28. November 2020 / 06:45 Uhr

Wohin steuert die Bundesliga? Calmund, Peters und Holtkamp diskutieren über die Zukunft des Fußballs

Wohin steuert die Bundesliga? Calmund, Peters und Holtkamp diskutieren über die Zukunft des Fußballs

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Was bringt die Zukunft für die Bundesliga? Reiner Calmund, Peter Peters und Tobias Holtkamp diskutieren.
Was bringt die Zukunft für die Bundesliga? Reiner Calmund, Peter Peters und Tobias Holtkamp diskutieren. © imago images/Pressefoto Baumann/Timo Voss/Montage
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Die Pandemie setzt den Klubs zu, DFL-Boss Seifert hat seinen Rückzug angekündigt – schwierige Zeiten für die Bundesliga. Manager-Legende Reiner Calmund, DFL-Aufsichtsratschef Peter Peters und Journalist Tobias Holtkamp haben über Gegenwart und Zukunft des deutschen Fußballs diskutiert. Das Protokoll.

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Reiner Calmund: Peter, ich weiß, wie gut ihr euch kennt. Wie sehr hat dich der angekündigte Rückzug von Christian Seifert als DFL-Chef überrascht?

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Peter Peters: So richtig überrascht hat mich das nicht. Ich hatte ja schon einige Male Vertragsverlängerungen von Christian Seifert begleitet. Sogar bei seinem ersten DFL-Vertrag im Jahr 2005 war ich bereits Mitglied des Aufsichtsrates. Wilfried Straub, der Vorgänger von Christian Seifert, hatte mich damals frühzeitig informiert, wen er als Nachfolger im Auge hatte.

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Calmund: Die Auswahl des Neuen war demnach Chefsache?

Peters: Ja, unser Wunsch war, dass er ihn nicht nur auswählt, sondern vor allem auch einarbeitet. Im Frankfurter Airport-Hotel hat er mir dann den jungen Christian Seifert vorgestellt. Es war offensichtlich, was für ein guter Mann das ist, welche unternehmerischen Fähigkeiten in ihm stecken. Mit der Einarbeitungszeit konnte er dann nicht so viel anfangen, ich erinnere mich an einen recht baldigen Anruf, in dem Christian Seifert mich freundlich darum bat, gemeinsam mit Wilfried Straub darüber zu sprechen, dass er sich nun eingearbeitet fühle und gern eigenständig weiterarbeiten möchte.


Tobias Holtkamp: Und wie kam es jetzt zum Ende?

Peters: Wir hatten ursprünglich vereinbart, dass wir uns nach Abschluss der aufwendigen Rechte-Ausschreibung zusammensetzen und über den Vertrag sprechen. Dann kam die Corona-Pandemie, Christian Seifert war der Meinung, dass es nun Wichtigeres gäbe als Gespräche über seinen Vertrag, wir vertagten uns auf die Zeit nach der Sommerpause. So gut und klar er das begründet hat, war es für mich schon ein erstes Zeichen, dass das auch eine zweite Bedeutung haben könnte. Dafür kennen wir uns einfach zu lange. Als wir uns dann im Oktober zum Abendessen getroffen haben, in Frankfurt, begann er direkt mit dem Satz, dass er für sich entschieden habe, keine Vertragsgespräche mehr führen zu wollen. Mit seiner Frau und der Familie hätte er alles schon ausführlich besprochen, es gäbe noch zwei Möglichkeiten in seinem Alter: Entweder bei der DFL in Rente zu gehen oder eben noch mal etwas anderes zu machen. Er hat sich mit der notwendigen Klarheit für Variante zwei entschieden.

Calmund: Umzustimmen war er nicht mehr?

