05. Juni 2018 / 09:53 Uhr

Die WM-Trickkiste: Diese taktischen Möglichkeiten hat Joachim Löw mit seinem Kader

Die WM-Trickkiste: Diese taktischen Möglichkeiten hat Joachim Löw mit seinem Kader

Eric Zimmer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bundestrainer Joachim Löw hat in taktischer Hinsicht viele Optionen.
Bundestrainer Joachim Löw hat in taktischer Hinsicht viele Optionen. © imago/Eibner
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Welche Varianten bieten sich Joachim Löw in der Abwehr? Was fordert der Bundestrainer von seinen Sechsern und Außenbahn-Spielern? Und welche Möglichkeiten hat er im Sturm? Die SPORTBUZZER-Analyse gibt Aufschluss.

Seit Montag steht fest, mit welchen 20 Feldspielern Bundestrainer Joachim Löw in Russland die Mission WM-Titelverteidigung angehen wird. Verteidiger, Mittelfeldspieler, Stürmer: Der SPORTBUZZER checkt, welche taktischen Möglichkeiten Löw mit seiner Auswahl hat.

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Die Abwehr

Nur Jonathan Tah musste gehen – damit hat Löw sämtliche Möglichkeiten, um sein Abwehrsystem je nach Gegner auszurichten. Da ist die klassische Viererkette mit ihrer ersten Garde: Jonas Hector auf links, den Innenverteidigern Jerome Boateng und Mats Hummels, sowie mit Joshua Kimmich rechts. Der Löw-Luxus: Mit Niklas Süle und Antonio Rüdiger hat er noch zwei echte Kanten auf der Bank, die im Notfall locker in die Bresche springen, sollten sich Boateng und Hummels verletzen oder gesperrt sein.

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Und: Mit Allzweckwaffe Matthias Ginter (kann es in der Mitte wie rechts) und Marvin Plattenhardt (links) hält sich Löw zwei Optionen für die Außenpositionen bereit, die auch den Weg nach vorn suchen können. Das fordert der Bundestrainer – und erhöht mit den Backups den Druck auf Hector und Kimmich. Mit vier gelernten Innenverteidigern hat Löw zudem immer die Option, eine Dreierkette auf den Rasen zu stellen, die mit den Außen zur Fünferkette anwachsen kann. Die Möglichkeiten, die Löw sich mit seinen Verteidigern im Kader geschaffen hat, sind also immens. Der Bundestrainer: „Es ist wichtig, das große Ganze zu sehen und variabel agieren zu können.“

Das Mittelfeldzentrum

Bälle abfangen, Übersicht bewahren, Kollegen dirigieren und entscheidende Pässe spielen – das fordert Löw von seinen (Doppel-)Sechsern. Und da hat er die perfekte Auswahl. Das Herz, Passmaschine Toni Kroos, neben dem Sami Khedira als Abfangjäger stehen könnte, vereint alle Anforderungen perfekt. Und: Für die volle Wucht nach vorn bietet sich das Duo Kroos/Ilkay Gündogan an.

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Dazu bilden Backup Sebastian Rudy und der im Zentrum auch offensiv einsetzbare Leon Goretzka (als Druckmacher auf Mesut Özil) die Alternativen, die eine Stärke mitbringen: Rudy nach seinem WM-Aus 2016 und Goretzka vor seinem Bayern-Wechsel werden zeigen wollen, was sie draufhaben – und mit größter Motivation von der Bank kommen, sollte es gefordert sein.

Die Außenbahn

Leroy Sané darf nicht mit – aber die Trickkiste von Löw ist auch ohne ihn gut gefüllt. Über rechts kommt Thomas Müller. Und wenn es den Bayern-Star aus taktischen Maßnahmen weiter in die Mitte zieht, steht Julian Brandt bereit, um über seine Seite Flanken und Abschlüsse zu suchen. Links brennt Turnier-Pechvogel Marco Reus darauf, endlich bei einer Endrunde komplett durchstarten zu können. Seine Fähigkeiten (Löw nennt ihn „Rakete) helfen beim deutschen Spielaufbau über die Außen.

Dazu hat der Dortmunder nicht nur die Fähigkeit, den letzten Pass zu setzen. Er zieht auch in die Mitte, um Abschlüsse zu suche. Das macht die DFB-Offensive gefährlicher. Ähnliche Qualitäten hat sein Positionskollege Julian Draxler – allein beim Torabschluss fehlt ihm manchmal die Durchschlagskraft.

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Der Sturm

Zwei Mann sind es also. Der pfeilschnelle Timo Werner für die gewünschten schnellen Angriffe aus der Defensive heraus – oder Altmeister Mario Gomez als derjenige, der sich in Flanken schmeißt und den Riecher hat, einfach richtig zu stehen. Beides wird gebraucht – Löw muss abwiegen, wann und gegen welchen Gegner die entsprechenden Qualitäten gefordert sind. Allein der Joker für ganz vorn fehlt, weil Nils Petersen die WM vor dem TV verfolgen muss.

Bei der Verletzungsanfälligkeit von Gomez ist es das einzige Risiko, das Löw am Ende auf die Füße fallen könnte. Und dann sind da ja auch noch Müller und Reus, die Löw ebenfalls als hängende Spitze einsetzen kann.

Hat Joachim Löw die richtigen Spieler gestrichen? Und kann Deutschland den Titel holen? HIER ABSTIMMEN!

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