04. November 2020 / 15:02 Uhr

Wolfsburg-Dribbler Brekalo: "Bin glücklich, dass ich hier geblieben bin"

Wolfsburg-Dribbler Brekalo: "Bin glücklich, dass ich hier geblieben bin"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Josip Brekalo
Wieder fit: Josip Brekalo vom VfL Wolfsburg. © dpa
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Nach der Quarantäne wegen eines positiven Covid-19-Tests gleich wieder in der Startelf - Josip Brekalo hat am Sonntagabend beim 1:1 des VfL Wolfsburg bei Hertha BSC erstmals wieder gespielt. Nun spricht der kleine Kroate über Corona, Wechselgerüchte und persönliche Ziele.

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Erst zehn Tage Quarantäne - und gleich wieder Startelf.. Nur drei Trainingseinheiten konnte Josip Brekalo in der vergangenen Woche nach seinem positiven Covid-19-Test absolvieren, trotzdem stand er beim 1:1 des VfL Wolfsburg bei Herthe BSC gleich wieder in der Startelf - das sagt einiges über den Status des kroatischen Flügelspielers. Das ist ein großer Vertrauensbeweis von Trainer Oliver Glasner. Brekalo: "Er vertraut mir, ich vertraue ihm - wir haben eine super Kommunikation."

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Auch während seiner Quarantäne-Zeit waren beide immer in Kontakt geblieben. Wolfsburgs Nummer sieben hatte während dieser Zeit nur wenige Symptome. "Ich hatte den Geruchssinn ein bisschen verloren - zwei, drei Tage hatte ich das Gefühl, dass ich nicht so viel Power habe." Dennoch: "Ich glaube, ich habe nicht so viel verloren." So viel verloren an Fitness. Wo er sich angesteckt hat, "das weiß keiner". Vermutlich bei der Nationalelf. "Es kann sein, aber ich weiß es nicht genau." Seine erste Reaktion nach der Diagnose: "Mist, jetzt muss ich zehn Tage zu Hause bleiben." In dieser Zeit habe er viele Serien geschaut, "und jeden Tag ein Fußballspiel. Es war langweilig ohne Training. Und ich habe ein geiles Spiel gegen Bielefeld verpasst." Da hätte er sich mit seinen Dribblings durchaus in Szene setzen können, "aber Hauptsache die Mannschaft hat gewonnen. Nun war ich wieder bereit, dem Team zu helfen."

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Dass Brekalo schon ein Bundesliga-Tor in dieser Saison geschossen hat (beim 1:1 in Freiburg), macht ihn auffällig, denn außer ihm trafen bisher nur Wout Weghorst (2), Maximilian Arnold und Ridle Baku. Aber das allein erklärt seinen Status nicht, Brekalo gehört mit seiner Dribbelstärke zu den ganz wenigen VfLern, die Offensiv-Situationen durch individuelle Aktionen kreieren könne. Und darum stand in der Liga-Spielen immer in der ersten Elf, wenn er einsatzbereit war. Allein: Dem erst 22-Jährigen fehlt weiter die Konstanz, gefährliche Momente wechseln sich noch zu oft mit übertriebenem Eigensinn und misslungenen Passversuchen ab. Mehr Konstanz - das wünscht sich auch Brekalo für sich selbst. "Wir sind aber auch ein Verein, der mal gute und mal nicht so gute Phasen hat. Wenn man etwa bei Bayern spielt, bei einem Verein, der vielleicht zehnmal in Folge gewinnt, ist es klar, dass jeder Spieler gut drauf ist."

Heißt das, Brekalo will bei einer besseren Mannschaft spielen? "Nein, das habe ich nicht gesagt. Ich sehe hier meine gute Entwicklung. Ich bin sehr zufrieden, dass ich für diesen Verein spiele", betont er. Im Sommer hatte es wie schon vor einem Jahr Wechselgerüchte gegeben. Der SSC Neapel war mit ihm in Verbindung gebracht worden. Brekalo klärt auf: "Es ist ganz einfach: Wir haben gesagt: Wenn ein Top-Angebot für den Verein kommt und das auch für mich gut ist, werden wir das Angebot prüfen." Das sei so mit den VfL-Verantwortlichen abgesprochen gewesen. Klar sei auch gewesen: Gibt es dieses Top-Angebot nicht, "werde ich mich weiterhin hundertprozentig auf den VfL konzentrieren. Am Ende bin ich sehr glücklich, dass ich geblieben bin. Ich gebe alles für diesen Verein."

Ein Top-Angebot gab's, wahrscheinlich auch Corona-bedingt, nicht. Angebote gab es jedoch trotzdem. "Das waren schon ein paar." Muss man befürchten, dass es nun in jeder Transferperiode Spekulationen über einen Brekalo-Wechsel gibt, zumal im Sommer 2019 auch ein Wechsel im Raum gestanden hatte? "Damals war die Situation eine andere. Nach einer schwierigen Saison für mich mit Trainer Labbadia." Nach einem Gespräch mit Glasner habe er sich aber dazu entschieden, zu bleiben. "Das war eine gute Entscheidung für mich", so Brekalo, der den offenen Umgang mit Glasner sowie Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer lobt.

Was hat er sich für diese Saison vorgenommen? Jeden Tag besser zu werden. "Das ist mein Motto." Denn Brekalo will Erfolg haben, mit der Nationalelf und mit dem VfL. Nervt es ihn als Offensivmann, dass sein Klub in den ersten sechs Spielen erst fünf Tore geschossen hat? "Natürlich, ich wünsche mir, jedes Spiel ein Tor zu machen oder eine Torvorlage zu haben." Er hofft, dass das Team schon bald mehr Gefahr ausstrahlt. "Ich will der Mannschaft dabei helfen." Ein persönliches Ziel, was Tore und Vorlagen angeht, habe er nicht. "Ich möchte in jedem Spiel hundert Prozent geben und Spiele gewinnen."