel war das noch anders, da trafen die Hohenhamelner dreifach. Allerdings gab’s damals schon eine andere Baustelle: Der Gegner langte sogar viermal zu, insgesamt hat ligaweit niemand mehr Gegentore kassiert als der Vorletzte. „Wir müssen generell besser als Mannschaft zusammenarbeiten, vom Torwart bis zu den Stürmern“, fordert Brennecke, der auf etwas Zählbares hofft. „Dafür brauchen wir aber wieder mehr Kompaktheit.“

In diesem Prozess sind die Gastgeber, die in der Tabelle einen Punkt und zwei Plätze besser dastehen, schon weiter. „Wir sind zusammengerückt“, sagt Münstedts Coach Tobias Schmadtke, der mit Defensivspieler André Krüger (zuletzt RW Braunschweig) auch einen Neuzugang vermelden kann.

Sinnbild für die positive Entwicklung ist Angreifer Michael Mundt. „Er spielt oft vorher noch in der Zweiten, ist auf dem Platz oder auf der Bank Feuer und Flamme“, schwärmt Schmadtke. „Von ihm können wir uns alle eine Scheibe abschneiden. Denn unser Ziel ist ein Dreier.“

Kurios: Drei der bisher vier Siege wurden in Unterzahl eingefahren – das Hinspiel gegen Hohenhameln zählt ebenso dazu wie das 4:3 gegen den TSV Dungelbeck und das wichtige 1:0 zuletzt gegen Stederdorf. „Wir haben auch schon darüber gewitzelt, wenngleich ein Platzverweis an sich ja nicht zum Lachen ist“, sagt Schmadtke. Auf den Vorschlag, doch gleich zu zehnt zu beginnen, geht er aber nicht ein. „Nein, wir fangen mit elf Mann an – in der Hoffnung, dass das Spiel mal etwas ruhiger für uns verläuft.“