16. April 2021 / 16:30 Uhr

Witzke statt Weber: SC DHfK Leipzig setzt auf Teamgeist statt Konkurrenzkampf

Witzke statt Weber: SC DHfK Leipzig setzt auf Teamgeist statt Konkurrenzkampf

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
DHfK Leipzig
Witzke (l.) oder Weber: Wer wird den Vorzug bekommen? © Christian Modla
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Mit dem nahenden Wechsel von Nationalspieler Philipp Weber steht beim SC DHfK Leipzig eine unangenehme Frage im Raum. Bleibt der Rückraum-Star weiter die erste Geige oder tritt Nachfolger Luca Witzke schon jetzt in seine Fußstapfen? Derweil fällt Niclas Pieczkowski verletzt aus.

Leipzig. Dass der Wurf von Philipp Weber präziser ist, bestreitet Luca Witzke nicht. Die beiden Rückraum-Asse des SC DHfK Leipzig sprachen kürzlich beim Pay-TV-Sender Sky im Doppelinterview über Stärken, Schwächen und ihren Konkurrenzkampf um die begehrten Einsatzzeiten. Fazit: Witzke hat den größeren Bizeps, Weber den genaueren Wurf und beide sind immer für einen frechen Spruch zu haben. Eine Frage, die nach dem lockeren Gespräch aber offen blieb: Kann Witzke schon jetzt in die Fußstapfen von Weber treten und die Führung der Mannschaft übernehmen?

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Ein Blick auf die jüngsten Einsatzzeiten der beiden zentralen Rückraumspieler zeigt eine eindeutige Tendenz. Coach André Haber setzt vermehrt auf den Youngster, der auch in den kommenden Jahren die Führung der Mannschaft übernehmen könnte. Das liegt zum einen an dem unglaublichen Talent von Witzke und zum anderen an der inzwischen genesenen Knie-Prellung von Nationalspieler Weber, die seinen designierten Nachfolger gegen Kiel und Berlin in den Fokus rückte.

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Auch beim 26:18-Heimsieg gegen HBW Balingen-Weilstetten stand der 22-Jährige in der ersten Sieben: „Wir haben eine gute Mannschaft, in der die Last auf viele Schultern verteilt sein soll. Luca Witzke hat in den vergangenen Wochen tolle Spiele gezeigt“, erklärt Haber die Entscheidung für den talentierten Rechtshänder, der einen weiteren Vorteil mitbringt. Witzke spielt auch in der 6:0-Abwehr der Grün-Weißen stark mit.

"Name vorne auf Trikot ist wichtiger"

Weber ist hingegen durch und durch Offensiv-Experte. Zuletzt hatte der künftige Magdeburger in der Nationalmannschaft zwar immer wieder Einsatzzeiten in der Defensive bekommen und auch bei den Sachsen ein vorbildliches Rückzugsverhalten an den Tag gelegt, eine größere Aufgabe in der Abwehr wird er in seiner Karriere aber kaum noch erhalten.

Diesen strategischen Ansatz verfolgt auch Haber. „Außerdem wollte ich heute mit nur einem Wechselnden beginnen, um unseren Rückzug besser organisieren zu können“, gibt der 34-Jährige Einblick. Als weitere Option steht dem Coach schließlich noch Niclas Pieczkowski zur Verfügung, der aktuell aber mit starken Rückenschmerzen ausfällt und bis zum Spiel gegen den Bergischen HC gründlich durchgecheckt werden soll.

Einen großen Konkurrenzkampf will der Cheftrainer in seiner Mannschaft aber nicht sehen. „In einem Film habe ich mal gehört, der Name vorne auf dem Trikot ist wichtiger, als der hinten drauf“, gibt Haber zu verstehen. Die Position der ersten Geige bleibt bis zum Sommer also offen und wird je nach Gegner und Taktik entschieden – und zur neuen Saison der nächste Konkurrent für Witzke gefunden.