10. November 2020 / 18:21 Uhr

Wolfsburg-Boss Schmadtke: "Wäre besser, wenn es die Abstellungsperiode nicht gäbe - Punkt"

Wolfsburg-Boss Schmadtke: "Wäre besser, wenn es die Abstellungsperiode nicht gäbe - Punkt"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nationalspieler unterwegs: John Anthony Brooks muss für die USA ran, VfL-Manager Jörg Schmadtke hat bei aller Kritik an den Reisen auch Verständnis.
Nationalspieler unterwegs: John Anthony Brooks muss für die USA ran, VfL-Manager Jörg Schmadtke hat bei aller Kritik an den Reisen auch Verständnis. © imago images / ZUMA Press
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Zehn Spieler des VfL Wolfsburg durften zu ihren Nationalteams reisen, Manager Jörg Schmadtke erklärt, warum Brooks und Co. trotz steigender Corona-Zahlen Länderspiele absolvieren dürfen...

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Zehn VfL-Profis weilen gerade bei ihren Nationalmannschaften. Dabei hatte wegen der steigenden Corona-Zahlen zuletzt so mancher Verantwortlicher der Fußball-Bundesliga-Klubs das Abstellen der Spieler in Zeiten der Pandemie infrage gestellt. Auch beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten war man „ein bisschen in der Zwickmühle“, wie es Manager Jörg Schmadtke formuliert.

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Während der letzten Abstellungsperiode hatten sich einige Bundesliga-Spieler mit Corona infiziert und konnten deswegen nicht für ihren jeweiligen Klub auflaufen. Jetzt reisen Spieler wieder in Risikogebiete, dabei entbindet die FIFA die Vereine von der Abstellungspflicht, sofern eine Quarantäne im Anschluss zwingend erforderlich wäre. „Um den Ligaspielbetrieb aufrecht erhalten zu können, wäre es besser, wenn es diese Abstellungsperiode derzeit nicht gäbe – Punkt“, wird Schmadtke deutlich. „Andererseits gibt es berechtigterweise auch Verpflichtungen der Nationalverbände – und denen haben wir nachzukommen. Auch das halte ich für richtig. Und die meisten Spieler sind schon happy, wenn sie wie jetzt für ihr Land spielen können.“

Die Länderspiel-Übersicht
Die Länderspiel-Übersicht © AP

Und so sind nun zehn VfL-Profis zu ihren Nationalteams gereist, zumal das hiesige Gesundheitsamt entschied, dass die Profis nach ihrer Rückkehr „nicht in Quarantäne müssen, wenn sie getestet sind“. Hätte das Gesundheitsamt in dieser Frage anders befunden, „hätten wir auf jeden Fall anders entschieden“, so der Manager weiter, „denn sonst hätten unsere Nationalspieler für uns auf Schalke ja nicht spielen können.“ Weil sie nach einer Reise in ein Risikogebiet für fünf Tage in Quarantäne gemusst hätten.

Von Alexander bis Zoltan: Die deutschen Nationalspieler des VfL Wolfsburg

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Die deutschen Nationalspieler des VfL Wolfsburg ©

Zum Vergleich: In Bremen hat die Gesundheitsbehörde anders entschieden – da hätten Werder-Profis, die berufen wurden, nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet in Quarantäne gemusst. Und so durfte etwa Werders US-Boy Josh Sargent nicht zu seiner Nationalelf reisen, sein Landsmann John Anthony Brooks wiederum schon. Die VfL-Abwehrkante ist mit dem US-Nationalteam zweimal im Einsatz, trifft in Testspielen auf Wales (in Swansea) und Panama (in Wien). Ebenfalls zu ihren Nationalteams gereist sind Bartosz Bialek (Polen, U21). Josip Brekalo und Marin Pongracic (beide Kroatien), Koen Casteels (Belgien), Admir Mehmedi und Renato Steffen (beide Schweiz), Pavao Pervan und Xaver Schlager (beide Österreich) und VfL-Neuzugang Ridle Baku, der erstmals in die deutsche Nationalmannschaft berufen wurde.

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Baku hat realistische Chancen, beim Testspiel der DFB-Auswahl am Mittwochabend in Leipzig gegen Tschechien tatsächlich sein erstes A-Länderspiel zu absolvieren. Bundestrainer Joachim Löw kündigte an, dass die Debütanten - dazu gehören neben Baku auch Felix Uduokhai (FC Augsburg) und Philipp Max (PSV Eindhoven) - mit ihren ersten Länderspiel-Minuten rechnen können. Dabei könnte Linksverteidiger Max sogar ein Kandidat für die Anfangsformation sein.