Peters: Ich habe schon versucht, ihm noch einmal Bedenkzeit zu geben, angeboten, in zwei oder drei Monaten noch einmal zu sprechen. Aber so ist Christian Seifert nicht. Er wollte auch nicht den Hauch eines Verdachts entstehen lassen, dass er pokern oder sein Gehalt in die Höhe treiben möchte. Daher war uns schnell klar, dass wir nun die wichtigsten Beteiligten informieren müssen, zunächst also die Gremien und die Klubs. Das übernahm er selbst. Ihm war ganz wichtig, dass alles sauber läuft, dass er gar nicht verhandelt hat und demnach auch keine Verhandlungen gescheitert sind. Solche Geschichten entstehen ja immer schnell, daher wollte er auch in dieser Hinsicht sehr klar sein.

Tobias Holtkamp (v.l.), Peter Peters und Reiner Calmund beim Gesprächstermin im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund.
Tobias Holtkamp (v.l.), Peter Peters und Reiner Calmund beim Gesprächstermin im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. © Timo Voss

Holtkamp: Wird er seinen Vertrag bis 2022 erfüllen?

Peters: Aber auf jeden Fall. Wir haben uns nicht nur in die Augen geschaut, sondern wir haben uns auch gegenseitig versprochen, dass wir bis 2022 gemeinsam an der Zukunft der DFL arbeiten. Es ist, auch für Christian Seifert, eine Selbstverständlichkeit, dass er den Vertrag erfüllt. Wir haben nun ausreichend Zeit, die Nachfolge zu besprechen. Und das ist gut und wichtig. Denn es ist bekanntlich eine sehr bedeutende Entscheidung für den Fußball, die wir da zu treffen haben.

Peters: "Christian Seifert war und ist ein hochgefragter Top-Manager"

Holtkamp: Gab es mal Angebote für Seifert, bei denen Sie dachten, jetzt könnte die DFL ihn verlieren?

Peters: Natürlich war und ist Christian Seifert ein hochgefragter Top-Manager. Aber richtig ernst wurde es meiner Wahrnehmung nach nie. Er hat immer sofort vertraulich über entsprechende Anfragen informiert. Und er hat, soweit ich weiß, immer zeitnah abgesagt, damit ihm nie unterstellt werden konnte, er würde nur aus monetären Gründen bei der DFL bleiben. Seine Vertragsverhandlungen waren präzise und klar, aber, das kann ich hier sagen, nie überzogen. Wir konnten über alles reden, immer auf höchster Vertrauensbasis, und das ist entscheidend, das ist auch ein Erfolgsgeheimnis. Genauso funktioniert für mich gutes Miteinander.

Calmund: Sind Deutschlands Top-Klubvorstände Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke Kandidaten für die Seifert-Nachfolge?

Peters: Die Antwort haben sie selbst gegeben. Völlig außer Zweifel steht: Beide sind nicht nur Urgesteine, sondern auch Manager höchster Qualität. Ich hatte Karl-Heinz Rummenigge deswegen ja schon vor einigen Jahren gebeten, wieder im DFL-Präsidium mitzuarbeiten. Es gibt nur wenige, die Qualität und öffentliche Bedeutung derart vereinen. Er hat mir aber schon damals gesagt, dass er für so ein Amt im Verband nicht mehr zur Verfügung steht. Auch Aki Watzke hat mir schon mehrfach gesagt, dass er sich nicht in einem Verband sieht – und dies zuletzt auch öffentlich betont. Das muss man akzeptieren. Auch wenn die DFL kein klassischer Verband ist, ist die Arbeit einfach eine ganz andere als im Klub, du verpflichtest keine Spieler und riechst auch den Rasen nicht so häufig.

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Calmund: Kandidaten gibt es dennoch genug.

Peters: Ich verstehe, dass bei so einem Amt wie dem Chef der DFL sofort zahlreiche Namen gespielt werden, wenn es vakant wird. Der König ist tot, es lebe der König. Unsere Arbeit beeinflusst das allerdings nicht wirklich. Wir haben einen professionellen Prozess eingeleitet und zu Beginn stehen die Gespräche mit den bestehenden Führungskräften. Die DFL besteht ja nicht nur aus Christian Seifert, auch wenn das viele vielleicht so wahrnehmen. Wir haben eine starke Geschäftsleitung und in unseren Tochterfirmen hervorragende Geschäftsführer. Es ist nur logisch, dass sich der Aufsichtsrat zunächst mit ihnen unterhält, um ihren Eindruck einfließen zu lassen: Wie sehen sie das Unternehmen? Wie sehen sie die Zukunft? Welche Ideen haben sie?

