21. November 2019 / 09:39 Uhr

Wölfe in Frankfurt: Wiedersehen mit Bas Dost – das Duell der Holland-Riesen

Wölfe in Frankfurt: Wiedersehen mit Bas Dost – das Duell der Holland-Riesen

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Ex-VfL-Torjäger Bas Dost könnte am Samstag mit Eintracht Frankfurt auf den aktuellen VfL-Torjäger Wout Weghorst treffen.
Der Ex-VfL-Torjäger Bas Dost könnte am Samstag mit Eintracht Frankfurt auf den aktuellen VfL-Torjäger Wout Weghorst treffen. © WAZ
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Samstag gastiert der VfL Wolfsburg bei Eintracht Frankfurt. Wenn der Ex-VfL-Torjäger Bas Dost fit ist, trifft er mit der SGE auf den aktuellen VfL-Torjäger Wout Weghorst.

Wenn man mit dem Zug Richtung Amsterdam fährt, führt die Strecke an beiden Orten vorbei. Erst am kleineren, Borne, knapp 25.000 Einwohner, Heimat von Wout Weghorst. Dann, nur 40 Eisenbahn-Minuten später, am größeren, Deventer, gut 100.000 Einwohner, Heimat von Bas Dost.

Dass beide Bundesliga-Stürmer aus der Provinz Overijssel stammen, ist bei weitem nicht die einzige Gemeinsamkeit. Der eine ist Top-Torjäger des VfL Wolfsburg, der andere war es. Am Samstag (15.30 Uhr) kommt es zum direkten Duell, wenn Dost mit Eintracht Frankfurt auf seinen Ex-Klub trifft – wenn es sein körperlicher Zustand zulässt.

Gasner: „Beide haben ihre große Stärke im Strafraum.“

1,96-Meter-Mann Dost und 1,97-Meter-Mann Weghorst – es wäre das Duell der Holland-Riesen. „Man kann die beiden nicht nur wegen der Figur miteinander vergleichen“, sagt VfL-Trainer Oliver Glasner. „Beide haben ihre große Stärke im Strafraum.“

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Stärken, die beide erst in die holländische Eredivisie führten, dann in die Bundesliga. Beide haben den FC Emmen, Heracles Almelo und den VfL Wolfsburg in ihrer Vita stehen, der drei Jahre ältere Dost war jeweils vor Weghorst da. „Holländische Stürmer“, sagt VfLer Maximilian Arnold, der mit beiden in Wolfsburg gespielt hat, „sind spezielle Typen. Wenn sie nicht treffen, können sie ungemütlich werden – auf dem Platz und neben dem Platz. Da ist Wout nicht anders als Dost.“

Weghorst hat den größeren Aktionsradius

Der große Unterschied zwischen den beiden: Weghorst hat den größeren Aktionsradius, ist als erster Verteidiger gefordert, wenn der Gegner aufbaut. Dost (von 2013 bis 2016 48 Tore in 117 Pflichtspielen für den VfL) ist eher der Abschluss-Spieler im gegnerischen Strafraum, der mit einem Kontakt den Torerfolg sucht. „Aber beide“, so Glasner, „sind immer für Tore gut, wenn sie im Strafraum in Szene gesetzt werden. Das haben sie gezeigt.“

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Am 14. Spieltag trennten sich der VfL Wolfsburg und die TSG 1899 Hoffenheim, in der Volkswagen-Arena, leistungsgerecht mit einem 2:2 unentschieden. ©

Dost zeigte das nach seiner VfL-Zeit auch in Lissabon, wo seine Quote (93 Tore in 127 Spielen) noch besser war als in Wolfsburg. Im Sommer kehrte er nach Deutschland zurück, unterschrieb einen Drei-Jahres-Vertrag in Frankfurt. „Ich habe nicht gewusst, dass ich die Bundesliga so vermissen würde“, sagte er gestern im Rahmen einer Eintracht-Medienrunde. „Als ich früher hier war, waren immer die Bayern vorne, jetzt ist es anders. Die Intensität gefällt mir, das verlangt dir alles ab.“


Manchmal auch zu viel. Dost, das gibt er freimütig zu, spürt seinen Körper. „Ich muss ehrlich sagen, dass ich in den letzten Wochen sehr viele Schmerzen in meinem Körper hatte, vor allem in der Leiste. Jetzt geht es sehr viel besser, aber wie es morgen ist, weiß ich nicht. Alle acht Spele bis Weihnachten, werde ich nicht schaffen.“

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Und so geht vielleicht Arnolds Wunsch („Ich hoffe natürlich, dass er kein Tor macht, das wäre das beste für uns“) in Erfüllung, weil Dost gar nicht spielt. Beim VfL weiß man allerdings auch, dass die Aufgabe nicht einfacher wird, wenn statt Dost Gonçalo Paciencia spielt. Denn der, so Glasner, „ist ein ähnlicher Typ“.

Dennoch bleibt es ein besonderes Spiel für Dost – gegen seinen Ex-Klub, bei dem ein Landsmann sein Nachfolger ist. „Ich bin stolz auf ihn“, sagt der Ex-VfL-Torjäger über den aktuellen VfL-Torjäger. „Als er in Holland angefangen hat, konnte keiner damit rechnen, welche Entwicklung er nimmt. Respekt vor diesem Typen. Ich hoffe, er macht so weiter“. Und dann schiebt er grinsend einen Satz nach, der typisch ist für ihn – und für viele Niederländer, die mit sympathischer Offenheit und direktem Humor zumeist ebenso erfolgreich sind wie beim Abschluss vorm ge gnerischen Tor: „Ich hoffe aber auch, er schießt gegen uns kein Tor – und hat einen Scheißtag...“