10. Juni 2021 / 07:00 Uhr

WM-Medaillen und Olympia-Ticket: Heute geht es für Judo-Ass Scoccimarro um alles

WM-Medaillen und Olympia-Ticket: Heute geht es für Judo-Ass Scoccimarro um alles

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Voll konzentriert: Giovanna Scoccimarro mit Bundestrainer Claudiu Pusa. 
Voll konzentriert: Giovanna Scoccimarro mit Bundestrainer Claudiu Pusa.  © IJF
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Heute geht's ab 10 Uhr mit Tag fünf bei der Judo-WM weiter. Unter anderem werden im ungarischen Budapest die Medaillen in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm vergeben - und da steigt Giovanna Scoccimarro ins Geschehen ein. Die Lessienerin, die für den MTV Vorsfelde startet, hat in Runde eins zunächst ein Freilos. Danach geht's für die 23-Jährige nicht nur um die Medaillen, sondern auch darum, das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio endgültig zu sichern. 

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Zwei große Leidenschaften hat Giovanna Scoccimarro: Judo und Haribo. Ihre Nasch-Vorräte hat die Lessienerin vor der Abreise zur Weltmeisterschaft nach Budapest aufgefüllt, heute will die Kämpferin des MTV Vorsfelde in Ungarn gleiches mit ihrem Punktekonto für die Olympia-Quali machen. Gern darf's auch eine Medaille sein, es wäre ihre erste bei einer Frauen-WM. Doch über allem schwebt das Tokio-Ticket. Heute entscheidet sich, wen der deutsche Judo-Bund in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm zu Olympia schickt. Scoccimarro oder die Glinderin Miriam Butkereit.

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Die Lessienerin hat die Nase deutlich vorn, Butkereit benötigt ein WM-Wunder, um am Kräfteverhältnis noch zu rütteln. "Mein Stützpunkt-Trainer hat gesagt, für mich sei schon alles safe", verrät Scoccimarro, die auch im vergangenen Jahr nach Tokio geflogen wäre, aber sie wartet die offizielle Bestätigung ab. Die wird es nach der WM geben.

Mehr über Giovanna Scoccimarro

Einer Weltmeisterschaft, bei der die 23-Jährige nach zwei Achtelfinal-Teilnahmen höher hinaus will. Sie geht an Nummer 5 gesetzt ins Rennen, zumindest in ihrem Pool kann es schon mal ganz weit gehen. Denn mit vielen, die da warten könnten, verbindet Scoccimarro positive Erinnerungen.



Ihre Auftaktgegnerin Gulnoza Matniyazova (Usbekistan) besiegte sie im Februar souverän beim Grand Slam in Tel Aviv (Israel). Im Achtelfinale könnte es dann ein Wiedersehen mit Aoife Coughlan geben, gegen die Australierin gewann Scoccimarro im Januar beim Masters in Doha (Katar) Bronze. Wiederholt sich Geschichte, würde die 23-Jähre im Pool-Finale wohl entweder auf die favorisierte Michaela Polleres (Österreich) oder die Südkoreanerin Kim Seongyeon treffen. Letztere besiegte die Lessienerin sowohl 2020 in Düsseldorf beim Grand Slam im Kampf um Bronze (danach gab's die Nominierung für Tokio 2020) als auch beim Masters in diesem Jahr, Erstere auf ihrem Weg zum Juniorinnen-Weltmeister-Titel 2017 in Zagreb (Kroatien).

Zuletzt hatte Scoccimarro beim Grand Slam in Kazan (Russland) mit Silber geglänzt, aber Gold im Finale gegen Lokalmatadorin Madina Taimazova ärgerlicherweise liegengelassen - weil sie von ihrer Linie abgekommen war. "Da sind wir dran. Wir waren ja nochmal auf einem Trainingslager in Kienbaum, da haben wir eher Randori-Training gehabt", berichtet Scoccimarro. Und ja, auch da seine ihr manchmal "so ein paar blöde Ansätze" unterlaufen. "Da denkst du nur: 'Ey, komm jetzt. Reiß dich mal ein bisschen zusammen. Aber ich bin da zuversichtlich. Man darf sich auch nicht zu viel Stress machen. Solange das nicht im ersten Kampf passiert, ist alles gut..."

Am besten spät, möglichst gar nicht. Dann hat sie das Tokio-Ticket in der Tasche und darf auch wieder zu ihrer Lieblingssüßigkeit greifen. "Das sind die bunten Schnecken von Haribo." Kreisrund aufgerollt. Mit denen kann man übrigens bestens die fünf Olympischen Ringe nachbauen...