Peters: Namen für die Seifert-Nachfolge "erst in Schritt drei oder vier"

Holtkamp: Welches Profil soll der nächste Seifert haben?

Peters: Dieses Profil ergibt sich aus den Anforderungen, die wir jetzt besprechen. Wenn wir so weit sind, gehen wir in die Detailarbeit. Natürlich wird uns auch Christian Seifert mit Rat und Tat zur Verfügung stehen, er kennt sehr viele geeignete Menschen, aber er kennt auch die Strukturen und ist in der Lage, diese weiterzudenken. Die Namen kommen erst in Schritt drei oder vier. Aktuell sind wir in Phase eins, führen Gespräche und analysieren die Struktur. Erst auf Basis solcher Gedanken können sich Stellenprofile entwickeln.

Holtkamp: Denkbar, dass Seiferts Nachfolger bereits im Haus arbeitet?

Peters: Lassen Sie es mich so formulieren: Wir wollen den oder die Besten. Die Anforderungen der Zukunft sind herausfordernd. Die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen, die gesellschaftliche Verantwortung des Fußballs, die sportlichen Rahmenbedingungen der Zukunft. Fußball wird teilweise kritisch gesehen, sicher auch mal zurecht. Aber Fußball ist eben vielseitig, und so ergibt sich ein Blumenstrauß an Themen, den nicht jeder in jedem Bereich gleichermaßen hochqualifiziert pflegen und bearbeiten kann. Unser Job ist es, den oder die Besten für den Fußball zu finden. Und was ganz wichtig ist: Wir werden unsere Überlegungen auch mit Kollegen aus der Liga spiegeln, sie um Einschätzungen bitten. Wenn wir uns dieses Feedback nicht holen würden, wären wir der falsche Aufsichtsrat.

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Calmund: Auf meiner Kandidatenliste stehen z.B. Bayerns Jan-Christian Dreesen, Fernando Carro aus Leverkusen oder der langjährige Sky-Chef Carsten Schmidt, gerade neuer Hertha-Chef. Dazu sind mit Oliver Mintzlaff von RB Leipzig, Kölns Alex Wehrle, Stephan Schippers aus Mönchengladbach, dem Freiburger Oliver Leki oder Kiels Steffen Schneekloth weitere starke Kandidaten im Blickfeld. Gute Namen?

Peters: (lacht) Auf jeden Fall, das zeigt ja nur, was jeder weiß: wie gut vernetzt Calli in der Bundesliga und 2. Bundesliga nach wie vor ist. Allein diese Auswahl verdeutlicht doch, mit welcher Qualität viele deutsche Profiklubs besetzt sind. Das sind alles absolute Topleute, und deswegen warne ich auch davor, in das Lied einzustimmen, das zuletzt gern gesungen wurde, die Bundesliga wäre schlecht gemanagt, die Bundesliga könne nicht rechnen oder die Vereine machten so viele Schulden. Wir haben viele hochqualifizierte Manager, die Professionalisierung schreitet extrem voran. Mit einer Pandemie und derartigen Auswirkungen konnte niemand rechnen.

Calmund: Da hat er nicht Unrecht. Was sagst du zu dem Geheim-Treffen der 15 Vereine neulich in Frankfurt? Eine gefährliche Entwicklung?

Peters: Naja, sind wir doch mal ehrlich: Dass sich einzelne Klubs, die ja auch Interessensgemeinschaften bilden, untereinander austauschen – das hat es doch schon immer gegeben. Einer der größten Strippenzieher der Vergangenheit sitzt ja hier am Tisch. (lacht)

Calmund: Ich weiß nicht, wovon er spricht!

