06. Dezember 2022 / 21:54 Uhr

Ronaldo-Ersatz Ramos überragt: Portugal zerlegt die Schweiz – Superstar nur Joker

Ronaldo-Ersatz Ramos überragt: Portugal zerlegt die Schweiz – Superstar nur Joker

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Goncalo Ramos hat mit einem Dreierpack gegen die Schweiz geglänzt. Superstar Cristiano Ronaldo saß lange nur auf der Bank.
Goncalo Ramos hat mit einem Dreierpack gegen die Schweiz geglänzt. Superstar Cristiano Ronaldo saß lange nur auf der Bank. © IMAGO/Xinhua/Focus Images (Montage)
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Zum Abschluss der WM-Achtelfinalspiele gab es einen Kantersieg, Portugal besiegte die Schweiz mit 6:1. Superstar Cristiano Ronaldo saß beim Erfolg der Iberer lange auf der Bank. Ausgerechnet sein 16 Jahre jüngerer Ersatzmann Goncalo Ramos wurde mit drei Toren zum entscheidenden Mann.

Das Viertelfinale der WM in Katar ist komplett: Im letzten Achtelfinale des Turniers hat sich Portugal überraschend deutlich mit 6:1 (2:0) gegen die Schweiz durchgesetzt. Die Iberer wurden dabei vom überragenden Goncalo Ramos angeführt, der unverhofft anstelle von Superstar Cristiano Ronaldo in der Startelf stand und das in ihn gesetzte Vertrauen mit einem Dreierpack (17., 51., 67.) rechtfertigte. Außerdem trafen der 39 Jahre alte Pepe (33.), der somit zum ältesten Torschützen in einer K.o.-Runde der WM-Geschichte wurde, Dortmunds Raphael Guerreiro (56.) und Rafael Leao (90.+2), während Ex-BVB-Verteidiger Manuel Akanji (58.) den Ehrentreffer der schwachen Eidgenossen markierte. Ronaldo, der von den Fans im Lusail Iconic Stadium zuvor bereits lautstark gefordert worden war, wurde in der Schlussphase für Ramos eingewechselt. Die Portugiesen treffen in der Runde der letzten Acht nun am Samstag (16 Uhr) auf Marokko, das sich am frühen Abend überraschend gegen Spanien durchgesetzt hatte.

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Für einen Knall hatte bereits vor dem Anpfiff Portugals Nationaltrainer Fernando Santos gesorgt, indem er den zuletzt formschwachen Ronaldo auf die Bank gesetzt hatte. Aus der Mannschaft, die zum Abschluss der Gruppenphase mit 1:2 gegen Südkorea verlor, blieben lediglich Innenverteidiger Pepe, Torwart Diogo Costa und Rechtsverteidiger Diogo Dalot in der Startelf. Bei den Schweizern kehrte der wiedergenesene Gladbacher Yann Sommer für Gregor Kobel zwischen die Pfosten zurück, für den erkrankten Silvan Widmer spielte dessen Mainzer Teamkollege Edimilson Fernandes hinten rechts.

39 Jahre und 283 Tage: Pepe stellt mit Tor Rekord auf

Beide Mannschaften legten ohne größere Offensivszenen los, das Spiel verlief so in der Anfangsviertelstunde auf mäßigem Niveau. Die Portugiesen erarbeiteten sich jedoch frühzeitig klare Vorteile. Und so dauerte es nicht lange bis zur Führung, die ausgerechnet der Ronaldo-Ersatz Goncalo Ramos erzielte. Nach Zuspiel von Joao Felix überwand der Angreifer Sommer mit einem satten Linksschuss ins kurze Eck (17.) - ein Klasse-Treffer des erst 21 Jahre alten Mittelstürmers von Benfica Lissabon. Sommer war kurz danach gleich wieder im Fokus, diesmal bewahrte er die Eidgenossen aber mit einer Parade gegen Otavio (22.). Von der Schweiz kam unterdessen zu wenig, Xherdan Shaqiri schlenzte einen Freistoß aus rund 25 Metern knapp am portugiesischen Tor vorbei (30.), noch die beste Chance der Zentraleuropäer, die ansonsten offensiv viel zu bieder agierten.

Portugal zeigte sich dagegen extrem effizient: Eine Ecke von Bruno Fernandes köpfte Pepe zum 2:0 ins Netz - der Innenverteidiger wurde von den Eidgenossen sträflich allein gelassen (33.). Bei seinem Tor war Pepe 39 Jahre und 283 Tage alt - nie zuvor hatte es einen älteren Torschützen in einem K.o.-Spiel bei einer WM gegeben. Die Schweiz probiertes es mit einer schnellen Antwort, nach einem unorthodoxen Klärungsversuch von Costa konnte Portugals Abwehr aber vor der Linie klären (38.). Die Iberer hatten noch vor der Halbzeit sogar die Möglichkeit, auf 3:0 zu stellen und die Vorentscheidung herbeizuführen, Sommer parierte nach einem Konter aber weltklasse gegen den allein auf ihn zueilenden Ramos (43.).

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Fans fordern Ronaldo-Einwechslung mit Sprechchören

Nach Wiederanpfiff gingen die Portugiesen auf die Entscheidung und zeigten, dass sie auch ohne Ronaldo furiosen Offensivfußball zelebrieren können. Eine Hereingabe von Dalot vollendete Ramos durch die Beine von Sommer zum 3:0 (51.), ehe Guerreiro diesmal auf Zuspiel von Ramos sogar den vierten Treffer der Iberer beisteuerte (56.). Die Schweiz betrieb in Person von Guerreiros langjährigem BVB-Kollegen Manuel Akanji Ergebniskosmetik (58.), als Portugal den Innenverteidiger am langen Pfosten unbewacht ließ.

Beirren ließ Santos' Team sich davon indes nicht, vielmehr wurde im weiteren Verlauf beinahe ein Klassenunterschied erkennbar: Vor allem Felix (23) und Ramos (21) stellten die eidgenössische Auswahl immer wieder vor Probleme - und deuteten so vor den Augen von Ersatzmann Ronaldo (37) einen Generationenunterschied an. Als Felix in der 67. Minute seinen Sturmpartner bediente und dieser zum dritten Mal treffen konnte, war der Widerstand der Schweizer endgültig gebrochen. Santos wechselte, brachte nach teils minutenlangen "Ronaldo, Ronaldo"-Sprechchören unter frenetischem Jubel seinen Superstar als Joker ins nun entschiedene Spiel. Jede Aktion des früheren Weltfußballers wurde nun lautstark gefeiert, auch wenn "CR7" mit Ausnahme eines Abseitstores (84.) nicht mehr auf sich aufmerksam machen konnte. Stattdessen traf mit Rafael Leao ein weiterer Einwechselspieler: Der Milan-Star schlenzte sehenswert an Sommer vorbei (90.+2) und setzte mit dem sechsten Treffer der Portugiesen den Schlusspunkt einer spektakulären Partie.

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