05. Oktober 2021 / 18:09 Uhr

Wird Lacroix einer der teuersten Wolfsburger? Schmadtke findet Diskussion "albern"

Wird Lacroix einer der teuersten Wolfsburger? Schmadtke findet Diskussion "albern"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gut und teuer: Julian Draxler, Kevin De Brunye, Maxence Lacroix und Edin Dzeko (v. l.).
Gut und teuer: Julian Draxler, Kevin De Brunye, Maxence Lacroix und Edin Dzeko (v. l.). © Boris Baschin
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Maxence Lacroix soll beim VfL Wolfsburg eine Ausstiegsklausel in Höhe von 40 Millionen Euro haben - und könnte damit der zweitteuerste Wolfsburg-Profi aller Zeiten werden. Manager Schmadtke findet eine Woche nach der Vertragsverlängerung die Diskussion um einen möglichen Abschied des Franzosen allerdings albern.

Auf Spekulationen zur Zukunft von Maxence Lacroix hat Jörg Schmadtke so gar keine Lust. Im Sommer hatte der Manager des VfL Wolfsburg auf stur geschaltet, als der Top-Verteidiger das Interesse von RB Leipzig geweckt hat, in der vergangenen Woche verlängerte er den Vertrag des 21-jährigen Franzosen zu verbesserten Bezügen bis 2024. Und damit sei es nun auch erst einmal gut, denn „alles weitere werde man sehen“ - und jetzt schon darüber zu reden, was in den nächsten Transferperioden passiert, sei „albern“.

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Dass Lacroix weiter Interesse wecken wird, bleibt dennoch wahrscheinlich. Nach Sky-Informationen hat er eine Ausstiegsklausel von 40 Millionen Euro, was Schmadtke nicht kommentieren will. Unrealistisch ist diese Größenordnung allerdings nicht. Zur Einordnung: Sollte Lacroix den VfL wirklich einmal für diesen Betrag verlassen, wäre er nach Kevin De Bruyne und knapp vor Edin Dzeko der zweitteuerste Spieler, der Wolfsburg verlässt – und erst der fünfte, der dabei 30 Millionen oder mehr kostet. Neben De Bruyne (für rund 80 Millionen zu Manchester City) und Dzeko (für rund 38 Millionen zu Manchester City) fielen noch Julian Draxler (für 36 Millionen zu Paris St. Germain) und André Schürrle (für 30 Millionen zu Borussia Dortmund) in diese Preiskategorie.

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Dzeko war dabei aber der einzige, dessen Verpflichtung im Nachhinein in die Kategorie „Super-Schnäppchen“ fiel, rund 4 Millionen hatte der VfL für den bosnischen Torjäger nach Teplice überwiesen. Lacroix kostete 13 Jahre später nur eine Million mehr, kam aus der 2. Liga Frankreichs – und ist immer noch sehr jung, was angesichts seines enormen Potenzials oft übersehen wird. Schmadtke: „Er hat nicht die riesige Erfahrung, macht dafür aber gerade Riesenschritte, geht in sein zweites Bundesliga-Jahr und seine erste internationale Saison. Er ist jung, wird auch Fehler machen.“

Und auch Fehler machen dürfen. Schmadtke gesteht ein, dass ihm Lacroix in der Vorbereitung „nicht immer ganz so gut gefallen“ habe, was aber am Transferringen mit Leipzig lag: „Da haben Elemente außerhalb des Platzes eine Rolle gespielt.“ Zuletzt beim 1:3 gegen Gladbach erreichte Lacroix nicht sein Leistungslimit, das galt für viele andere aber auch. Schmadtke: „Es war nicht sein allerbestes Spiel, aber insgesamt ist er weiter mit guten Leistungen unterwegs.“

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Ähnlich sieht es Mitspieler Josuha Guilavogui, für den Lacroix, " wie mein kleiner Bruder" ist. "Ich bin sehr froh, dass er seinen Vertrag verlängert hat. Er kommt oft zum Essen zu mir. Es war nicht einfach für ihn", das Hin und Her um einen möglichen Leipzig-Wechsel "war seine erste turbulente Phase. Er hat nie etwas schlechtes über den VfL gesagt. Er weiß, was der VfL für ihn getan hat."

Nach dem Platzverweis am Samstag ist Lacroix nun für das nächste Spiel bei Union Berlin am Samstag in einer Woche gesperrt. Dass zudem mit Jay Brooks und Sebastian Bornauw zwei Innenverteidiger angeschlagen sind, muss noch keine allzu großen Sorgen machen. Falls es doch eng wird, steht mit Micky van de Ven schon der nächste junge Spieler bereit, der vielleicht irgendwann mal in die Super-Schnäppchen-Kategorie fallen soll. Einen Bundesliga-Einsatz hat der 20-jährige Niederländer, der für rund 3,5 Millionen Euro vom Zweitligisten Volendam gekommen ist, noch nicht. Schmadtke: „Irgendwann wird man ihn vielleicht ausprobieren müssen.“ So wie Lacroix, der zu Saisonbeginn 2020 davon profitierte, dass Marin Pongracic ausfiel. „Es ist mit fast allen jungen Spielern so“, sagt Schmadtke, „erst, wenn man sie reinschmeißt, sieht man, wie weit sie sind.“

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