01. Dezember 2022 / 17:06 Uhr

WM-Taktikcheck von Manuel Baum: So kann Deutschland die Defensive von Costa Rica knacken

WM-Taktikcheck von Manuel Baum: So kann Deutschland die Defensive von Costa Rica knacken

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Taktik-Experte Manuel Baum (l.) würde gegen Costa Rica auf Niclas Füllkrug setzen.
Taktik-Experte Manuel Baum (l.) würde gegen Costa Rica auf Niclas Füllkrug setzen. © IMAGO/Moritz Müller/Fotoarena/Team 2 (Montage)
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Tag der Entscheidung für das DFB-Team: Gegen Costa Rica muss die deutsche Nationalmannschaft unbedingt gewinnen, um noch ins WM-Achtelfinale einzuziehen. Der frühere Augsburger und Schalker Bundesliga-Trainer Manuel Baum ist während der WM im Wüstenstaat als Taktik-Experte im Einsatz. Für den SPORTBUZZER erklärt er, wie die Flick-Elf den Pflichtsieg schaffen kann.

Schon im Vorfeld der Weltmeisterschaft in Katar hat sich der ehemalige Augsburger und Schalker Bundesliga-Trainer Manuel Baum intensiv mit den beim Turnier im Wüstenemirat antretenden Mannschaften auseinandergesetzt. Mit einem insgesamt neunköpfigen Team von Analysten beleuchtet der 43-Jährige die taktischen Kniffe der WM-Teilnehmer aus allen erdenklichen Blickwinkeln. Beim SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), erklärt er zum jeweiligen Topspiel des Tages, was die Teams ausmacht, wo es haken könnte und worauf man achten sollte. Abschließend sagt Baum ein mögliches Spielszenario voraus. Heute: der Blick auf das Gruppenfinale zwischen Deutschland und Costa Rica (20 Uhr/ARD und Magenta TV).

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Manuel Baum, ehemaliger Bundesliga-Trainer, ist während der WM für Magenta TV als Analyst und Kommentator aktiv. Magenta TV zeigt alle WM-Spiele live [Anzeige].

DEUTSCHLAND

Deutschland startete gegen Spanien in der Grundordnung 4-2-3-1 und war durch den Sieg von Spanien gegen Costa Rica gewarnt. Die Umstellung der deutschen Viererkette mit Kehrer als rechter Außenverteidiger führte zu deutlich mehr Stabilität. Auch Goretzka im Zentrum brachte die nötige Physis ins Team, die noch im ersten Spiel vermisst wurde. Deutschland wurde im Spielaufbau sehr früh von den Spaniern angelaufen und hatte Glück, dass ein Schuss von Olmo in der siebten Minute entschärft wurde. Mit Gündogan im Zentrum haben es die Deutschen geschafft, Busquets weitgehend auszuschalten und durch seine frühe gelbe Karte war er deutlich gebremst. Trotz des geringeren Ballbesitzes von 36% war die Partie relativ ausgeglichen.

Leider führte die Einwechslung von Morata kurz danach zum Gegentor in der 62. Minute. Deutschland drehte mit der Einwechslung von Füllkrug merklich auf und hatte einige Möglichkeit zum Torerfolg zu kommen. Die Zielspielerposition mit dem großen Neuner änderte die Strafraumbesetzung und letztlich führte der Druck zum Ausgleichstreffer. Sané hatte sogar noch den Sieg auf dem Fuß

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COSTA RICA

Costa Rica hat in den vorherigen Spielen in zwei Grundordnungen gespielt. Entweder im 4-4-2 flach oder gegen den Ball 5-4-1 im Spiel gegen Japan. Nach der Packung vom ersten Spiel stand die Defensive von Costa Rica kompakter und ließ wenig zu. Sie verteidigen tief im Abwehrpressing und versuchen Bälle zu erobern und mit Campbell festzumachen oder mit dem Ziehen von Fouls weiter ins gegnerische Drittel zu kommen. Auffällig ist die Harmlosigkeit von Costa Rica. Im ganzen Turnier hatten sie bisher vier Torschüsse abgegeben und gegen starke Gegner wie Spanien sind sie nicht einmal zum Abschluss gekommen. Die xGoals-Rate im letzten Spiel war bei 0,17 und zeigt die massiven Probleme im letzten Drittel des Gegners zu Chancen zu kommen.

Das Tor gegen Japan fiel nach einem individuellen Fehler und Ballverlust von Japan im Spielaufbau. Costa Rica stand hoch und schaltete schnell um und kam durch einen sehenswerten Schlenzer von Fuller zum Torerfolg in der 79. Minute. Zum Glück für Costa Rica verblieb nicht mehr viel Spielzeit, so dass sie es mit einer guten Defensivleistung schafften, die Japaner zu schlagen.

Mögliches Spielszenario:

Deutschland wird einen tiefstehenden Gegner vorfinden und die Geduld aufbringen müssen, eine Lücke in der Defensive von Costa Rica zu finden. Die Grundaufstellung von Deutschland wird sich wahrscheinlich im Vergleich zum Spiel gegen Spanien nicht verändern, außer dass auf der Neuner-Position hoffentlich Niclas Füllkrug die Chance von Beginn an bekommt. Hier braucht Deutschland die Torgefahr im Zentrum und auch die physische Präsenz bei hohen Bällen, um gegen die großen Innenverteidiger (Waston, 196 cm) von Costa Rica zu bestehen. Offensiv hat Deutschland genug Optionen und die Qualität und braucht ein frühes Tor, damit die Mannschaft Selbstvertrauen bekommt und Costa Rica öffnen muss. Grundsätzlich eine Verpflichtung zum Sieg, um das Achtelfinale zu erreichen.

Unser Tipp: Deutschland gewinnt mit 3:0.

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