27. Juni 2018 / 17:57 Uhr

Deutschland bei der WM nach Blamage gegen Südkorea ausgeschieden

Deutschland bei der WM nach Blamage gegen Südkorea ausgeschieden

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Aus in der Vorrunden: Eine Deutsche Fußball-Blamage.
Aus in der Vorrunden: Eine Deutsche Fußball-Blamage.
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Die deutsche Nationalmannschaft ist erstmals bei einer Weltmeisterschaft in der Vorrunde gescheitert. Das DFB-Team blamierte sich zum Vorrundenabschluss mit einem 0:2 gegen Südkorea.

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Unfassbar, unglaublich. Lesen Sie diese Zeilen laut vor, um es wirklich zu begreifen. Deutschland, der amtierende Weltmeister, ist gescheitert, fährt nach der Vorrunde der WM nach Hause. Ausgeschieden durch ein blamables, peinliches 0:2 gegen Südkorea, gegen den 57. der Fifa-Weltrangliste. Kim traf in der Nachspielzeit nach Videobeweis – kein Abseits, wie zuvor gepfiffen. Dann erhöhte Son auf 2:0. Dies ist kein Super-, dies ist ein Mega-GAU. Der größte anzunehmende Unfall einer deutschen Nationalelf bei einer WM.

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Ein Aus in der Vorrunde gab es noch nie. NIE! NIE! NIE! Historisch schlecht. Der 3:0-Sieg der Schweden im Parallelspiel gegen Mexiko mit 3:0 konnte dem DFB-Team egal sein – aus niemals eingeplanten Gründen. Muss Bundestrainer Joachim Löw nun zurücktreten, obwohl er seinen Vertrag erst vor der WM bis 2022 verlängert hatte? Wie viele Spieler werden nun zurücktreten? Auf wie viele wird, ja muss Löw oder ein neuer Bundestrainer beim Neuaufbau nicht mehr setzen? Es brechen unruhige Zeiten an, nun droht das, was man nach der Auftaktpartie gegen Mexiko wortreich verhindern wollte: Die Mannschaft könnte sich gegenseitig zerfleischen. Als Erstes flossen Tränen.

Deutschland in Noten: Die Einzelkritik gegen Südkorea

Historisches WM-Aus! Nach dem 0:2 gegen Südkorea muss sich Deutschland aus der Weltmeisterschaft verabschieden. Zum ersten Mal überhaupt scheitert das DFB-Team damit in der Vorrunde einer WM. Der <b>SPORT</b>BUZZER hat die Noten der deutschen Spieler in einer Einzelkritik. Zur Galerie
Historisches WM-Aus! Nach dem 0:2 gegen Südkorea muss sich Deutschland aus der Weltmeisterschaft verabschieden. Zum ersten Mal überhaupt scheitert das DFB-Team damit in der Vorrunde einer WM. Der SPORTBUZZER hat die Noten der deutschen Spieler in einer Einzelkritik. ©

Man hat sich verzockt, Löw hat sich mit der Aufstellung verzockt, dachte schon an die nächste Runde, gar an die nächsten Spiele. Eine dramatische Fehleinschätzung. Durch dieses gesamte Turnier zog sich die Einstellung, dass man es schon irgendwie irgendwann im Spiel immer schaffen werde. Weil man ja Weltmeister ist. Weil man ja der Titelverteidiger ist. Dass es noch immer gut gegangen ist? Ein Trugschluss. Eine fatale Attitüde der Überheblichkeit. Auch körperlich wirkten die DFB-Stars nicht fit, konnten in der Hitze von Kasan keinen Gang hochschalten. Ein weiteres Armutszeugnis.

Die Körpersprache der Mannschaft im Spiel gegen die flinken und fleißigen Südkoreaner war erschreckend schwach, kein Aufbäumen, keine Emotionen – erst als sich wieder eklatante Lücken in der Rückwärtsbewegung im Mittelfeld auftaten, gifteten die Spieler sich gegenseitig an. Der Zoff, den es nach dem 0:1 zum Auftakt gegen Mexiko innerhalb des Teams gegeben hatte, brach wieder und droht nun nach dem Scheitern zu eskalieren. Man lebte beim DFB in der eigenen Welt des Weltmeister-Kokons, wollte keinerlei Warnschüsse – ob durch die eigene Leistung oder die Reaktionen in der Heimat von Fans, Medien und Experten wahrnehmen. Betriebsblind. Arrogant. Fatale Fehler.

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Schon die schwachen Vorbereitungsspiele gegen Österreich (1:2) und gegen Saudi-Arabien (2:1) hatte man immer weiter schöngeredet, tat auch die vier sieglosen Duelle mit den Großen des Fußballs vom Herbst bis ins Frühjahr hinein (0:0 in England, 2:2 gegen Frankreich, 1:1 gegen Spanien, 0:1 gegen Brasilien) einfach so ab. Man werde schon wieder auf den Punkt da sein, wenn es losgeht, zur WM. Der nächste Trugschluss. Diese Mannschaft hätte schon gegen Mexiko viel höher verlieren können als nur 0:1, sie war gegen die Schweden über 20 Minuten lang schon ausgeschieden, erst das famose Freistoßtor in der Nachspielzeit bewahrte die Chance aufs Weiterkommen. Zu wenig, alles zu wenig.

Noch am Vortag des Spiels in Kasan hatte man sich damit beschäftigt, wie die WM weiter verlaufen solle. Das Turnier wird hoffentlich lang und zäh“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff, „wir müssen uns darauf einstellen, dass es nicht nur mit spielerischer Brillanz geht.“ Und hinter den Kulissen beschäftigte man sich intensiv mit den möglichen Achtelfinal-Kontrahenten.

Aus der spielerischen Überlegenheit konnte man zu wenige Chancen kreieren, es fehlte an Dynamik, Kreativität und Ideen – von Toni Kroos und Mesut Özil kam zu wenig. Kein Spielfluss, keine echte Torchance. Dünn, dünn, dünn. Es entwickelte sich ein zäher Hitze-Kick, von Minute zu Minute wuchs die Unzufriedenheit der Deutschen, deren Körperspannung nach und nach wie aus einem Luftballon entwich.Peng! Alle Träume geplatzt. Jetzt gibt’s wohl dicke Luft.

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