21. Mai 2019 / 09:57 Uhr

Wo Fiel bei Dynamo Dresden noch Reserven sieht

Wo Fiel bei Dynamo Dresden noch Reserven sieht

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dresdens Cheftrainer Cristian Fiel;
SG Dynamo Dresden - SC Paderborn 07; Fußball; 2. Liga; Saison 2018/2019; 34. Spieltag; Rudolf-Harbig-Stadion; Dresden; 19. Mai 2019; Foto: Dennis Hetzschold
Dynamo-Coach Cristian Fiel weiß, dass sich seine Mannschaft strecken muss, um 2019/20 besser abzuschneiden. © Dennis Hetzschold
Anzeige

Der Dynamo-Trainer ist erleichtert über den Sieg zum Saisonabschluss, doch mit den Gedanken ist er schon in der neuen Spielzeit.

Anzeige
Anzeige

Dresden. Die Erleichterung bei Cristian Fiel war riesengroß, der 3:1-Sieg gegen Paderborn für ihn kein Kaugummi, der nach fünf Minuten im Mund den Geschmack verliert. Bis zuletzt hatte der 39-Jährige mit seiner Mannschaft mitgefiebert, die bangen Minuten beim Gegner völlig ausgeblendet: „Für mich war wichtig, dass wir nicht noch einen kriegen und dann am Schluss zittern müssen. Ich wollte dieses Spiel unbedingt gewinnen, alles andere hat mich nicht interessiert.“ Viel zu wichtig war für Fiel, diese turbulente Saison mit einem Erfolgserlebnis abzuschließen: „Ich gehe jetzt mit einem besseren Gefühl in die Sommerpause.“

JETZT Durchklicken! Die Bilder zum Spiel

SG Dynamo Dresden - SC Paderborn 3:1 Zur Galerie
SG Dynamo Dresden - SC Paderborn 3:1 © dpa
Anzeige

Zwar spielen seine Profis am Dienstag (18.30 Uhr beim FSV Neusalza-Spremberg) und am Mittwoch (18.30 Uhr bei der FSV Glückauf Brieske/Senftenberg) noch einmal locker in der Region auf, doch nach der zweiten Partie am Mittwoch dürfen alle direkt in den Urlaub starten. Trainiert wird nicht mehr, es geht nur darum, den Kontakt zu den Fans zu pflegen.

Zusammenhalt zwischen Fans und Mannschaft wichtig

Dass es da auch nach dem tollen Hattrick von Baris Atik noch einiges zu kitten gibt, das spürt der Coach genau. Fiel bedauerte das Auf und Ab und die Misstöne in der Saison und war traurig über den vergleichsweise kühlen Abschied im Harbig-Stadion: „Irgendwie hat mir dieses Miteinander von Fans und Mannschaft gefehlt, vielleicht irre ich mich auch.“ Umso mehr will er, dass Spieler und Anhänger wieder eine Einheit werden: „Dieser Zusammenhalt zwischen Fans und Mannschaft ist für mich das, was diesen Verein ausmacht und immer ausgemacht hat. Das ist wichtig für uns. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Aber: Es muss auch jeder seinen Teil dazu beitragen!“

DURCHKLICKEN: Die Dynamo-Elf in der Einzelkritik

Patrick Wiegers – Während Markus Schubert mit Pfiffen verabschiedet wurde, erhielt der Bayer erneut den Vorzug vor dem Rheinländer Tim Boss. Anfangs hatte er Glück, als sein spätes Abspiel beim Gegner landete, aber der Patzer nicht bestraft wurde. Beim 0:1 chancenlos, denn da kam Klement frei zum Schuss und setzt ihn platziert ins Eck. Später hatte er überraschend wenig zu tun. Note 3,5 Zur Galerie
Patrick Wiegers – Während Markus Schubert mit Pfiffen verabschiedet wurde, erhielt der Bayer erneut den Vorzug vor dem Rheinländer Tim Boss. Anfangs hatte er Glück, als sein spätes Abspiel beim Gegner landete, aber der Patzer nicht bestraft wurde. Beim 0:1 chancenlos, denn da kam Klement frei zum Schuss und setzt ihn platziert ins Eck. Später hatte er überraschend wenig zu tun. Note 3,5 ©

Nun, wo der Druck erst einmal weg ist, will Fiel in sich gehen, die anstrengende Zeit seiner Trainerausbildung und die ersten Monate als Chefcoach eines Zweitligisten reflektieren: „Darüber freue ich mich sehr, dass ich jetzt ein paar Tage dafür Zeit habe.“ In Ruhe möchte er nun für sich herausfinden, warum diese Saison so eine Achterbahnfahrt war.

