18. Januar 2023 / 18:26 Uhr

Einen Monat nach dem WM-Finale: So turbulent ging es für die Stars von Argentinien und Frankreich weiter

Einen Monat nach dem WM-Finale: So turbulent ging es für die Stars von Argentinien und Frankreich weiter

Dominik Welle
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Alexis Mac Allister, Hugo Lloris und Lionel Messi (v. l.) standen allesamt im WM-Finale.
Alexis Mac Allister, Hugo Lloris und Lionel Messi (v. l.) standen allesamt im WM-Finale. © Imago/Picture Point LE/AFLOSPORT/Xinhua/Offside Sports Photography (Montage)
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Einen Monat ist das WM-Finale zwischen Argentinien und Frankreich mittlerweile her und die meisten Spieler sind wieder im Ligabetrieb. Während die Shootingstars Enzo Fernández und Randal Kolo Muani sich nach deren erster WM-Teilnahme in den Transferfokus spielten, beendete Altstar Hugo Lloris seine Nationalmannschafts-Karriere. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick, wie es für einige Stars nach dem Finale weiterging.

Das spektakuläre WM-Finale zwischen Argentinien und Frankreich (4:2 i.E.) ist bereits einen Monat her. Für die meisten Profis ging es wenige Wochen – für manche sogar nur wenige Tage – nach Ende des Wüstenturniers im Ligabetrieb weiter. Die WM-Fahrer des FC Bayern reisten sogar wenige Tage nach dem Turnier im Rahmen eines Trainingslagers erneut nach Katar. Von einer überwältigenden Zeremonie über Transfer-Zoff bis hin zu Karriereende in der Nationalmannschaft: Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), gibt einen Überblick, wie es für einige Stars nach dem Finale weiterging.

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Comeback von Lionel Messi bei PSG

Während Kylian Mbappé nur zehn Tage nach der Final-Niederlage für Paris Saint-Germain wieder auf dem Platz stand (2:1 gegen Racing Straßburg), durfte Weltmeister und Teamkollege Lionel Messi bis vergangenen Mittwoch pausieren. Beim 2:0-Erfolg gegen SCO Angers feierte der Argentinier sein Comeback und steuerte in Abwesenheit von Mbappé, der zu dem Zeitpunkt Sonderurlaub von Trainer Christoph Galtier genossen hatte, gleich einen Treffer bei. Fraglich war vor der Partie nur, wie der 35-Jährige bei seiner Rückkehr empfangen werden sollte. Soll Messi den WM-Pokal vor dem Anpfiff in den Händen halten und dem Pariser Anhang präsentieren, ausgerechnet nachdem er gegen Frankreich gewonnen hatte? Letztlich entschieden sich die Verantwortlichen gegen eine Empfangs-Zeremonie für den Superstar, vermutlich auch, weil das Tischtuch zwischen den PSG-Ultras und Messi seit dem bitteren Achtelfinalaus in der Champions League im März vergangenen Jahres bei Real Ma­drid (1:3) zerschnitten scheint. Immerhin wurde Messi beim Trainings-Comeback von seinem Team gefeiert.

Wirbel um Kylian Mbappé

Für Kylian Mbappé nahm das WM-Finale trotz seiner drei Treffer ein bitteres Ende. Nach seiner Rückkehr in den Liga-Alltag gegen Racing Straßburg am 28. Dezember hatte der französische Superstar Einblicke in seine Gefühlswelt gewährt. So gab er zum Beispiel zu, dass er die Niederlage vermutlich "nie verdauen" werde. Doch die Titel-Feierlichkeiten der Argentinier, bei der Mbappé wiederholt das Objekt von Spott-Gesängen und Schmähungen einiger Weltmeister geworden war, kümmerten den 24-Jährigen nicht: "Die Feierlichkeiten sind nicht mein Problem. Ich verschwende keine Energie damit, mich mit solch sinnlosen Dingen zu beschäftigen." Mit "sinnlosen Dingen" spielte der PSG-Profi vermutlich auf die Aktion von Argentiniens Torwart Emiliano Martínez an, der ihn bei der Weltmeister-Parade auf dem offenen Bus mit einer Puppe mit dem weinenden Gesicht von Mbappé in den Händen verhöhnt hatte. Nach einem kurzen Sonderurlaub stand Mbappé am Sonntag gegen Stade Rennes wieder auf dem Platz, konnte die 0:1-Niederlage jedoch ebenso wenig wie Messi oder Neymar verhindern.

Empfang von Alexis Mac Allister bei Brighton & Hove Albion

Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion dachte sich etwas ganz Besonderes für Weltmeister Alexis Mac Allister bei dessen Rückkehr aus. Nahezu der gesamte Verein stand Spalier für den Argentinier und klatschte mit ihm ab. Nach der Begrüßungsrunde durfte Mac Allister begleitet von Konfetti in den argentinischen Farben den WM-Pokal in die Lüfte strecken und die WM-Zeremonie quasi erneut erleben. Und damit nicht genug, wurde er beim Spiel von Brighton gegen den FC Liverpool (3:0) mit zahlreichen Fahnen und minutenlangem Applaus von den Fans herzlich empfangen.

