30. Juni 2019 / 14:55 Uhr

WM in Frankreich: VfL Wolfsburg auf jeden Fall im Endspiel dabei

WM in Frankreich: VfL Wolfsburg auf jeden Fall im Endspiel dabei

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ab Montag offiziell Spielerinnen des VfL Wolfsburg: Fridolina Rolfö, Svenja Huth, Dominique Bloodworth
Ab Montag offiziell Spielerinnen des VfL Wolfsburg: Fridolina Rolfö, Svenja Huth, Dominique Bloodworth © imago images / ZUMA Press
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Bis zum Viertelfinale waren alle WM-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg noch im Turnier dabei - aber dann ging es Schlag auf Schlag. Norwegen raus, Deutschland raus - die Zahl der verbliebenen Wolfsburgerinnen im Turnier sank dadurch dramatisch. Allerdings: Schon jetzt steht fest, dass der VfL zum ersten Mal seit 2007 wieder in einem WM-Finale vertreten sein wird - mit einer Schwedin oder einer Niederländerin.

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2007 war Martina Müller die bisher letzte Wolfsburgerin in einem WM-Finale, sie wurde beim 2:0-Sieg der DFB-Auswahl in Shanghai gegen Brasilien eingewechselt. Jetzt werden entweder Fridolina Rolfö (für Schweden) oder Dominique Bloodworth (für die Niederlande) die VfL-Farben im Finale vertreten - auch wenn beide noch kein Spiel für Wolfsburg gemacht haben. Denn die Neuzugänge des Double-Siegers sind erst ab Montag, 1. Juli, offiziell Spielerinnen des VfL Wolfsburg, ab diesem Tag zahlt die FIFA auch die Abstellungsgebühr (400 Euro pro Turniertag) für Rolfö und Bloodworth nicht mehr an den FC Bayern und an Arsenal, sondern an den VfL. Ebenso noch dabei, aber im Halbfinale offiziell nicht mehr Spielerinnen des VfL Wolfsburg sind die Schwedin Nilla Fischer und die englische Ersatztorhüterin Mary Earps. In den Halbfinals der WM treffen England und der große Favorit USA (Dienstag) sowie Europameister Niederlande und Deutschland-Bezwinger Schweden (Mittwoch) aufeinander. Außenstürmerin Rolfö wird den Schwedinnen allerdings erst im Finale oder im Spiel um Platz drei zur Verfügung stehen, sie muss gegen Bloodworth und Co. eine Gelbsperre abbrummen.

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Groß war die Enttäuschung im DFB-Team, das mit den drei VfLerinnen Almuth Schult, Sara Doorsoun und Alexandra Popp sowie Neuzugang Svenja Huth das Viertelfinale gegen Schweden am Samstag verlor. Beim Public Viewing im Fansaal der Wolfsburger VW-Arena bangten die Zuschauer vergeblich mit der deutschen Mannschaft, die durch die 1:2-Niederlage auch die Qualifikation für Olympia verpasst hat. Popp: „Es ist einfach ärgerlich, weil viel mehr drin war. Ich fand Schweden nicht so stark. Aber es ist bitter, dass wir Olympia verpasst und nächstes Jahr kein großes Turnier haben. Echt traurig.“ Die Wolfsburger Nationaltorhüterin Almuth Schult, die zuvor im Turnier kein Gegentor kassiert hatte und gegen Schweden eine starke Leistung bot, hatte "eigentlich nicht mit Urlaub gerechnet". Nun "stehe ich hier und muss irgendwie meine Zeit nutzen. Entweder zum Abschalten oder auch für irgendwas anderes.“

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Für Schult, Doorsoun, Popp und Huth geht es aller Voraussicht nach im DFB-Team weiter, die EM 2021 in England ist das nächste Ziel. Fraglich ist dagegen die Zukunft von VfLerin Lena Goeßling. Die erfahrenste deutsche Nationalspielerin (106 Länderspiele) war lediglich im Vorrundenspiel gegen Spanien zu einem WM-Einsatz gekommen. Ende des vergangenen Jahres hatte die 33-Jährige im SPORTBUZZER-Interview erklärt: "Der Gedanke, dann zu sagen: ,Gut, es reicht' ist schon da. ... Aber 2020 ist Olympia, die Zusammenarbeit mit der neuen Nationaltrainerin wird spannend, die WM muss auch erst noch kommen. Ich lasse mir da noch ein Hintertürchen offen." Dass Olympia 2020 nun ohne Deutschland stattfindet, macht Goeßlings Rückzug aus dem Nationalteam wahrscheinlicher - auch weil Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg bereits angekündigt hat, dass Spielerinnen sich wohl nach dem WM-Aus freiwillig aus dem Nationalteam verabschieden werden.

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Ähnlich groß wie im DFB-Team war die Enttäuschung bei den Norwegerinnen, auch wenn Noch-VfLerin Caroline Hansen (ab Montag Spielerin des FC Barcelona) anmerkte: "Wenn man eine Weltmeisterschaft unter den Top Acht beendet, kann man das Turnier erhobenen Hauptes verlassen." Mit Hansen, VfLerin Kristine Minde und VfL-Zugang Ingrid Engen hatte Norwegen bereits am Donnerstag mit 0:3 gegen England verloren.