Peters: Es ist doch klar, dass es innerhalb von 36 Vereinen unterschiedliche Interessen gibt. Da habe ich mittlerweile eine gewisse Gelassenheit. Ich kann doch keinem dafür böse sein, dass er ein möglichst großes Stück vom Kuchen haben will. Das einzige, was in meinen Augen keiner verwechseln sollte, ist, ob man für eine Gesamtheit oder vielleicht doch vor allem für sich spricht. Das wird manchmal ein bisschen vermischt.

Holtkamp: Am Ende muss das DFL-Präsidium entscheiden. Da können Sie doch jetzt schon wieder mit Gegenwind rechnen.

Peters: Klar müssen und werden wir unsere Entscheidungen so treffen, dass das Ergebnis nicht nur ein vernünftiger Kompromiss, sondern die beste Entscheidung für alle Klubs der DFL ist – erst recht vor dem Hintergrund, dass wir uns in einer außergewöhnlichen Situation befinden und dass es in der nächsten Saison erst einmal Mindereinnahmen zu verteilen gibt. Die Gespräche mit den Kollegen im Präsidium waren zum Teil kontrovers, aber immer konstruktiv. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst.

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Jamal Musiala (von links), Youssoufa Moukoko und Florian Wirtz zählen zu den jüngsten Bundesliga-Spielern der Geschichte. ©

Holtkamp: Heißt, die DFL hat kein Problem mit dem Meeting, zu dem einige Vereine bewusst nicht eingeladen wurden?

Peters: Wie gesagt: Das ist nicht neu. Ein Europapokal-Teilnehmer hat nun mal andere Interessen als Vereine, die den Klassenerhalt in der zweiten Liga im Auge haben. Es ist legitim, dass die Klubs sich in solch wegweisenden Phasen Gedanken über die Zukunft machen und ein verstärktes Verlangen nach Austausch untereinander haben. Die einen verwirklichen das in Impulspapieren, die anderen in persönlichen Treffen. Wenn es aber um Entscheidungen geht, kommt es auf klare Strukturen und Zuständigkeiten an, das geht nicht anders. Und in dieser Hinsicht gilt: Über die Geldverteilung entscheidet das Präsidium, das im Sommer 2019 von den Clubs unter anderem für diese Aufgabe gewählt wurde.

Calmund: Als Thema des Jahres wird Corona in die Geschichtsbücher eingehen. Wie gefährlich war das Virus tatsächlich für die Bundesliga?

Peters: Corona war und ist, wie für sehr viele Bereiche, eine beispiellose Herausforderung. Wenn ich an unsere vielen Sitzungen denke, in denen wir extrem detailliert jede noch so kleine Thematik bearbeitet haben, dann bin ich ehrlich gesagt sehr glücklich darüber, wie auf exzellente Weise zusammengearbeitet wurde. Es ist gelungen, ein Konzept zu entwickeln, das uns ermöglicht hat, den Spielbetrieb fortzusetzen. Wir haben als erste Liga weltweit den Spitzensport aus seiner Zwangspause befreit – mit sehr viel Verantwortung und intensiver Arbeit und unternehmerischer Qualität.

Calmund: Die Sonderrolle des Fußballs wurde oft diskutiert. Ich weiß, wie sehr euch das ärgert.

Peters: Wir haben die Genehmigung nicht bekommen, weil der Fußball eine Sonderrolle spielt, sondern weil die DFL ein umfassendes Konzept erarbeitet haben, bei dem die Gesundheit der Spieler und aller rund um das Spiel tätigen Arbeitnehmer im Mittelpunkt stand und weiter steht. Was Prof. Tim Meyer mit seinem Team geleistet hat, war nicht nur vorbildlich, sondern in seiner Bedeutung kaum in Worte zu fassen. Und dieses Konzept haben wir, wie all unsere Erkenntnisse, mit allen interessierten Organisationen und Institutionen geteilt.

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Calmund: Ein anderes Thema: Deutschland ist das einzige große Fußball-Land, in dem man noch keinen Klub kaufen kann. Wird das fallen?

