11. September 2021 / 18:55 Uhr

Wolfsburg feiert besten Saison-Start der Klubgeschichte: "Es ist schön, aber ..."

Wolfsburg feiert besten Saison-Start der Klubgeschichte: "Es ist schön, aber ..."

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Raus mit der Freude: Wout Weghorst und der VfL Wolfsburg siegten bei Greuther Fürth mit 2:0.
Raus mit der Freude: Wout Weghorst und der VfL Wolfsburg siegten bei Greuther Fürth mit 2:0. © (c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Der VfL Wolfsburg feierte durch das 2:0 in Fürth den vierten Sieg im vierten Spiel und damit den besten Saison-Start der Vereinsgeschichte. Doch obwohl die Freude darüber riesig ist, hebt beim Fußball-Bundesligisten niemand ab.

Der VfL bleibt das Team der Stunde in der Fußball-Bundesliga! Mit dem 2:0 (1:0) bei Greuther Fürth festigte das Team von Trainer Mark van Bommel die Tabellenführung und feierte den vierten Sieg im vierten Spiel – das ist der beste Saison-Start der Wolfsburger Vereinsgeschichte. "Wir genießen das", sagte Mittelfeldspieler Maximilian Arnold am Sky-Mikrofon, "aber wir haben erst vier Spiele absolviert. Wir sollten bescheiden bleiben."

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Vier Siege zum Start waren dem VfL in seiner Bundesliga-Geschichte zuvor noch nie gelungen. Und nicht nur das: Van Bommel ist der erste Wolfsburg-Coach, der seine ersten vier Partien gewann (drei Erfolge zum Trainer-Einstand waren 1998 Wolfgang Wolf gelungen). Und so steht der VfL als einziger Klub mit weißer Weste und zwölf Punkten ganz oben in der Tabelle. Das kann sich auch am Sonntag nicht ändern. "Das ist besser, als wenn wir vier Niederlagen hätten ...", sagte Arnold schmunzelnd, fügte dann aber ernsthaft hinzu: "Da kommen noch einige Aufgaben auf uns zu. Wir tun gut daran, uns auf das Hier und Jetzt zu fokussieren."

VfL Wolfsburg bei Greuther Fürth

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VfL Wolfsburg bei Greuther Fürth © DPA

Der VfL zeigte in Fürth zwar keine Glanzleistung, war über 90 Minuten jedoch dominant, hatte bei 72 Prozent Ballbesitz deutlich mehr vom Spiel und schlug in den entscheidenden Momenten eiskalt zu. Van Bommel: "Ich bin sehr froh, wenn man nach vier Spielen zwölf Punkte hat. Ich glaube, wir haben ein gutes Spiel abgeliefert, wir hatten viel Ballbesitz – einzig wir haben nicht viele Chancen herausgespielt", analysierte der Trainer. Warum war das so? "Der vorletzte oder letzte Pass war immer nicht so gut", erklärte der Coach, der jedoch Gefallen an den Angriffen vorm ersten Treffer und vorm Elfmeter fand. "Die waren sehr gut."

Bereits nach zehn Minuten sorgte Lukas Nmecha bei seinem Bundesliga-Startelf-Debüt mit seinem Tor für die Führung – der Ball war im Gewühl nach einem Schuss-Versuch von Josuha Guilavogui (spielte anstelle des verletzten Xaver Schlager) über Wout Weghorst zum U21-Europameister gekommen. In der Folge hätte der VfL durch Weghorst und Maximilian Philipp erhöhen können, beide verstolperten die Gelegenheiten jedoch.

Nach der Pause machte es Fürth besser, auch weil der VfL seinerseits nicht mehr so energisch war wie in den ersten 45 Minuten. "Ich denke, dass hier nicht so viele Mannschaften gewinnen werden", lobte van Bommel den Gegner. "Diese Mannschaft zu schlagen – das ist schwierig, deshalb bin ich doppelt froh, dass wir hier drei Punkte geholt haben." Und das in einem Spiel, in dem die körperbetont spielenden Fürther versucht hätten, "uns mit allen Mitteln zu brechen. Wir haben uns gewehrt, den Kampf angenommen und die Tore schön herausgespielt", fasste Arnold zusammen. Der zweite Treffer ließ aber noch etwas auf sich warten. Zunächst prüfte Dickson Abiama Wolfsburg-Keeper Koen Casteels (machte sein 200. Bundesliga-Spiel für den VfL) kurz vor Schluss mit einem Fallrückzieher. Kurz darauf die Entscheidung: Nach einem Foul im Sechzehner an Luca Waldschmidt, der sein VfL-Debüt in einem Pflichtspiel gab, verwandelte Wout Weghorst vom Punkt zum 2:0. Arnold zum Sieg: "Ich denke, wir haben verdient gewonnen."

Vier Spiele, vier Siege – die Freude über den besten Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte ist groß bei Team und Fans. Wie breit ist die Brust vor dem Start in die Champions League am Dienstagabend in Lille? „Es ist schön, aber es ist eine Statistik“, sagte van Bommel, der auch im Erfolg bescheiden bleibt. „Es bedeutet, dass wir einen sehr guten Start hingelegt haben, und in einigen Jahren steht da, dass wir viermal hintereinander gewonnen haben. Wir genießen jetzt den Sieg und werden jetzt regenerieren, bevor es nach Lille geht. Wir haben nur zwei Tage, wir werden am Sonntag gleich zeigen, wie Lille spielt.“ Damit die Profis des alten und neuen Tabellenführers der Bundesliga für den Champions-League-Start bestens vorbereitet sind.