13. Oktober 2021 / 14:02 Uhr

Wolfsburg-Flügelkämpfer Steffen über seine Nati-Tor-Premiere: "Ich habe lange warten müssen..."

Wolfsburg-Flügelkämpfer Steffen über seine Nati-Tor-Premiere: "Ich habe lange warten müssen..."

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Traf zum ersten Mal für die Schweiz: Renato Steffen vom VfL Wolfsburg.
Traf zum ersten Mal für die Schweiz: Renato Steffen vom VfL Wolfsburg. © Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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An das 4:0 der schweizerischen Nationalelf in Litauen wird Renato Steffen noch länger zurückdenken. Der Flügelkämpfer des VfL Wolfsburg hat in diesem Spiel sein erstes Tor für die Nati erzielt.

Diesen Dienstagabend in Vilnius wird Renato Steffen so schnell nicht mehr vergessen: Denn dem VfL-Flügelkämpfer ist beim 4:0 der schweizerischen Nationalmannschaft, die gern auch Nati genannt wird, im Duell mit Litauen sein erstes Länderspieltor geglückt. Und diese Tor-Premiere war sehenswert.

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Nach einem Steilpass von Fabian Schär von hinten rechts hob Steffen den Ball kurz vor der Pause an der Strafraumgrenze gefühlvoll mit Links über den herauseilenden Keeper Ernestas Setkus hinweg ins Tor. Es war das zwischenzeitliche 2:0. „Ich habe gesehen, dass der Torhüter etwas weit vorn stand und konnte den Treffer fast nicht anders erzielen“, so Wolfsburgs Nummer 11 im Interview mit dem SRF. „Es freut mich, dass es endlich einmal geklappt hat. Ich bin ja schon eine Weile dabei und habe nun doch lange auf ein Tor warten müssen“, fügte er hinzu.

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In der Tat: Für Steffen war es das 18. Länderspiel. Es hätten locker schon mehr sein können, wenn der Flügelkämpfer, der zuletzt in der Champions League gegen Sevilla erstmals in dieser Saison für den VfL getroffen hatte, nicht lange verletzt gewesen wäre. Der 29-Jährige hatte sich Anfang März in einem Zweikampf mit Hoffenheims Ryan Sessegnon eine schwere Bänderverletzung zugezogen. Nach eingehenden Untersuchungen war klar: Steffen wird längerfristig fehlen. Bitter, zumal er richtig gut unterwegs war. Mit fünf Toren und vier Vorlagen war er damals nach Top-Torjäger Wout Weghorst zweitbester VfL-Scorer. Dennoch hatte er gehofft, bei der EM dabei sein zu können, bis zuletzt hatte er alles dafür getan, aber es reichte trotzdem nicht mehr. Besonders ärgerlich: Es war die zweite EM-Absage in Folge, bei der Endrunde 2016 hatte er wegen eines Muskelfaserrisses passen müssen. Die WM im nächsten Jahr in Katar ist daher sein großes Ziel. Und mit Auftritten wie zuletzt in der schweizerischen Nationalelf hat er beste Chancen, dieses auch zu erreichen.

Die Schweizer stehen in der Gruppe C punktgleich hinter Europameister Italien auf Rang zwei. Durch den Sieg kommt es für Steffen und Co. am 12. November in Rom gegen Italien zum direkten Duell um den Gruppensieg und die sichere WM-Teilnahme. Das letzte Gruppenspiel bestreitet das Team von Nationaltrainer Murat Yakin am 15. November in Luzern gegen Bulgarien. Die zehn Gruppensieger qualifizieren sich für die WM, die zehn Gruppenzweiten nehmen an den Play-offs teil. Allerdings: So weit schaut Steffen noch nicht nach vorn. „Es ist schön, dass ich der Mannschaft damit helfen und wir den Sieg einfahren konnten“, so der Wolfsburger, der zusammen mit seinen Kollegen in Litauen nichts anbrennen ließ. „Es war ein Fortschritt gegenüber der Partie gegen Nordirland, aber wir befinden uns noch immer in einem Prozess“, so Steffen.

Am Donnerstag steigt er wieder beim VfL ein. Dann sind auch Wout Weghorst (Niederlande), Aster Vranckx (wurde am Dienstagabend beim 1:0 der belgischen U21-Nationalelf gegen Dänemark in der EM-Quali in der 88. Minute eingewechselt) sowie die beiden Belgier Koen Casteels und Dodi Lukebakio wieder zurück.