27. Februar 2020 / 08:03 Uhr

WM 2022 in Katar: Organisationschef Al-Thawadi kritisiert DFB-Präsident Keller: "Fehlinformiert"

WM 2022 in Katar: Organisationschef Al-Thawadi kritisiert DFB-Präsident Keller: "Fehlinformiert"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Katars WM-OK-Chef Hassan Al Thawadi hat DFB-Präsident Fritz Keller als fehlinformiert bezeichnet.
Katars WM-OK-Chef Hassan Al Thawadi hat DFB-Präsident Fritz Keller als fehlinformiert bezeichnet. © imago images/DeFodi/dpa
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Der Organisationschef der WM 2022 in Katar verspricht: Alle Stadien werden rechtzeitig fertig - und nicht nur das. Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kritisiert Hassan Al-Thawadi DFB-Präsident Fritz Keller für dessen Aussage, dass die WM-Vergabe an Katar eine "ganz schlechte Entscheidung" sei.

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Hassan Al-Thawadi, der Organisationschef der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar, hat den neuen DFB-Präsidenten Fritz Keller als „fehlinformiert“ bezeichnet. Keller hatte Mitte Dezember die WM-Vergabe an Katar kritisiert und als "ganz schlechte Entscheidung" in "vielerlei Hinsicht" bezeichnet. "Ich habe Herrn Keller bisher nicht kennengelernt. Seine Äußerungen sind unglücklich und zeugen von Fehlinformationen", sagte Al-Thawadi der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Der 62 Jahre alte Keller hatte die Fußball-WM "auch aus ökologischer Sicht nicht zeitgemäß" bezeichnet. Selbst die Verlegung in den Winter bringe eine ungeheure Energieverschwendung mit sich, um die Stadien herunterzukühlen, kritisierte der DFB-Präsident. Laut Keller würden auch die Nationalspieler mit Blick auf das Großevent im Jahr 2022 vor keiner einfachen Situation stehen. "Von ihnen zu erwarten, sie würden Probleme lösen, an denen auch die Politik scheitert, wäre zu viel verlangt. Sie sind nicht Bundeskanzler oder Außenminister. Aber ich habe volles Vertrauen in sie, dass sie die Situation einordnen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch ihre Stimmen erheben werden."

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Al-Thawadi kontert DFB-Präsident Keller

Der OK-Chef kontert: Die WM in Katar habe jetzt schon viele soziale Entwicklungen, Verbesserungen der Menschenrechte und Arbeiterrechte angestoßen, sagte Al-Thawadi. "Die WM wird das erste CO2-neutrale Turnier sein. Zudem ist das Klima im November und Dezember wesentlich angenehmer für Spieler und Zuschauer. Wenn Herrn Keller diese Fakten erst mal nahegebracht worden sind, bin ich mir sicher, wird er seine Meinung neu betrachten."

Obwohl vier der acht Stadien des von 2,7 Millionen Menschen bewohnten Landes in anderen Städte gebaut wurden und werden, beträgt die längste Distanz zwischen ihnen 55 Kilometer und etwa einer Stunde Fahrtzeit. WM-Mittelpunkt bleibt aber Doha, wo rund 1,5 Millionen Gäste und sämtliche 32 Mannschaften wohnen - und wo das Endspiel kurz vor Heiligabend 2022 im 80.000 Zuschauer fassenden Lusail-Stadion stattfinden soll.

WM-OK-Chef Al-Thawadi: Alle Stadien in Katar bis 2021 fertig

Nach den Problemen bei der Klub-WM, wo im neuen "Education City Stadion" hätte gespielt werden sollen, es aber nicht ausgiebig vor dem Turnier getestet werden konnte, gelobt Al-Thawadi Besserung: "Es ist jetzt das dritte fertige WM-Stadion, bis zum Sommer sind es fünf, am Ende dieses Jahres werden es sechs sein und 2021 sind alle acht fertig."