02. Dezember 2022 / 21:05 Uhr

Wirbel um deutschen WM-Schiedsrichter: Siebert muss in Kabine flüchten, Uruguayer aufgebracht

Wirbel um deutschen WM-Schiedsrichter: Siebert muss in Kabine flüchten, Uruguayer aufgebracht

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert musste förmlich in die Kabine flüchten.
Der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert musste förmlich in die Kabine flüchten. © IMAGO/Agencia EFE
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Beim entscheidenden WM-Duell zwischen Uruguay und Ghana stand ein deutscher Schiedsrichter ungewollt im Fokus: Daniel Siebert verwehrte den Südamerikanern zwei mögliche Strafstöße und wurde nach Abpfiff angefeindet. Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe rechnet mit keinen weiteren Einsätzen des DFB-Referees.

Luis Suárez weinte auf der Ersatzbank bitterlich. Uruguays Stürmerstar hielt sich ein verschwitztes Trikot vor das verheulte Gesicht, konnte kaum von den Betreuern getröstet werden. Wenige Meter weiter bedrängten seine Teamkollegen Edinson Cavani und Co. den deutschen Schiedsrichter Daniel Siebert arg, den sie wegen zweifelhafter Elfmeterentscheidungen als Schuldigen für ihr WM-Unglück ausgemacht hatten. Zwar durften die Südamerikaner in ihrer Turnier-Statistik durch das 2:0 gegen Ghana am Freitag in Al-Wakra einen Sieg notieren, doch der war den Südamerikanern aufgrund des 2:1 von Südkorea gegen Portugal völlig egal. Uruguay und Ghana sind ausgeschieden.

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Und vor allem bei den Uruguayern rollen Tränen – auch wegen des deutschen Schiedsrichters. "Wir gehen nach Hause mit einem faden Beigeschmack", sagte Trainer Diego Alonso mit Tränen in den Augen. Doppeltorschütze Giorgian de Arrascaeta von Flamengo Rio de Janeiro führte das zuvor sieg- und torlose Uruguay mit einem Doppelpack (26. und 32. Minute) zum Sieg vor 43.443 Zuschauern. Ghana verschoss durch André Ayew einen Elfmeter. Am Ende hat Uruguay ein Tor zu wenig auf dem Konto: "Wir sind sehr traurig", sagte der 28 Jahre alte Doppeltorschütze de Arrascaeta. "Es hing am Ende aber nicht von uns ab, weil es andere Faktoren gab." Meinte er damit auch Siebert? Das blieb offen.

Zum Ende der ersten Halbzeit verwehrte Siebert Uruguay einen möglichen Foulelfmeter und nach gut einer Stunde einen klaren, obwohl der Videoassistent ihn nach einem klaren Foulspiel von Daniel Amartey an Darwin Núñez noch einmal zum Studium der Videobilder gebeten hatte. In der Nachspielzeit gab Siebert auch nach einem harten Einsteigen von Alidu Seidu gegen Cavani keinen Strafstoß. "Die Mannschaft hat alles gegeben und es ist sehr klar, was passiert ist. Mehr kann man jetzt nicht sagen", umschrieb es Alonso vielsagend. "Ich bedauere es zutiefst, dass wir ausgeschieden sind." Der 38-jährige Siebert musste nach dem Schlusspfiff vor aufgebrachten Spielern und Betreuern Uruguays förmlich in die Kabine flüchten.

Gräfe glaubt nicht an weitere Siebert-Einsätze bei der WM

Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe glaubt nach dieser Partie nicht daran, dass Siebert (38) weitere Spiele bei der WM in Katar leiten darf. "Eine sonst richtig gute Leistung in einem sehr schwierigen Spiel wird dadurch leider dazu führen, dass er kein weiteres Spiel mehr als SR erhalten wird", schrieb der ZDF-Schiedsrichterexperte beim Nachrichtendienst Twitter. Für Gräfe ("klares Foulspiel an Cavani") war der nicht gegebene Elfmeter in der Nachspielzeit eine klare Fehlentscheidung seines Landsmanns. "So ist das Los des SR - erst Recht bei einer WM", twitterte Gräfe. "Keine WM für den DFB - aber die Ursachen der Probleme liegen überall tiefer." Gräfe spielte damit wohl auch auf das frühe Turnier-Aus der deutschen Nationalmannschaft an. Durch die Heimreise der DFB-Auswahl hätte Siebert eigentlich die Chance, auch in der K.o.-Runde weiter zum Einsatz zu kommen.

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