29. Oktober 2020 / 12:49 Uhr

"Wirft uns nicht um": BSG Chemie Leipzig behält nach Niederlage in Halberstadt den Fokus

"Wirft uns nicht um": BSG Chemie Leipzig behält nach Niederlage in Halberstadt den Fokus

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
Jagatic
Sprach nach dem Schlusspfiff lange mit seinen Jungs: Chemie-Coach Miroslav Jagatic. © Christian Donner
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Mit dem 1:2 (0:2) beim VfB Germania Halberstadt war die BSG Chemie Leipzig am Mittwochabend natürlich alles andere als glücklich. Erneut mangelte es in entscheidenden Situationen an Toren. Dennoch: Der Blick geht nach vorn. Denn am Sonntag wartet der Chemnitzer FC.

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Halberstadt/Leipzig. Die Halberstädter um Kapitän Patrick Twardzik führten am Mittwochabend vor 619 Zuschauern (davon rund 200 aus Leipzig) im Friedensstadion einen Freudentanz auf. Klar, schließlich hatten sie soeben 2:1 gegen die BSG Chemie gewonnen und damit den ersten Heimsieg der Saison geholt. Während die VfB-Kicker feierten sprach Chemietrainer Miroslav Jagatic mit ernstem Gesicht lange im Kreis seiner Spieler.

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Markige Worte von Twardzik

Vor allem in der zweiten Halbzeit hatte der Chemie-Coach von der Seitenlinie immer wieder lautstarke Anweisungen gegeben, um seine Jungs an das vorgegebene Spiel- und Zuordnungssystem zu erinnern. Allein es wollte nicht so recht klappen. "Wir wussten, dass es schwer wird," so Jagatic im Anschluss gegenüber dem SPORTBUZZER, "denn Halberstadt traut sich zu Hause mehr zu." Kapitän Stefan Karau resümierte knapp: "Es ist hier immer ekelig. Wir haben in den entscheidenden Situationen nicht die Tore gemacht."

DURCHKLICKEN: Bilder vom BSG-Gastspiel in Halberstadt

Die BSG Chemie hat das Regionalligaspiel beim VfB Germania Halberstadt – trotz Überzahl in der zweiten Halbzeit – mit 1:2 (0:2) Toren verloren. Zur Galerie
Die BSG Chemie hat das Regionalligaspiel beim VfB Germania Halberstadt – trotz Überzahl in der zweiten Halbzeit – mit 1:2 (0:2) Toren verloren. © Christian Donner

Tatsächlich hatte Halberstadts Spielführer Twardzik zu Wochenbeginn in der "Volksstimme" angekündigt, dass seine Mannschaft "definitiv einen Sieg aus den kommenden zwei Begegnungen" herausholen werde. Zur Auswahl standen da noch Chemie am Mittwoch oder Babelsberg am Sonntag. Der Sohn des ehemaligen FC-Sachsen-Keepers René Twardzik hatte zudem nüchtern bemerkt, dass er beim letzten Testspiel im August gegen Chemie "keinen besonderen Fußball" beim Gegner wahrgenommen hatte. Das Spiel ging damals 1:1 aus. In der Sommerhitze trafen Pascal Pannier und Gino Dörnte jeweils vom Elfmeterpunkt.

Fokus auf Spiel gegen Chemnitz

BSG-Sportdirektor Andy Müller-Papra hatte zuvor gemahnt, dass es "ein ekeliges Spiel" werde, und er sollte Recht behalten. Recht behielt auch der VfB-Kapitän. Er fasste den Sieg seiner Mannschaft kurz zusammen: "Es war wieder kein besonderer Fußball von Chemie. Sie spielen immer so. Das klappt bei anderen Mannschaften, bei uns heute nicht." Halberstadt kletterte dank der drei Punkte auf Platz 16 der Regionalliga Nordost.

Für Benjamin Boltze, der von 2016-2019 bei Germania Halberstadt spielte, stellten die Ankündigungen von Twardzik eine Motivation dar. Allerdings "verschlief" die BSG seiner Ansicht nach die erste Halbzeit. Nach der Gelb-Roten Karte gegen VfB-Neuzugang Maksym Kowal wegen Torjubels mit freiem Oberkörper schnupperte Chemie Morgenluft. "Mit einem Mann mehr wollten wir mehr in der zweiten Halbzeit", so Boltze. Dazu kam es bekanntlich nicht, denn nach dem schnellen Anschlusstreffer konnte der Halberstädter Torwart Florian Sowade einfach nicht noch einmal überwunden werden. Boltze wollte kein Drama daraus machen: "Diese Niederlage wirft uns nicht um." Vielmehr gelte jetzt: "Punkte holen gegen den Chemnitzer FC". Der wird am Sonntag nach Leutzsch kommen.