13. Februar 2019 / 05:58 Uhr

BVB-Star Axel Witsel exklusiv vor Duell mit Tottenham: "Sollten nicht verrücktspielen"

BVB-Star Axel Witsel exklusiv vor Duell mit Tottenham: "Sollten nicht verrücktspielen"

Robert Hiersemann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Axel Witsel spielt seit Sommer 2018 für Borussia Dortmund.
Axel Witsel spielt seit Sommer 2018 für Borussia Dortmund. © Verwendung weltweit
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Borussia Dortmund fährt mit einigen Sorgen nach London. Der belgische Mittelfeldspieler Axel Witsel macht dennoch Mut für das Champions-League-Spiel gegen Tottenham. Im exklusiven SPORTBUZZER-Interview spricht er über den Gegner, die Premier League und Marco Reus.

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Schon bei der Anreise nach London lief einiges schief. Am Dortmunder Flughafen stellten die BVB-Profis Jadon Sancho und Abdou Diallo fest, dass sie ihren Pass vergessen hatten und in aller Hektik noch mal los mussten. Ömer Toprak hatte zwischenzeitlich noch seine Bordkarte verloren, und so hob das Flugzeug gen London mit 17 Minuten Verspätung ab, wie die Bild am Dienstag berichtete.

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Es passt ins Bild der Borussen, die am Mittwoch (21 Uhr, DAZN) im Achtelfinalhinspiel der Champions League im Wembley-Stadion auf Tottenham Hotspur treffen. Nach dem bitteren Aus im DFB-Pokal und dem verschenkten Sieg beim 3:3 in der Liga gegen Hoffenheim hat der BVB seine erste Minikrise. Der zuletzt krank fehlende Trainer Lucien Favre ist zwar wieder gesund, ihm fehlen aber weiterhin Marco Reus und Paco Alcácer. Auch Lukasz Piszczek (Fersenprobleme) und Julian Weigl (krank) flogen nicht mit nach London.

Warum der Bundesliga-Tabellenführer trotzdem optimistisch ins Spiel geht, erklärt der belgische BVB-Newcomer Axel Witsel.

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Herr Witsel, wie stehen die Chancen für den BVB gegen Tottenham?

Ich kenne einige der Spieler wie meine belgischen Landsleute Jan Vertonghen und Toby Alderweireld. Tottenham ist ein starkes Team, sie stehen mit Recht in der Spitzengruppe der Premier League. Es werden spannende Spiele zwischen Dortmund und den Spurs, die Chancen stehen aus meiner Sicht bei 50:50.

Tottenham ist demnach nicht stärker?

Wir sollten nicht nach London fliegen und verrücktspielen, so nach dem Motto: Wir müssen hier gewinnen. Wir müssen intelligent spielen. Das ist wichtig, weil wir das zweite Spiel in Dortmund dann noch vor uns haben.

Bei Tottenham werden wohl die Topstars Harry Kane und Dele Alli fehlen.

Kane ist ein echter Vollstrecker. Direkt vor dem gegnerischen Tor ist er ein Killer. Aber man kann nie sicher sein. Warten wir doch mal ab.

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Die Premier League wird aktuell extrem gehypt. Doch sind die Briten tatsächlich so viel besser als die Bundesliga?

Ich glaube nicht, dass die Premier League in Gänze besser als die Bundesliga ist. Es geht dabei vor allem um den medialen Hype. Viel mehr Menschen in der Welt sehen die Premier League im TV, weil sie fast überall empfangbar ist. Die internationalen Medien orientieren sich auch aus historischen Gründen eher nach England als nach Deutschland, Italien oder Frankreich. Ich sehe aber keinen gravierenden Unterschied in der Qualität des Fußballs.

"Du brauchst auch etwas Glück"

Dafür spricht, dass mit Schalke, dem FC Bayern und dem BVB drei deutsche Vereine im Achtelfinale stehen. Glauben Sie, dass es der BVB ins Finale schaffen kann?

Wir schauen nur von Spiel zu Spiel. Im Fußball weiß man nie (lacht). Du brauchst auch etwas Glück, um es so weit zu schaffen.

Sie sind jetzt seit einigen Monaten in Deutschland. Wer ist für Sie der beste deutsche Spieler in der Bundesliga?

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Marco Reus. Ich habe keinen deutschen Spieler in den letzten sechs Monaten gesehen, der besser ist als er. Marco hat schon 17 Pflichtspieltore für uns geschossen und elf Vorlagen gegeben. Er ist einer der wichtigsten Spieler für uns, und wir sind Tabellenführer der Bundesliga. Schade, dass er im Hinspiel fehlen wird.

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"Reus ist der beste Deutsche in der Bundesliga"

Was wussten Sie über Reus, bevor Sie zum BVB kamen?

Ich wusste, dass er bereits für Gladbach gespielt hat und Lucien Favre auch dort schon sein Trainer war. Marco war sehr jung und Favre hat ihn trotzdem spielen lassen. Favre hat ihm bei seinen ersten Schritten in der Bundesliga geholfen. Den Rest habe ich dann in Dortmund erfahren. Etwa, wie viel Pech er mit Verletzungen hatte.

Das geht ziemlich ins Detail.

Aber natürlich. Jeder in Europa kennt Marco Reus. Warum auch nicht? Er spielt für die deutsche Nationalmannschaft und ist einer der besten Spieler der Bundesliga.