11. April 2018 / 06:05 Uhr

„Wir haben in alle sensiblen Bereiche geschaut“: Das BVB-Attentat wirkt nach in der Bundesliga

„Wir haben in alle sensiblen Bereiche geschaut“: Das BVB-Attentat wirkt nach in der Bundesliga

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Dortmunder Teambus am Stadion vor dem Spiel gegen Monaco. Im Vordergrund die Spieler Ginter, Weigl und Guerreiro.
Der Dortmunder Teambus am Stadion vor dem Spiel gegen Monaco. Im Vordergrund die Spieler Ginter, Weigl und Guerreiro. © Imago-Montage
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Am heutigen Mittwoch jährt sich der Bombenanschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund. Und auch heute noch tun sich die Fußballvereine schwer damit, Details zu ihrem Sicherheitskonzept zu verraten.

Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das eigene Profiteam sind ein heikles Thema bei den Klubs der Fußball-Bundesliga. Wer zu viel darüber verrät, macht sich unter Umständen verwundbar. Entsprechend schwer tun sich die Klubs damit, Details ihrer Sicherheitskonzepte in der Öffentlichkeit kund zu tun. Man wolle „die Wirkung dieser nicht gefährden“, heißt es auf Nachfrage beispielsweise vom FC Augsburg. „Über Sicherheitsmaßnahmen zu referieren bedeutet gleichzeitig, ihre Wirksamkeit zu gefährden“, so die Antwort von Bayer Leverkusen. Denn wie verwundbar die Fußballer für Angriffe von außen sein können, hat schließlich nicht zuletzt der Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund, der sich am Mittwoch zum ersten Mal jährt, auf traumatische Weise gezeigt.

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Klar ist aber auch, dass das Attentat auf den BVB-Bus Spuren in der gesamten Bundesliga hinterlassen hat. So erklärten bei einer Sportbuzzer-Umfrage neben Borussia Dortmund auch Hannover 96, Eintracht Frankfurt, Mainz 05, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen, ihre Sicherheitsvorkehrungen rund um die Profimannschaft nach dem Anschlag erhöht zu haben. Von Hannover 96 heißt es dazu: „Wir haben in alle sensiblen Bereiche geschaut und überprüft, ob der hohe Sicherheitsstandard, den wir haben, noch irgendwo zu optimieren ist.“

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Entscheidend für die Vereine der Bundesliga in Sachen Sicherheit: bloß kein starres Konzept. „Wir passen unsere Sicherheitsmaßnahmen sowohl rund um die Profimannschaft als auch für unsere Fans und Zuschauer im Volksparkstadion der jeweiligen Sicherheitslage an. In enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Sicherheitsbehörden können wir so flexibel reagieren“, heißt es vom Hamburger SV. Mainz 05 teilt mit: „Das bestehende, von der DEKRA zertifizierte Sicherheitskonzept des Vereins ist so ausgelegt, dass es einer veränderten Gefahrenlage angepasst werden kann. Unmittelbar nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB sind besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden.“

Ermittler haben den Anschlag auf den BVB-Bus am Tatort nachgestellt. Auch eine Drohne kam zum Einsatz. Zur Galerie
Ermittler haben den Anschlag auf den BVB-Bus am Tatort nachgestellt. Auch eine Drohne kam zum Einsatz. ©

Auch die TSG 1899 Hoffenheim passt ihre Sicherheitsvorkehrungen „gemeinsam mit der Polizei und verschiedenen Experten ständig den aktuellen Entwicklungen und Erfordernissen an“. Dies gelte gleichermaßen für die Arena, das Trainingsgelände und den Transport von Mannschaft und Mitarbeitern. Beim SC Freiburg ist man sich sicher, dass „wir in Zusammenarbeit und Absprache mit den Behörden auf verschiedene Szenarien und Gefahrenlagen kurzfristig reagieren und entsprechende Maßnahmen einleiten können“.