Dynamo-Trainer Fiel fordert Power im Kopf und in Herzen

Den Spielern machte er noch vor deren Abflug in die Sonne klar, „dass wir in der Vorbereitung sehr hart arbeiten werden, weil wir für so ein Spiel, wie wir es gegen Paderborn gemacht haben, Power brauchen – sowohl im Kopf als auch im Herzen.“ Das werde er entschieden einfordern: „Wer darauf keine große Lust hat, wird Probleme bekommen, weil ich der Meinung bin, dass uns diese Art, Fußball zu spielen, Erfolg bringen kann oder wird. Das sieht man am Beispiel Paderborn, die das jetzt auch über eine ganze Saison gemacht haben.“ Bereitschaft und Einsatzfreunde seien für ihn die Grundlage des Erfolges: „Du musst es wollen. Du musst bereit sein, diese Meter zu machen. Du musst bereit sein, dem, der in dir ist und dir sagt, Mann, du kannst nicht mehr, zu sagen, und ob ich das kann, ich zeige dir das!“ In diesem Punkt habe die Mannschaft durchaus Reserven, so Fiel.

Mehr zu Dynamo Dresden

Bei der Verpflichtung neuer Spieler ist ihm deren Einstellung besonders wichtig: „Ich will diesen Spieler, der bereit ist, hart zu arbeiten, hart zu investieren, weil ich das auch mache.“ Erfahrung sei da nicht entscheidend: „Um bereit zu sein, den siebten Sprint umsonst noch einmal zu machen, dafür brauche ich nicht alt zu sein oder jung zu sein – ich muss einfach das Herz haben, diese Leidenschaft und Mentalität zu sagen: Ich mache ihn und wenn ich noch dreimal umsonst laufe, aber beim vierten Mal kommt der Ball und dann schieße ich ihn rein!“

Volles Vertrauen in Sport-Geschäftsführer Ralf Minge

Bei der Auswahl geeigneter Kandidaten vertraue er „hundertprozentig“ auf Sport-Geschäftsführer Ralf Minge und dessen Scouting-Team, den Markt könne er selbst gar nicht allein überblicken. Dennoch werde er seine Meinung zu jedem Vorschlag einbringen. Wichtig sei für ihn auch das persönliche Gespräch mit dem Kandidaten, „das ist es auch für den, damit der weiß, was auf ihn zukommt“, so Fiel.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel gegen Paderborn

Dynamo-Trainer Cristian Fiel: Ich gratuliere Dir, Steffen, und Deinen Jungs von Herzen zum Aufstieg, das ist hochgradig verdient – mit einer Art und Weise, Fußball zu spielen, die einfach Spaß macht. Hoffentlich kriegt Ihr das nächste Saison genauso hin. Wir haben heute ein anderes Gesicht gezeigt als letzte Woche in Kiel. Das war mir wichtig, das haben die Jungs super umgesetzt. Jetzt bin ich unfassbar froh, dass es vorbei ist und dass wir in ein paar Tagen in den Urlaub gehen können. Ich muss noch eine Sache loswerden, die mich beschäftigt: Eine Saison ist vorbei, die sicherlich nicht gut war, das steht außer Frage, aber wir müssen zusammenstehen! Wir als Mannschaft und Ihr da draußen, wir müssen eine Einheit sein! Das ist das, was unseren Verein ausmacht.
Zur Galerie
Dynamo-Trainer Cristian Fiel: Ich gratuliere Dir, Steffen, und Deinen Jungs von Herzen zum Aufstieg, das ist hochgradig verdient – mit einer Art und Weise, Fußball zu spielen, die einfach Spaß macht. Hoffentlich kriegt Ihr das nächste Saison genauso hin. Wir haben heute ein anderes Gesicht gezeigt als letzte Woche in Kiel. Das war mir wichtig, das haben die Jungs super umgesetzt. Jetzt bin ich unfassbar froh, dass es vorbei ist und dass wir in ein paar Tagen in den Urlaub gehen können. Ich muss noch eine Sache loswerden, die mich beschäftigt: Eine Saison ist vorbei, die sicherlich nicht gut war, das steht außer Frage, aber wir müssen zusammenstehen! Wir als Mannschaft und Ihr da draußen, wir müssen eine Einheit sein! Das ist das, was unseren Verein ausmacht. ©

Eine Personalie wurde am Montag auch offiziell geklärt: Jannik Müller bleibt bis 2021 im Verein. Damit hat sich Dynamo die Dienste eines charakterlich einwandfreien Profis für weitere zwei Jahre gesichert. Der 25-Jährige steht schon seit 2014 im Kader. Nur Kapitän Marco Hartmann ist noch länger in Dresden als der Verteidiger aus der Eifel.

ANZEIGE: 50% auf dein Spieler-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Dresden
Sport aus aller Welt