11. Oktober 2021 / 18:13 Uhr

Wochenende ohne Dreier: Aber Mini-Kader bereitet Grizzlys-Coach Stewart noch keine Sorgen

Wochenende ohne Dreier: Aber Mini-Kader bereitet Grizzlys-Coach Stewart noch keine Sorgen

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die Belastungssteuerung fest im Blick: Grizzlys-Chefcoach Mike Stewart (l.) und Co-Trainer Gary Shuchuk legen angesichts des Mini-Kaders der Wolfsburger ein besonderes Augenmerk auf die Trainingspläne.
Die Belastungssteuerung fest im Blick: Grizzlys-Chefcoach Mike Stewart (l.) und Co-Trainer Gary Shuchuk legen angesichts des Mini-Kaders der Wolfsburger ein besonderes Augenmerk auf die Trainingspläne. © Boris Baschin
Anzeige

Trotz Verletzungssorgen und Mini-Kaders stimmen die Ergebnisse der Grizzlys Wolfsburg insgesamt - auch wenn es am vergangenen DEL-Wochenende keinen Dreier gab. Coach Mike Stewart lobt den Einsatz seines Teams und macht sich kurzfristig keine Sorgen um die Frische der Spieler.

Nach dem Wahnsinns-Wochenende zuvor, als die Wolfsburger Eishockey-Profis trotz Mini-Kaders erst in München (3:2) und dann gegen Straubing (2:1) gewonnen haben, gab's in den vergangenen beiden Spielen einen kleinen Ergebnis-Durchhänger bei den Grizzlys. Auf das 6:5 nach Verlängerung gegen Augsburg (nach 4:0-Führung) folgte mit dem 3:4 in Bremerhaven am Sonntag die dritte Saison-Niederlage. Der Einsatz der Spieler passt aber - und das ist für Coach Mike Stewart das Allerwichtigste. Von einem Dämpfer will er daher keineswegs sprechen.

Anzeige

Was ebenfalls für die Grizzlys spricht: In der Vorsaison hatten die Wolfsburger nach den ersten elf Spielen lediglich 13 Zähler auf dem Konto - nun sind es satte zehn Punkte mehr. Und das trotz des spärlichen Aufgebots zuletzt. Gegen Augsburg stellten die Grizzlys lediglich 17 von 19 möglichen Feldspielern auf, in Bremerhaven waren es sogar nur 16, weil sich Trevor Mingoia noch kurzfristig verletzt hatte. "Er ist für das Spiel am Freitag in Ingolstadt fraglich", sagte Coach Stewart am Montagmittag. Und so war der Kader noch dünner als sowieso schon.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Besonders bitter: Mit Luis Schinko (Schulter-OP), Jan Nijenhuis (muskuläre Probleme) und Steven Raabe (Krankheit) fehlten zuletzt gleich drei der vier Wolfsburger U23-Akteure. Drei Plätze im Spieltags-Kader sind für Nachwuchs-Spieler reserviert - ist keiner fit, müssen sie frei bleiben. In den letzten Spielen war nur Thomas Reichel dabei. Immerhin: "Steven soll am Dienstag wieder mittrainieren, vielleicht ist auch Janik Möser dann wieder mit dabei", hofft Stewart. Die Angreifer Schinko und Nijenhuis fehlen hingegen noch länger.

Mini-Kader und ein vollgepackter Spielplan - geht das noch lange gut? Stewart macht sich noch keine Sorgen. "Langfristig geht das natürlich nicht, aber kurzfristig ist das möglich. Dafür haben die Jungs im Sommer hart gearbeitet." Zudem sei auch die Belastungssteuerung im Training extrem wichtig. Mit Athletiktrainer Peter Kruse ist Stewart immer in Kontakt, Trainingspläne werden immer an die Situation angepasst. Das machte sich auch schon bemerkbar, so der Cheftrainer. "Das 2:6 gegen Mannheim war ein erstes Alarmzeichen", sagte er. Danach haben die Grizzlys die Trainingswoche angepasst. "Gegen Augsburg und in Bremerhaven haben wir dann viel frischer gewirkt als gegen Straubing."

Und auch da wird klar: Unzufrieden mit seiner Mannschaft ist Stewart trotz der zwei Punkte aus den zwei letzten Spielen keineswegs. "In Bremerhaven ging das Spiel rauf und runter, mir hat die Art und Weise gefallen, wie wir gespielt haben. Nur das Ergebnis eben nicht. Wir haben am Sonntag viel ordentlicher gespielt als gegen Augsburg - und stehen am Ende mit leeren Hände da." Besonders in Unterzahl gab's zu viele Gegentreffer, bemängelt Stewart. Und dann kam auch noch Pech dazu: "Bei zwei Gegentoren springt der Puck von Dominik Bittner aus ins Tor. Und das, obwohl er nichts falsch gemacht hat."

Gefährlich waren die Grizzlys vor allem über ein schnelles Umschaltspiel und weniger durch Puck-Eroberungen im gegnerischen Drittel durch aggressiven Forecheck. Änderungen im Gameplan also, um ein paar Kräfte zu schonen? Schließlich haben die Grizzlys zuletzt mit nur drei kompletten Sturm-Reihen spielen können, die Angreifer Sebastian Furchner und Fabio Pfohl halfen zudem in der Verteidigung aus. Stewart sagt nur so viel: "Gute Offensiv-Aktionen entstehen immer aus guter Defensiv-Arbeit." Und verweist darauf, dass sowohl der Treffer zum 1:0 als auch eine weitere Zwei-auf-eins-Situation aus erfolgreich geblockten Schüssen entstanden seien. Zwei von mehreren gefährlichen Kontern der Grizzlys.