Peters: Ausgerechnet in einer der schwersten Krisen der Liga-Geschichte überstürzt ein so grundsätzliches Thema wie der 50+1-Regel angehen zu wollen, wäre falsch. Wir sollten diese Diskussion jetzt nicht aufmachen. Darüber hinaus ist ja bekanntlich seit längerer Zeit beim Bundeskartellamt ein Prüfungsverfahren in dieser Sache anhängig.

Peters: Diskussion über 50+1 "würde zum jetzigen Zeitpunkt niemandem helfen"

Holtkamp: Spüren Sie, dass das Thema 50+1 emotionaler wird?

Peters: Nein. Da gab es ganz andere Zeiten. Während der Corona-Pandemie ist es sogar etwas in den Hintergrund getreten. Aber noch mal: Egal, wie man inhaltlich zu dem Thema steht, diese Diskussion würde zum jetzigen Zeitpunkt niemandem helfen. Im Übrigen gibt es auch keinen Antrag hierzu.

Calmund: Siehst du eine Gehaltsobergrenze im Profibereich als mögliche Antwort auf die großen finanziellen Probleme, die viele Vereine haben?

Peters: Hätte es die Pandemie nicht gegeben, hätten vermutlich die allermeisten oder sogar alle 36 Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga positives Eigenkapital. Für mich unterstreicht dies: Es wird im deutschen Profifußball in Summe seriös gewirtschaftet. Und Gelder, die man sich erwirtschaftet, in die Gehälter bedeutender Angestellter zu stecken, das kann man ja grundsätzlich nicht verbieten. Dennoch gab es Entwicklungen, die hinterfragt werden müssen – dieses Thema wird ja auch in der Taskforce Zukunft Profifußball der DFL behandelt. Ich bin sicher, in dem Bereich wird so oder so etwas passieren. Allein schon aufgrund der enormen Verluste der Vereine bedingt durch die Pandemie.

Red Bull, Dietmar Hopp, Lars Windhorst und Co.: Investoren im deutschen Profifußball

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Dietmar Hopp bei der TSG Hoffenheim, Red Bull bei RB Leipzig und Lars Windhorst bei Hertha BSC - drei Beispiele für Investoren im deutschen Profifußball. Der SPORTBUZZER zeigt in der Galerie noch weitere Geldgeber von der Bundesliga bis zur 3. Liga. ©

*Holtkamp:  *Was schließen Sie daraus?

Peters: Die negativen Bilanzen werden dazu führen, dass mit zeitlichem Versatz die Personalkosten sinken. Bestehende Verträge werden natürlich eingehalten, doch selbst hier sind ja schon heute sehr viele Spieler bereit, auf Geld, das ihnen vertraglich eigentlich zusteht, in einer Notsituation zu verzichten. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Und bei allen neuen Verträgen werden die wirtschaftlichen Mindereinnahmen mit Sicherheit berücksichtigt – den Effekt gibt es dann nur zeitversetzt.

Calmund: Das neue Jahr kommt schnell auf uns zu. Welche Wünsche hast du für die Fußball-Zukunft?

Peters: Zuallererst natürlich, dass wir weiterhin spielen können. Dass die Maßnahmen weiter so gut greifen und wir mit der Verantwortung weiter so umgehen, dass der Fußball nicht noch einmal pausieren muss. Die Zeit ist sehr schwierig, und zwar überall auf der Welt. Verantwortung und Empathie sollten nicht nur Worthülsen sein, sondern sie sollten gelebt werden. Ich habe den Eindruck, dass der Fußball da auf einem guten Weg ist und auch dazulernt. Und natürlich haben wir den Wunsch, wieder in die Normalität zu kommen, daran müssen wir arbeiten dürfen, ohne dafür kritisiert zu werden. Dazu gehört, dass wir auch über eine Rückkehr der Zuschauer sprechen. Nicht als Forderung, überhaupt nicht – sondern sobald sie hinsichtlich des Infektionsschutzes vertretbar ist und als ein Punkt, der uns und sehr vielen Freunden des Spiels einfach wichtig ist. Das erste ausverkaufte Stadion, es könnte ein Symbol sein für den Beginn der Zeit nach der Pandemie.