19. Februar 2019 / 06:00 Uhr

Wolff Fuss: Darum ist die Anfield Road ein magischer Ort

Wolff Fuss: Darum ist die Anfield Road ein magischer Ort

Wolff-Christoph Fuss
RedaktionsNetzwerk Deutschland
„You’ll Never Walk Alone“: Das Versprechen steht über dem Shankly-Tor zum legendären Stadion an der Anfield Road in Liverpool.
„You’ll Never Walk Alone“: Das Versprechen steht über dem Shankly-Tor zum legendären Stadion an der Anfield Road in Liverpool. © Getty Images
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Vor dem Auftritt des FC Bayern München beim FC Liverpool erinnert sich Sky-Kommentator Wolff Fuss an großartige Fußballabende an der Anfield Road. Und auch, warum das Kommentieren in Liverpool schon mal auf die Blase schlägt. Lest hier die neue Folge der SPORTBUZZER-Kolumnen-Reihe „Fünferkette“.

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Highbury, das ehemalige Stadion von Arsenal, hatte Charme; Old Trafford Manchester ist imposant; St James’ Park Newcastle ist stimmungsvoll – aber der Mythos, die Legende, die ist hier – this is Anfield. Das waren meine Worte, als ich 2007 mein erstes großes Spiel aus dem Stadion an der Anfield Road in Liverpool kommentierte, das Champions-League-Halbfinale der „Reds“ gegen den FC Chelsea.

Jeder Fan sollte einmal dort gewesen sein

Es ist so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner im Weltfußball. Einmal sollte jeder Fußballfan dort gewesen sein. Ein magischer Ort, der gerade an großen Europapokal-Abenden zuverlässig liefert. Dies sei das einzige Stadion, das Tore schießen könne, ätzte einst José Mourinho nach dem verlorenen Champions-League-Halbfinale 2005. Luis Garcia schoss damals gegen Mourinhos Chelsea aufs Tor, der Ball war deutlich nicht hinter der Linie. Anfield flippte auf Verdacht aus, der Unparteiische gab den Treffer. Liverpool war im Finale, Chelsea raus. Es war Magie.

Champions League: Der FC Bayern gegen Liverpool im Head-to-Head

SPORTBUZZER-Kolumnist Wolff Fuss hat sich dem Duell der Giganten angenommen: Der Head-to-Head-Vergleich zwischen Bayern München und dem FC Liverpool. Zur Galerie
SPORTBUZZER-Kolumnist Wolff Fuss hat sich dem Duell der Giganten angenommen: Der Head-to-Head-Vergleich zwischen Bayern München und dem FC Liverpool. ©
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Unvergessen, wie die „Reds“ zwei Jahre später Real Madrid hier mit 4:0 verprügelten. Eine eher zweckmäßig ausgelegte Mannschaft, von einer wundersamen Kraft eines einzigartigen Stadions getragen. Ich war staunender Beobachter. Auch als vor drei Jahren Dortmund hier gastierte. Ich traf im Hotel auf ein paar hartgesottene Fans der Borussia, denen ich mit auf den Weg gab, wenigstens für einen kurzen Moment die Augen zu schließen und dieses Epizentrum der Emotionen auf sich wirken zu lassen. Der BVB schien das Spiel bereits gewonnen zu haben, ehe eine Urgewalt die Partie noch drehte und Dejan Lovren mit dem 4:3 in der Nachspielzeit den FC Liverpool in die nächste Runde beförderte. Später traf ich die Fans im Hotel wieder. Ja, sie waren enttäuscht, aber eben auch froh, diesen Abend miterlebt haben zu dürfen.

In der vergangenen Saison, Viertelfinale der Königsklasse gegen Manchester City: In den ersten 30 Minuten fegte ein roter Orkan über Guardiolas Ensemble hinweg. 3:0. Im Angesicht dieser Wucht streikte die Sky-Technik. Mein Kommentar zum Spiel schaffte es nur sehr ausgesucht in die heimischen Wohnzimmer. Und das auch nur in der ersten Hälfte. Ein Umstand mit parabelartiger philosophischer Tiefe: Anfield braucht nicht viele Worte.

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Anfield schlägt auf die Blase

Zumal es nicht das einzige Mal war, dass ich dabei war und die Technik bei einer Übertragung aus diesem Stadion streikte. Bei besagtem Spiel 2007 gegen Chelsea ließen sich rund um Verlängerung und Elfmeterschießen die Werbeinseln nicht auf den Sender bringen. Für einen werbefinanzierten Privatsender ist das eine Katastrophe, für den Fernsehzuschauer ist es fantastisch. Echte, dichte, ungeplante Livebilder. Leider war es deswegen nicht möglich, während des Spiels – wie sonst üblich – meine Blase zu entleeren. So endete mein Abend im Vollsprint und ich lernte auch das magische Örtchen an diesem legendären Ort kennen. Seitdem gehe ich grundsätzlich immer vorher. Hier lernst du halt fürs Leben. This is Anfield!

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Immer dienstags wechseln sich an dieser Stelle Bestsellerautor Ronald Reng, Kulttrainer Hans Meyer, Ex-Schiedsrichter Babak Rafati, Sky-Kommentator Wolff Fuss und Jochen Breyer, Moderator des ZDF-„Sportstudios“, mit Meinungsbeiträgen ab. Sie sind alle Kolumnisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), zu dem auch der SPORTBUZZER gehört.

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