26. September 2021 / 14:33 Uhr

WM-Chance dahin? Kuriose Niederlage bei WM-Ausscheidungskampf für Gifhorns Bier

WM-Chance dahin? Kuriose Niederlage bei WM-Ausscheidungskampf für Gifhorns Bier

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
WM-Chance dahin? Laut der Punktrichter verlor Nick Bier (r.) seinen Kampf gegen Deniel Krotter. Das Ergebnis wird vom Niedersächsischen Box-Verband untersucht.
WM-Chance dahin? Laut der Punktrichter verlor Nick Bier (r.) seinen Kampf gegen Deniel Krotter. Das Ergebnis wird vom Niedersächsischen Box-Verband untersucht. © Sebastian Preuß
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Weltergewichtler Nick Bier hat seinen WM-Ausscheidungskampf gegen Deniel Krotter verloren. Trainer Vitali Boot hat Zweifel am Ergebnis und ärgerte sich über die Begleitumstände rund um den Kampf. 

Aus der Traum von der WM-Teilnahme für Gifhorns Nick Bier? Am Samstag kämpfte der Weltergewichtler des BC Gifhorn in Schwerin beim WM-Ausscheidungskampf gegen Deniel Krotter, unterlag dem Lokalmatador nach Punkten. Eigentlich, wie Trainer Vitali Boot anmerkt. Laut der fünf Punktrichter wertete einer den Kampf für Bier, einer Unentschieden und drei auf Krotter. Aber: „Zwei der Punktrichter kamen aus Schwerin, das darf eigentlich nicht sein“, so Boot. Für den Deutschen Box-Verband sei das Ergebnis rechtens, allerdings schaltete sich der Niedersächsische Box-Verband ein, „die Entscheidung ist für mich noch lange nicht gefallen“, so Boot. Was auffällig war: Einer der Punktrichter wertete den Kampf mit 10:8 für Krotter, was einem Bier-Knockout gleicht. Der Verband forderte alle Punktzettel zur Einsicht an. „Wir warten ab, was da rauskommt. Wenn einer der beiden Schweriner so gewertet hat, dann bin ich gespannt“, so Boot.

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Was Boot neben den heimischen Punktrichtern übel aufstieß, war der Heimvorteil für Krotter. Ursprünglich sollte der Kampf in Kienbaum stattfinden, wurde kurzfristig nach Schwerin verlegt. Zudem waren rund 30 Zuschauer in der Halle anwesend, die es mit dem Lokalmatadoren hielten. „In Schwerin und vor Zuschauern, die bei jeder Aktion klatschen und jubeln, das dürfte in solche einem Kampf eigentlich nicht sein“, ärgerte sich Boot.

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WM-Chance besteht weiterhin

Die ersten beiden Runden gingen laut Boot klar an Bier, doch nach den zwei Runden wurde der Zwischenstand durchgegeben und es hieß Unentschieden. Das verunsicherte vor allem Bier. „Es war kein schönes Gefühl für ihn“, so Boot. Sein Schützling wollte in der dritten Runde alles reinwerfen und keine Zweifel daran lassen, dass nur er als Sieger aus dem Kampf hervorgehen kann. Allerdings überdrehte Bier, beging einige Fehler, wurde unvorsichtig. Die Runde ging zurecht an Krotter, wie Boot zugibt, das anschließend verkündete Gesamtergebnis kann er aber nicht verstehen.

Chancen auf eine WM-Teilnahme in Belgrad (15. bis 25. Oktober) darf Bier sich auch machen, sollte es keine Änderung der Wertung gegen Krotter geben und dieser am Wettbewerb teilnehmen. Neben der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm steht Bier auch in der Kategorie bis 71 Kg bereit. „Er fühlt sich in beiden Gewichtsklassen gut“, so Boot, der ihn für die beiden Vorbereitungslehrgänge angemeldete. „Mal sehen, ob er mitkommen darf.“