25. Januar 2020 / 10:29 Uhr

"Er wird sehr gemocht": Wie geht es mit Sportchef Zuber bei Hannover 96 weiter? 

"Er wird sehr gemocht": Wie geht es mit Sportchef Zuber bei Hannover 96 weiter? 

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Beobachter: Sportchef Gerhard Zuber (rechts) und Dieter Schatzschneider beim 96-Training in dieser Woche. Der kommissarische Entscheider war rechte Hand von Horst Heldt, arbeitet jetzt eng mit Kenan Kocak (kleines Bild).
Beobachter: Sportchef Gerhard Zuber (rechts) und Dieter Schatzschneider beim 96-Training in dieser Woche. Der kommissarische Entscheider war rechte Hand von Horst Heldt, arbeitet jetzt eng mit Kenan Kocak (kleines Bild). © Florian Petrow
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Nah dran an der Mannschaft, oder doch lieber ein bisschen Abstand während eines Spiels? 96-Sportchef Gerhard Zuber will nun mit Trainer Kenan Kocak besprechen, ob er auf der Bank Platz nimmt. Derweil lobt 96-Profiboss Martin Kind: „Er hat die Transfers super abgewickelt."

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Was Gerhard Zuber zu seiner überraschenden Beförderung vom Gerichtssaal in das von Jan Schlaudraff verlassene Büro sagt, ist noch nicht bekannt. Der 44-Jährige, jetzt wieder als Sportlicher Leiter in Amt und Würden, hält sich öffentlich zur eigenen Personalie zurück. Er gibt zurzeit keine Interviews.

Spannend wäre es ja schon zu hören, ob er mit der Faust in der Tasche für 96 arbeitet – oder vielleicht sogar auf eine Dauerlösung als verantwortlicher Sportchef hofft.

96 kassierte jedenfalls allseits Hohn und Spott für die Personalie. Intern zeigt man sich jedoch sehr zufrieden über die reibungslosen Absprachen zwischen Zuber und Trainer Kenan Ko­cak. „Die beiden sind sich typmäßig ähnlich und können gut miteinander“, meint 96-Profichef Martin Kind und lobt: „Zuber hat die drei Transfers super abgewickelt.“ John Guidetti, Dominik Kaiser und Martin Hansen kamen. Zuber kniet sich auch weiter voll in die Arbeit, spricht mit Beratern und verhandelt mit Spielern.

Die Manager von Hannover 96 seit 1996:

<b>Franz Gerber:</b> Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. Zur Galerie
Franz Gerber: Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. ©

"Einen guten Draht, er wird sehr gemocht"

Vor dem Pflichtspielauftakt am kommenden Dienstag stellt sich nun eine Frage: Wird Zuber auch auf die Bank befördert? Wird er in Regensburg neben dem Trainer sitzen? Oder wird er auf der Tribüne sitzen?

Zuber hat das noch nicht entschieden, er will darüber noch mit Kocak sprechen. Wenn der Trainer zustimmt – und davon ist wohl auszugehen –, wird Zuber vermutlich auf der Bank sitzen. Kocak kann ja gut mit dem neuen, alten Sportchef zusammenarbeiten, und auch mit den Spielern passt es. Nach der Entscheidung für Zuber hatte sich Kocak bereits positioniert: „Gerry hat zu den Jungs in der Mannschaft noch einen guten Draht, er wird sehr gemocht.“

Zu seiner Zeit als rechte Hand von Horst Heldt war Zuber bei den 96-Spielen Dauergast auf der Bank. Heldt und Zuber arbeiteten viele Jahre zusammen. Erst beim VfB Stuttgart, wo Zuber Scout war und Heldt Sportvorstand, danach bei Schalke in der gleichen Konstellation wie bei 96.

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Will 96 ihn als Dauer- oder Übergangslösung?

Nach Heldts Entlassung im April des vergangenen Jahres war Zuber kaltgestellt worden und verklagte 96. Da ging’s um die Vertragsdauer und eine Abfindung. Bis zum 30. Juni ist er nach 96-Lesart ohnehin angestellt. Nach dem Urteil der ersten Instanz des Arbeitsgerichts gilt sein Vertrag unbefristet.

Was machen beide Seiten nun aus der Konstellation? Setzt Zuber da­rauf, dass ihn Heldt zum 1. FC Köln nachholt? Vielleicht schon zur nächsten Saison? Will 96 ihn als Dauer- oder Übergangslösung?

Kind hat schon zu Zeiten, als Heldt bei 96 wackelte, versucht, Zuber zur Abnabelung von seinem Ziehvater Heldt zu überreden und zum Chef zu machen. „Ich empfehle ihm, seinen eigenen Weg zu gehen“, sagt Kind jetzt wieder, „vom Typus und seinem großen Wissen über den Markt hat Zuber alle Voraussetzungen, er sollte die Chance nutzen.“

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