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Hugo Lloris beendet Nationalmannschaftskarriere

Hugo Lloris hat im Finale bei der Weltmeisterschaft in Katar in jedem Fall sein letztes Spiel für die Franzosen bestritten. Wie der langjährige Torwart der "Equipe Tricolore" Anfang des Jahres bekanntgab, werde er sich aus der Nationalmannschaft zurückziehen und "die Führung" abgeben. Seinem Nationaltrainer Didier Deschamps habe er zuvor mitgeteilt, er wollte "in den Ruhestand gehen, solange er noch in Bestform ist." Insgesamt lief Lloris seit 2008 145-mal für die Nationalmannschaft auf – in 121 Partien führte er sein Team dabei als Kapitän aufs Spielfeld, beides ist Rekord. Bei der WM 2022 stellte Lloris eine weitere Bestmarke auf. Das Finale gegen Argentinien war sein 20. Spiel bei einer WM. Damit überholte der Franzose Manuel Neuer (19). Im ersten Spiel nach seiner Verkündung, sah es jedoch nicht so aus, als befinde Lloris sich derzeit in Bestform. Im Nord-London-Derby gegen Premier-League-Tabellenführer FC Arsenal war der 36-Jährige mit einem Eigentor maßgeblich an der 0:2-Niederlage beteiligt.

Enzo Fernández: Transfer-Verhandlungen sorgen für Zoff

Er war eine der Entdeckungen bei der WM: Enzo Fernández spielte sich mit starken Leistungen beim Wüstenturnier in den Transferfokus der großen Klubs. Allen voran der FC Chelsea soll großes Interesse an dem Gewinner der Trophäe für den besten Nachwuchsspieler der Weltmeisterschaft haben. Doch sein Verein Benfica Lissabon, die ihn erst Anfang der Saison für 14 Millionen Euro von River Plate verpflichtet hatte, soll Medienberichten zufolge nur bereits sein Fernández abzugeben, wenn ein Klub die festgeschriebene Ausstiegsklausel über 120 Millionen Euro bezahlt. Dass es bei den "Blues" nicht an Geld mangelt, machte erst kürzlich der Transfer von Mykhaylo Mudryk für insgesamt 100 Millionen Euro klar. Doch die Verhandlungen, die seit der WM zwischen den beiden Vereinen laufen, führten bislang zu keiner Einigung. "Wir lieben ihn und wollen, dass er bei Benfica bleibt", sagte sein Trainer Roger Schmidt, angesprochen auf einen möglichen Wechsel des 21-Jährigen.

Was dem ehemaligen Leverkusen-Coach allerdings nicht gefallen haben dürfte, war das Nichterscheinen seines Schützlings zum Trainingsauftakt am 2. Januar – in der Folgepartie gegen Portimonense strich Schmidt Fernández daraufhin. "Was der Klub macht, ist respektlos gegenüber uns allen. Ich kann das nicht akzeptieren. Den Spieler erst verrückt zu machen und so tun, als könne man die Klausel bezahlen, nur um später dann verhandeln zu wollen," ätzte Schmidt daraufhin gegen die Londoner, die offenbar versuchten, die Ablöse zu drücken. Mittlerweile scheint ein Wechsel eher unwahrscheinlich, beim 2:0-Erfolg gegen Varzim SC traf der Argentinier, wurde zudem frenetisch bejubelt und klopfte sich anschließend mehrfach auf das Benfica-Logo auf der Brust. Auf die Frage, ob er bis Saisonende bei den Portugiesen bleibt, antworte sein Trainer Schmidt anschließend kurz und knapp: "Ich hoffe es."

Wechselverbot für Eintracht-Star Randal Kolo Muani

Auch Randal Kolo Muani erlebte innerhalb eines halben Jahres einen kometenhaften Aufstieg – mit der Nominierung in den französischen WM-Kader als Belohnung. Zwar war dies nur möglich, weil sich Christopher Nkunku im Training verletzt hatte und dadurch nicht zur Verfügung stand, dennoch ist es der Verdienst des Frankfurt-Profis für seine starken Leistungen bei der Eintracht. Acht Tore und elf Vorlagen in 25 Spielen wecken Begehrlichkeit, so sollen sich unteranderem Premier-League-Klubs, darunter Manchester United, mit einem Transfer des 24-Jährigen beschäftigen. Doch dem Werben um den vor der Saison ablösefrei verpflichteten Franzosen schob SGE-Sportvorstand Markus Krösche vehement einen Riegel vor: Wir haben klar gesagt, dass wir keinen Leistungsträger verkaufen wollen. Dafür gibt es keinen Grund. Das bleibt auch so." Auf Nachfrage, ob er einen Wechsel selbst bei einer Ablöse von 100 Millionen Euro ablehnen würde, antwortete Krösche gelassen : "Ja, das ist so." Zwar steht Kolo Muani noch bis 2027 bei den Hessen unter Vertrag, doch im Sommer dürften zahlreiche Top-Klubs einen erneuten Anlauf wagen.

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