13. Dezember 2020 / 16:33 Uhr

Wolfsburg als Bayern-Jäger? "Wir sollten uns jetzt nicht dahin treiben lassen"

Wolfsburg als Bayern-Jäger? "Wir sollten uns jetzt nicht dahin treiben lassen"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Bayern-Jäger? Davon will VfL-Manager Jörg Schmadtke nichts wissen.
Bayern-Jäger? Davon will VfL-Manager Jörg Schmadtke nichts wissen. © dpa
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Nach vier Siegen aus den vergangenen fünf Spielen reist der VfL Wolfsburg mit breiter Brust zu Spitzenreiter Bayern München. Der FCB machte in den vergangenen Wochen in der Defensive nicht den stabilsten Eindruck - kann der VfL erstmals in München gewinnen?

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Elf Spiele in Folge ungeschlagen, Tabellen-Vierter – die Brust ist breit beim VfL Wolfsburg vor dem Duell am Mittwochabend (20.30 Uhr) mit Triple-Sieger Bayern München. Und so passiert automatisch das, was immer passiert, wenn eine Mannschaft derart erfolgreich ist wie der Wolfsburger Fußball-Bundesligist in diesem Jahr: Der Begriff Bayern-Jäger macht dann gern schnell mal die Runde. Aber Jörg Schmadtke mag derart Begrifflichkeiten nicht besonders. „Bayern-Jäger? Das sind alle Mannschaften in der Bundesliga. Und ganz besonders ist es gerade Leipzig, weil sie punktgleich mit den Bayern sind", so der VfL-Manager.

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Der 56-Jährige ist lange dabei im Geschäft. Trotz des VfL-Höhenflugs hebt er jetzt nicht ab - obwohl der VfL vorn mitmischt und nur drei Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten aus München hat. „Na, und?", entgegnet Schmadtke energisch. "Ich glaube, wir sind gut beraten, wenn wir dahin fahren und alles versuchen – und dann schauen wir mal, was dabei herauskommt. Wir sollten uns jetzt nicht dahin treiben lassen, dass wir jetzt Bayern-Jäger sind oder dass wir jetzt eine besondere Situation hätten. Nein, wir fahren nach München und versuchen, das Spiel positiv zu gestalten – Schluss, Aus!“

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Das 2:1 am Freitagabend gegen Frankfurt war Wolfsburgs vierter Sieg in den vergangenen fünf Spielen. Zum Vergleich: Die Bayern schafften in dieser Zeit nur zwei – in Dortmund und in Stuttgart, gegen Bremen, Leipzig und am Samstagabend bei Union Berlin wiederum reichte es beim Meister nur für Unentschieden. Und: Schon 17 Gegentore (der VfL hat erst elf auf seinem Konto) haben die Bayern kassiert, das ist nur Mittelmaß in der Liga und den Münchner seit 39 Jahren nicht mehr passiert. Ein Zu-Null in der Bundesliga gab‘s für den FCB zuletzt Ende Oktober beim 5:0 gegen Eintracht Frankfurt. Die Zahlen zeigen: Die Bayern sind in dieser Saison verwundbar: „Das wirkt derzeit so“, sagt Schmadtke. „Aber immer dann, wenn Fußball-Deutschland gedacht hat, die Bayern wären verwundbar, haben sie mit voller Macht zurückgeschlagen. Also, erst mal abwarten.“

Mit 35 Treffern hat der FCB die mit Abstand meisten Tore in dieser Saison geschossen, der VfL hat 18 auf seinem Konto, neun hat Wout Weghorst erzielt. Angesprochen auf das nun folgende Duell gab der Niederländer am Freitagabend im Interview mit DAZN zu: "Ich habe schon vor dem Spiel heute daran gedacht." Fast entschuldigend fügte er hinzu: "Eigentlich darf man das gar nicht, aber jetzt ungeschlagen gegen die Bayern zu spielen - da freuen wir uns richtig drauf." Ähnlich äußerte sich auch Wolfsburgs Neu-Nationalspieler Ridle Baku.


Diese selbstbewusste Herangehensweise seiner Spieler freut den Manager: „Grundsätzlich finde ich das gut. Warum sollten sie unterm Teppich hinkriechen? Sie haben elf Spiele in Folge nicht verloren. Ich hoffe, dass wir dieses Selbstbewusstsein auch auf den Platz kriegen.“ Damit es für den VfL in München möglicherweise erstmals in seiner Erstliga-Historie einen Dreier gibt. Denn: Bis auf ein 3:3 (2001) und ein 2:2 (2017) gab‘s nur Frust-Erlebnisse. Schmadtke: „Ich beschäftige mich nicht mit Statistiken. Das ist ein Einmal-Erlebnis, was am Mittwochabend stattfinden wird – wir werden sehen, was dabei herauskommt.“