01. April 2022 / 20:35 Uhr

Michael Rummenigge zur deutschen Gruppe: Spanien ist ein WM-Favorit - Weiterkommen Pflicht

Michael Rummenigge zur deutschen Gruppe: Spanien ist ein WM-Favorit - Weiterkommen Pflicht

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Gruppengegner von Bundestrainer Hansi Flick und der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Katar stehen fest.
Die Gruppengegner von Bundestrainer Hansi Flick und der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Katar stehen fest. © IMAGO/MIS (Montage)
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SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge blickt nach der Auslosung auf die deutsche WM-Gruppe und schwärmt von Gegner Spanien. Ein Weiterkommen des DFB-Teams sei aber Pflicht.

Spanien, Japan und der Gewinner des Playoff-Duells zwischen Costa Rica und Neuseeland sind für die deutsche Nationalmannschaft also die ersten drei Hürden auf dem Weg zu einer möglichst erfolgreichen Winter-WM in Katar. Ich muss nach der Auslosung am Freitagabend sagen: Auf das DFB-Team wartet eine sehr große Herausforderung. Die Spanier zählen für mich neben Frankreich zu den Turnier-Favoriten. Zudem haben sie der deutschen Mannschaft beim 0:6 in der Nation League im November 2020 eindrucksvoll die Grenzen aufgezeigt und sind fast schon eine Art Angstgegner. Zwar veränderte Bundestrainer Hansi Flick die deutsche Auswahl, seit er das Amt von Joachim Löw übernommen hat, aber auch Spanien ist nicht schlechter geworden. Sie haben eine tolle junge Mannschaft.

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Alle fragen sich nun, was für das Team von Flick bei der Weltmeisterschaft insgesamt möglich ist? Ich würde sagen, dass eine Teilnahme am Halbfinale ein wirklich gutes Ergebnis wäre. Ob es für mehr reicht, hängt von so vielen Faktoren ab, dass ich mich heute noch nicht festlegen will. Wie lauten die Gegner in den möglichen K.o.-Spielen? Welche Verletzungen muss man verkraften? Findet man seinen Rhythmus? Fragen, die man erst in ein paar Monaten beantworten kann. Klar ist aber auch: Ein Desaster wie bei der WM 2018 darf man sich nicht noch einmal erlauben. Damals wurde man in einer mäßig besetzten Gruppe mit Mexiko, Schweden und Südkorea Letzter.

Folglich rate ich dazu, das nun anstehende Turnier mit Demut anzugehen – auch wenn DFB-Direktor Oliver Bierhoff, Flick und Kapitän Manuel Neuer den Titelgewinn als Ziel ausgegeben haben. Die beiden Tests gegen Israel und die Niederlande waren allerdings ein guter Start in das WM-Jahr. Wir verfügen über gute Spieler und - wenn alle fit sind – über eine richtig gute Mannschaft. Die Elf, die in Katar aufläuft, wird mit der Truppe, die wir zuletzt gesehen haben, aber nicht viel zu tun haben. Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Niklas Süle oder auch Serge Gnabry werden dann wieder dabei sein.

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Hansi Flick bei MagentaTV über die WM-Auslosung

Wer mir zudem viel Hoffnung mit Blick auf die WM macht, ist Jamal Musiala. Mit seinen erst 19 Jahren hat er mich durch seinen Auftritt in den Niederlanden tief beeindruckt. Clever, spielstark, einsatzfreudig – einfach ganz stark. Große Sorgen bereitet mir weiterhin nur die Situation im Angriff. Wir haben keinen klassischen Mittelstürmer wie Robert Lewandowski oder Erling Haaland. Timo Werner ist es nicht. Daher wäre ich mit etwaigen Titel-Prognosen vorsichtig.