02. Dezember 2022 / 18:06 Uhr

WM kompakt: Hwang schießt Südkorea per Last-Minute-Tor weiter – Uruguay und Ghana sind raus

WM kompakt: Hwang schießt Südkorea per Last-Minute-Tor weiter – Uruguay und Ghana sind raus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hwang Hee-chan (Mitte) hat Südkorea ins Achtelfinale geschossen. Uruguay (links) und Ghana (rechts) sind raus.
Hwang Hee-chan (Mitte) hat Südkorea ins Achtelfinale geschossen. Uruguay (links) und Ghana (rechts) sind raus. © Getty Images/IMAGO (Montage)
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Portugal hatte bereits vor dem letzten Spieltag der Gruppe H das Achtelfinal-Ticket sicher - doch wer würde folgen? Obwohl Ghana die beste Ausgangslage hatte und es im Laufe der Parallelspiele lange nach einem glücklichen Ende für Uruguay aussah, konnten am Ende die Südkoreaner jubeln - für die der Ex-Bundesliga-Profi Hwang Hee-chan zum Matchwinner wurde.

Südkorea - Portugal 2:1 (1:1)

Anders als 2014 und 2018 hat sich Südkorea für das Achtelfinale qualifiziert. Beim 2:1 gegen die bereits qualifizierten Portugiesen avancierte der frühere Bundesliga-Stürmer Hwang Hee-chan mit einem Treffer in der Nachspielzeit zum Matchwinner der Asiaten, die den Sieg zum Weiterkommen gebraucht hatten. Düpiert sind Ghana und Uruguay, die die Heimreise antreten müssen. Portugal ist trotz der Niederlage Gruppenerster und spielt nun im Achtelfinale gegen den Zweiten der Gruppe G.

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Portugals Trainer Fernando Santos rotierte nach der geglückten Achtelfinal-Qualifikation stark durch und veränderte seine Elf gegen Südkorea auf sechs Positionen - unter anderem erhielt Bruno Fernandes, der gegen Uruguay noch Matchwinner war, eine Verschnaufpause. Sein Ersatz Rodrigo Horta (5.) schoss die Iberer früh in Führung, für Südkorea glich Young-won Kim (27.) aus. Die vom Ex-Selecao-Trainer Paulo Bento (der nach seiner Roten Karte aus dem Ghana-Spiel von Assistent Sergio Costa vertreten wurde) gecoachten Südkoreaner hatten letztlich dank Hwang aber das spiel- und gruppenentscheidende letzte Wort.

Fernandes-Vertreter Horta versetzte den südkoreanischen Hoffnungen auf ein Weiterkommen einen frühen Dämpfer, als er eine Dalot-Flanke zum 1:0 ins Tor bugsierte (5.). Eine zündende Spielidee war bei den Koreanern zunächst kaum auszumachen, nach einem Eckball zappelte der Ball dann doch im portugiesischen Netz. Kim vollendete die Hereingabe von Heung-min Son zum Ausgleich (27.). Die großen Chancen blieben indes weiter bei Portugal, bei denen Vitinha und Cristiano Ronaldo mit einer Doppelchance scheiterten (42.).

Die zweite Hälfte begannen die Südkoreaner im Wissen, dass ein einziges Tor reichen würde, um den ersten Achtelfinal-Einzug seit 2010 unter Dach und Fach zu bringen - allerdings ohne richtig große Torraumszenen. Einen Aufreger gab es in der 70. Minute. Die Asiaten wollten einen Handelfmeter nach einem Einsatz von Joao Cancelo, der jedoch den Ball mit der Hüfte berührt hatte - Schiedsrichter Facundo Tello entschied folgerichtig nicht auf Strafstoß. Letztlich reichte ein Konter zum Lucky Punch der Südkoreaner: Portugal ließ Son unbewacht durch das Mittelfeld spazieren, der Tottenham-Star legte rüber zu Hwang, der das spielentscheidende 2:1 erzielte und seine Mannschaft jubeln ließ - allerdings erst nach bangen Minuten, in denen die Spieler an mobilen Endgeräten verfolgen mussten, was im anderen Spiel geschah. Als nichts mehr passierte, kannte der Jubel keine Grenzen.

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Ghana - Uruguay 0:2 (0:2)

Die Parallelpartie endete trotz des 2:0-Erfolgs von Uruguay letztlich mit zwei Verlierern - Ghana, weil man die beste Ausgangsposition des Trios frühzeitig aus der Hand gab und Uruguay, weil trotz des Sieges letztlich ein einziges Tor zum Weiterkommen fehlte. Bitter für Ghana: Ein verschossener Elfmeter von Kapitän André Ayew (21.) sorgte für eine Art Initialzündung bei den "Urus", die durch Giorgian de Arrascaeta (26., 32.) prompt per Doppelschlag antworten konnten. Nachdem es lange nach einem Happy End für die Celeste aussah, weil Portugal gegen die Südkoreaner ein Remis hielt, mussten die Superstars Edinson Cavani und Luis Suarez bei ihrer vermutlich letzten WM doch das Aus hinnehmen - weil Hwang in der Nachspielzeit für die Asiaten traf und Uruguay gegen Ghana ein drittes Tor verpasste.

Kurz, nachdem der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert nach einem Foulspiel von Torwart Sergio Rochet an Mohammed Kudus nach Rücksprache mit seinem VAR-Kollegen Bastian Dankert auf den Elfmeterpunkt zeigte (Siebert hatte zunächst auf Abseits entschieden) und Ayew mit einem schwachen Schuss an Rochet scheiterte, drehten die "Urus", bei denen Suarez wieder für Cavani in die Startelf gerückt war, mächtig auf: De Arrascaeta drückte einen abgefälschten Torschuss von Suarez zum 1:0 über die Linie (26.). Der Offensivspieler von Flamengo Rio de Janeiro schoss auch den zweiten Treffer der Celeste, als er einen sehenswerten Angriff per Direktabnahme vollendete (32.) - unhaltbar für Ghanas Keeper Ati Zigi.

Von Ghana kam lange zu wenig, die "Black Stars" von Otto Addo agierten im Angesicht des möglichen Einzugs in die Knockout-Runden phasenweise wie gelähmt. Der zur Pause für Ayew eingewechselte Osman Bukari hatte unmittelbar nach Wiederanpfiff eine Riesenchance, das Defizit zumindest zu verkürzen, vergab jedoch (47.). Siebert verweigerte auf der Gegenseite Uruguay einen Strafstoß, nachdem Daniel Amartey Liverpool-Star Darwin Nunez gelegt hatte (59.). Augenblicke später vergab Facundo Pellestri aus mittlerer Distanz das mögliche 3:0 (65.). Für Ghana vergab Kudus nach einem Ballgewinn des Ex-Schalkers Abdulrahman Baba gegen den stark reagierenden Uru-Schlussmann Rochet (82.). Nachdem das Achtelfinal-Ticket lange bei den Südamerikanern lag, schauten Cavani & Co. letztlich doch in die Röhre.

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