01. Juni 2022 / 22:41 Uhr

WM-Traum lebt: Ukraine nach Sieg im ersten Pflichtspiel seit der russischen Invasion im Playoff-Finale

WM-Traum lebt: Ukraine nach Sieg im ersten Pflichtspiel seit der russischen Invasion im Playoff-Finale

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Ukraine darf weiter auf eine WM-Teilnahme hoffen.
Die Ukraine darf weiter auf eine WM-Teilnahme hoffen. © IMAGO/PA Images
Anzeige

Die ukrainische Nationalmannschaft darf weiter von der Teilnahme an der WM 2022 in Katar träumen. Die Schützlinge von Auswahltrainer Oleksandr Petrakov gewannen das Playoff-Halbfinale gegen Schottland am Mittwochabend knapp. Es war das erste Pflichtspiel der Ukraine seit der russischen Invasion.

Gänsehaut-Atmosphäre und bemerkenswerter sportlicher Auftritt: Die ukrainische Nationalmannschaft ist der Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Katar einen großen Schritt näher gekommen. Gegen Schottland setzte sich die Ukraine-Auswahl im ersten Pflichtspiel seit der russischen Invasion mit 3:1 (1:0) durch. Andriy Jarmolenko hatte die Ukraine im ersten Durchgang in Führung gebracht (33.). Roman Yaremchuk legte kurz nach Wiederanpfiff nach (49.). Der Anschlusstreffer durch Callum McGregor reichte nicht mehr (80.). Artem Dovbyk machte den Deckel drauf (90.+5). Am Sonntag (20.45 Uhr, live mit DAZN [Anzeige]) geht es nun im Playoff-Finale in Wales um das letzte europäische WM-Ticket.

Anzeige

Im Schatten des seit Februar geführten russischen Angriffskriegs auf die Ukraine waren Emotionen vorprogrammiert. Manchester-City-Profi Oleksandr Zinchenko war bereits im Vorfeld bei der Pressekonferenz in Tränen ausgebrochen. Und: Die Spieler der Ukraine hatten bereits vor dem Anpfiff ein Zeichen gesetzt, waren allesamt eingehüllt in Nationalflagge auf das Spielfeld im Hampden Park zu Glasgow gelaufen. Zudem war während der Nationalhymnen ein Banner mit der Aufschrift "Peace" vor den Profis ausgebreitet worden.

Auch während der Partie zeigten die Ukrainer, die unter anderem mit einem Benefizspiel gegen Borussia Mönchengladbach Spielpraxis gesammelt hatte, eine couragierte Vorstellung. Eine erste Großchance vereitelte Schottland-Keeper Craig Gordon, als er einen Abschluss von Viktor Tsygankov parierte (9.). Auch bei aussichtsreichen Möglichkeiten von Jarmolenko (17./20.) war Gordon zur Stelle. Nach einer guten halben Stunde war aber auch der Schlussmann machtlos. Einen hohen Diagonalpass von Kapitän Ruslan Malinovskyi nahm Jarmolenko technisch anspruchsvoll aus der Luft und vollendete per Heber zum 1:0 (33.). Es war sein 45. Tor für die Ukraine – damit fehlen nur noch drei Treffer bis zu Rekord-Torschütze Andriy Shevchenko.

Anzeige

Auch im zweiten Durchgang präsentierte sich die Ukraine von Beginn an dominant und sorgte mit langen Ballbesitzphasen für Ruhe im eigenen Spiel. Der Lohn kam diesmal deutlich früher: Gerade einmal vier Minuten waren in Hälfte zwei gespielt, da nickte Roman Yaremchuk eine Hereingabe von Oleksandr Karavaev zum 2:0 ins Tor der Schotten (49.). Im heimischen Glasgow kamen die Schotten vor dem Tor der Gäste nur selten zur Geltung. Auch eine Halb-Chance vom eingewechselten Ryan Christie fand nicht den gewünschten Ausgang (63.). Die größte Chance vergab kurz darauf John McGinn nach einem Patzer des ukrainischen Keepers Heorhi Bushchan, köpfte aus kurzer Distanz aber am Tor vorbei (68.). Auch beim Anschlusstreffer sah Bushchan nicht gut aus und ließ einen harmlosen Abschluss von McGregor durchrutschen (80.). Es wurde in der Schlussphase plötzlich nochmal eng, Artem Dovbyk machte jedoch alles klar (90.+5).

Während für die Schotten alle Hoffnungen geplatzt sind, lebt der WM-Traum der Ukraine weiter. Sollte sich die Mannschaft für die Endrunde in Katar (21. November bis 18. Dezember) qualifizieren, würde sie dort in der Vorrunde auf England, Iran und die USA treffen.