09. April 2020 / 15:53 Uhr

"Es wird Kritik hageln": Wie man die Saison 2019/2020 beenden könnte

"Es wird Kritik hageln": Wie man die Saison 2019/2020 beenden könnte

David Lidón
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wie soll es nach der Corona-Unterbrechung im Amateur-Fußball weitergehen? SPORTBUZZER-Redakteur David Lidón macht einen Vorschlag. 
Wie soll es nach der Corona-Unterbrechung im Amateur-Fußball weitergehen? SPORTBUZZER-Redakteur David Lidón macht einen Vorschlag.  © Imago Objectivo (Symbolbild)
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Während die Profis unter Auflagen wieder trainieren dürfen, hält die Corona-Krise den Amateur-Fußball weiterhin im Schwitzkasten. Noch weiß niemand so recht, wie es nach der Unterbrechung weitergehen soll. SPORTBUZZER-Redakteur David Lidón meint, dass man es nicht jedem recht machen könne - und liefert einen fairen Vorschlag.

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Wer erinnert sich nicht an die Stimmen, die den Videobeweis im professionellen Fußball herbeigeschrien haben? „Die modernen Hilfsmittel müssen genutzt werden! Im American Football und Tennis funktioniert es einwandfrei! Die Technik wird für weniger Fehlentscheidungen sorgen!“ Und was passierte nach der Einführung des VAR? „Der Videobeweis macht den Fußball kaputt! Er spielt mit den Emotionen! Es gibt mehr Diskussionen als vorher!“

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Kirchdorfs Jan-Erik Berkenkamp köpft ein zum zwischenzeitlichen 3:1, SV Wilkenburgs Keeper Burhan Öztürk ist chancenlos, trifft mit dem Fuß nur die Nase des Kirchdorfers. Zur Galerie
Kirchdorfs Jan-Erik Berkenkamp köpft ein zum zwischenzeitlichen 3:1, SV Wilkenburgs Keeper Burhan Öztürk ist chancenlos, trifft mit dem Fuß nur die Nase des Kirchdorfers. ©

Es wird Kritik hageln

Man kann es einfach nicht jedem recht machen. Das wird auch passieren, wenn sich die Verbände dafür entscheiden, wie nach der Corona-Unterbrechung mit dem Rest der Saison umzugehen sein wird. Ob Fortsetzung unter Zeitdruck, Abbruch oder Annullierung – es wird Kritik hageln und von Ungerechtigkeit oder Benachteiligung gesprochen werden.

Im Profifußball werden Unsummen bewegt, die dafür sorgen werden, dass bald Geisterspiele stattfinden, damit die Saison abgeschlossen wird. Das wird bei den Amateuren nicht der Fall sein. Es wäre utopisch, bei den augenblicklichen Maßnahmen und Prognosen zur Eindämmung der Epidemie vor dem Sommer noch an Spielbetrieb zu denken. Und wann soll die restliche Spielzeit halbwegs vernünftig zu Ende gebracht werden, damit die neue Saison zu einer akzeptablen Zeit noch angefangen werden kann?

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Ein fairer Vorschlag

Ich hätte einen Vorschlag zu machen. Sobald wieder gespielt werden darf, gibt man den Akteuren Zeit, wieder ins Training zu kommen und organisiert eine Art Pokalwettbewerb bis Mitte November, damit die Teams auch wieder den Wettkampfmodus kennenlernen. Von Mitte November bis Ende Februar kann erfahrungsgemäß ohne Kunstrasen ohnehin nicht gespielt werden, und Anfang März 2021 wird die Saison 2019/2020 mit einjähriger Verspätung fortgesetzt. Kein Tabellenführer muss um seinen Vorsprung fürchten, keinem Kellerkind wird die Chance genommen, den Abstieg noch aus eigener Kraft zu verhindern. Der Kritikhagel darf genau jetzt einsetzen.