28. September 2019 / 10:21 Uhr

Kommentar zum WM-Marathon in Doha: Das war eine Farce

Kommentar zum WM-Marathon in Doha: Das war eine Farce

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Marathon-Läuferinnen versuchten sich während des Rennens regelmäßig mit Wasser abzukühlen - doch auch das half nur bedingt.
Die Marathon-Läuferinnen versuchten sich während des Rennens regelmäßig mit Wasser abzukühlen - doch auch das half nur bedingt. © Getty Images
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Der Marathon der Frauen bei der Leichtathletik-WM in Doha lief wie befürchtet: Krasses Klima, viele Aufgaben und total überanstrengte Läuferinnen. Der Sport hat verloren, meint SPORTBUZZER-Reporter Stefan Döring.

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Nur 40 von 68 gestarteten Läuferinnen beim Marathon der Frauen bei der Leichtathletik-WM kamen überhaupt ins Ziel. Selbst die Siegerin Ruth Chepnegetich aus Kenia, die sonst auch gern nach den 42,195 Kilometern so aussieht, als käme sie gerade von einem lockeren Dauerlauf, war fix und fertig. 32,7 Grad Celsius und 73.3% Luftfeuchtigkeit - keine Bedingungen, bei denen Sport getrieben werden sollte. Dieser WM-Marathon bei tropischen Bedingungen in Doha war eine Farce.

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Allein die Startzeit lässt Fragen offen

Allein die Startzeit um 23:59 Uhr Ortszeit lässt am gesunden Menschenverstand zweifeln. Wobei: zu welcher Tageszeit hätte der Marathon in diesem Land überhaupt starten sollen? Zu heiß ist es tagsüber - und selbst nachts kühlt es sich nicht ab, die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch. Das T-Shirt des Autors war schon nur durchs Stehen durchgeschwitzt.

Das sind die Stars und Favoriten der Leichtathletik-WM 2019 in Doha:

Im katarischen Nationalstadion Khalifa International messen sich bei der Leichtathletik-WM die besten Athleten der Welt. Das sind die Favoriten:  Zur Galerie
Im katarischen Nationalstadion Khalifa International messen sich bei der Leichtathletik-WM die besten Athleten der Welt. Das sind die Favoriten:  ©

Viel schlimmer erging es den Athletinnen. Da halfen auch Schwämme, Massen von Wasser und Handtücher nichts. Die Athletinnen waren klatschnass geschwitzt, mehrere waren dehydriert.

Dass Läuferinnen - und während der Woche auch Geher und Läufer - bei diesen Bedingungen überhaupt auf die Strecke müssen, grenzt an Wahnsinn. Aber am Ende werden alle Sieger sein. Denn wie es der Lebenspartner der australischen Läuferin Rochelle Rodgers, Matt Di Masi, dem SPORTBUZZER treffend beschrieb: "Es geht nur ums Überleben." Das taten alle - aber der Sport hatte in dieser Nacht doch verloren.